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Shanghai
Aus Kefk.
| Abkürzung: 沪 oder 申 (Pinyin: Hù oder Shēn) | |
| Bild:Dongfangminzhu.JPG | |
| Verwaltungstyp | Regierungsunmittelbare Stadt |
| Zeitzone | China Standard Time (CST) UTC+8 (keine Sommerzeit) |
| Geografische Lage | Koordinaten: 31° 12′ N 121° 26′ O31° 12′ N 121° 26′ O |
| Höhe | 4 m ü. NN |
| Fläche | 6.340,5 km² (Provinz) (31.) |
| Bevölkerung | 18.675.000 (25.) (Ende 2006) |
| Bevölkerungsdichte | 17.634 Einwohner/km² im geografischen Stadtgebiet u. 3.122 Einwohner/km² im administrativen Stadtgebiet |
| Postleitzahlen | 200000-202100 |
| Gliederung auf Kreisebene | 18 Stadtbezirke, 1 Kreis |
| Gliederung auf Gemeindeebene | 114 Großgemeinden, 103 Straßenviertel, 3 Gemeinden |
| ISO 3166-2:CN | CN-31 |
| Offizielle Website | www.shanghai.gov.cn/ |
| Politik | |
|---|---|
| Bürgermeister: | Han Zheng |
| Bild:China-Shanghai.png | |
Die Hafenstadt Shanghai (chin. 上海, Shànghǎi ?/i
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, seltener auch Schanghai, Shanghaiisch: Zanhe /zɑ̃'he/), ist die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China.
In der eigentlichen Stadt - dem geografischen Stadtgebiet - leben 9.327.119 Menschen mit Hauptwohnsitz. Das gesamte Verwaltungsgebiet Shanghais hat 18.675.000 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2006). Davon sind 14,25 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 4,35 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng). Weitere rund drei Millionen nichtregistrierte Personen leben illegal im Verwaltungsgebiet von Shanghai.
Shanghai ist eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und ihr Status entspricht dem einer Provinz. Das 6.340,5 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Shanghais stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre - mit seiner außerhalb der eigentlichen Stadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur - eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar.
In Shanghai liegt mit über 18 Millionen TEU pro Jahr der drittgrößte Hafen der Welt. 2004 wurden dort 380 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern und Museen.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name der Stadt
Der Name Shanghai bedeutet zu deutsch etwa „Stadt über dem Meer“ (lokale Aussprache: Zanhe /zɑ̃'he/). Seltener wird im Deutschen auch die Schreibweise Schanghai verwendet. Die Stadt wird „Tor zur Welt“, „Paris des Ostens“, „Drachenkopf-Metropole“ (chin. 龙头/龍頭{{{c}}}, lóngtóu
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) oder „Perle des Orients“ (chin. 东方明珠/東方明珠{{{c}}}, dōngfāng míngzhū
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) genannt.
Shanghai in chinesischer Schrift (die Silben bedeuten shang und hai):Die offiziellen Abkürzungen von Shanghai im Chinesischen sind Hù (沪/滬) und Shēn (申). Der Kurzname Hù – nach einem im 3. Jahrhundert verwendeten Fischereigerät – wird auch an Autokennzeichen verwendet.
Das Zeichen hu:Geografie
Geografische Lage
Shanghai liegt im Mündungsgebiet des Jangtse am Huangpu-Fluss auf 31°12' nördlicher Breite und 121°26' östlicher Länge. Die Nachbarprovinzen sind Jiangsu im Nordwesten und Zhejiang im Südwesten. Die Topographie der Provinz ist flach. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel beträgt vier Meter. Der höchste Berg ist der She Shan mit einer Höhe von 100 Meter (mit Seilbahn).
Im Jahre 1949 hatte das Verwaltungsgebiet der Stadt eine Fläche von 636 Quadratkilometer. 1958 wurden zehn Landkreise mit einer Fläche von 5.274 Quadratkilometern (Baoshan, Chongming, Chuansha, Fengxian, Jiading, Jinshan, Nanhui, Qingpu, Shanghai, Songjiang, alle in der Provinz Jiangsu gelegen) an Shanghai angegliedert.
Heute hat die Regierungsunmittelbare Stadt eine Fläche von 6.340,5 Quadratkilometern, davon gehören nur 550 Quadratkilometer (9 Prozent) zur eigentlichen Stadt - dem geografischen Stadtgebiet - und 5.790,5 Quadratkilometer (91 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Sie ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland und hat eine Ausdehnung von ungefähr 120 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 100 Kilometer in Ost-West-Richtung. Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich die Insel Chongming (die drittgrößte Insel in China: 1.041,21 Quadratkilometer) und andere Inseln wie Changxing und Hengsha.
Das Verwaltungsgebiet Shanghais ist mit zahlreichen Flüssen, Kanälen und Seen reich an Wasserressourcen (122 Quadratkilometer Wasserfläche). Darunter der berühmte Bereich Jiangnan, wie man die Schwemmebene des Jangtse-Deltas nennt. Das Gebiet umfasst Teile der Regierungsunmittelbaren Stadt Shanghai und der ostchinesischen Provinzen Jiangsu und Zhejiang. Jiangnan ist durch ein dichtes Flussnetz gekennzeichnet und hat eine Fläche von 697 Quadratkilometer in Shanghai, was einen Anteil von elf Prozent an der Gesamtfläche Shanghais ausmacht.
Die größten Flüsse in Shanghai sind der Huangpu, der Suzhou, der Chuanyang und der Dingpu. Der 113 Kilometer lange Huangpu (sein Ursprung ist der Tai-See), teilt die Stadt in zwei Hälften (Puxi und Pudong); er ist zwischen 300 und 700 Meter breit, im Durchschnitt 360 Meter. Der eisfreie Fluss ist die Hauptwasserstraße Shanghais.
Der Fluss Suzhou durchfließt Shanghai auf einer Länge von 54 Kilometer und ist im Durchschnitt 45 Meter breit. Die meisten Seen befinden sich im Westteil Shanghais, der größte ist der Dianshan mit 62 Quadratkilometer Fläche. Weitere Stadtgebiete (Urban Areas) im Verwaltungsgebiet Shanghais sind unter anderem Anting, Baoshan, Jiading, Jinshan, Qingpu und Songjiang.
Der lokale Dialekt (Shanghaiisch) ist eine der Varianten des ostchinesischen Wu-Dialektes.
Geologie
Shanghai befindet sich in einem gewaltigen Delta, das der Jangtse bei seiner Mündung in das Ostchinesische Meer bildet. Das gesamte Tiefland zu beiden Seiten des Stromes besteht aus dunkelerdigem, lößfreiem Alluvialboden, dessen Schöpfer der Jangtse ist. Die aus seinem Schlick aufgebaute, ebene, von Kanälen und Dämmen durchzogene Deltalandschaft, die in vielem an die Niederlande erinnert, ist eines der fruchtbarsten Gebiete Chinas und gleichzeitig sein Hauptbaumwolllieferant.
Das Jangtsemündungsland ist wahrscheinlich die Ausfüllung eines alten Meeresteiles, und die vielen kleinen Inselberge des Gebietes waren ursprünglich wirkliche Inseln. Die Deltabildung rückte die Hafenstadt Shanghai, ursprünglich am Meer gegründet, bereits 30 Kilometer landeinwärts.
Stadtgliederung
Die Regierungsunmittelbare Stadt Shanghai gliedert sich in 18 Stadtbezirke und einen Kreis. Die eigentliche Stadt - das geografische Stadtgebiet - unterteilt sich in zehn Stadtbezirke. Neun dieser Bezirke liegen westlich vom Huangpu-Fluss (Puxi). Dabei handelt es sich um Huangpu (Kurzzeichen: 黄浦区; Pinyin: Huángpǔ Qū), Luwan (卢湾区 Lúwān Qū), Xuhui (徐汇区 Xúhuì Qū), Changning (长宁区 Chángníng Qū), Jing'an (静安区 Jìng'ān Qū), Putuo (普陀区 Pǔtuó Qū), Zhabei (闸北区 Zháběi Qū), Hongkou (虹口区 Hóngkǒu Qū) und Yangpu (杨浦区 Yángpǔ Qū). Der zehnte und neue Stadtbezirk Pudong (浦东新区 Pǔdōng Xīn Qū) liegt östlich vom Huangpu-Fluss. Letzterer war bis 1992 Kreis und trug den Namen Chuansha.
Acht Bezirke, diese wurden zwischen 1988 und 2001 von Kreisen in Bezirke umgewandelt, und ein Kreis liegen in den Vororten und ländlichen Gebieten außerhalb der eigentlichen Stadt. 1988 ist Baoshan (宝山区 Bǎoshān Qū) in einen Bezirk geändert worden, 1992 Minhang (闵行区 Mǐnháng Qū), Jiading (嘉定区 Jiādìng Qū) und Jinshan (金山区 Jīnshān Qū), 1997 Songjiang (松江区 Sōngjiāng Qū), 1999 Qingpu (青浦区 Qīngpǔ Qū) und 2001 Nanhui (南汇区 Nánhuì Qū) sowie Fengxian (奉贤区 Fèngxián Qū). Der Landkreis Chongming (崇明县 Chóngmíng Xiàn) und die gleichnamige Insel in der Mündung des Jangtse sind identisch.
- Siehe auch: Liste der Stadtbezirke von Shanghai
Klima
Shanghai hat ein subtropisch maritimes Monsunklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, wobei Frühjahr und Herbst vergleichsweise kurz ausfallen.
Im Winter ist es feuchtkalt, die Temperaturen liegen bei -1 bis 8 Grad Celsius. Gelegentlich gibt es auch deutlich stärkere Fröste. Früher waren diese kalten Temperaturen für die Bewohner südlich des Jangtse sehr unangenehm, weil er die 'Heizlinie' markierte, was heißt, dass südlich des Jangtze nicht geheizt werden durfte. Weil es aber auch dort sehr kalt werden kann, wurde diese Regelung abgeschafft.
In den schwülheißen Sommermonaten werden Temperaturen von durchschnittlich 28 bis 35 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent erreicht. Im Oktober kommt die erste kalte Luft aus dem Norden.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,3 Grad Celsius. Die Jahresniederschlagssumme liegt bei 1.135 Millimeter, davon fallen 50 Prozent in die Zeit von Mitte Mai bis Mitte September (Flutsaison). In diesem Jahresabschnitt gibt es drei ausgeprägte Regenperioden: Die „Frühlingsregen“, die „Pflaumenregen“ und die „Herbstregen“. Insgesamt fallen durchschnittlich 110 Regentage an. Die günstigsten Reisemonate sind April bis Juni und Mitte September bis November, die ungünstigsten Reisemonate Juli und August, mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit bis 100 Prozent. Außerdem suchen in den Sommermonaten zahlreiche Taifune die Stadt heim.
Geschichte
Ursprung und weitere Entwicklung
Die ersten Spuren der Besiedelung in der Region reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück. Im Jahre 960 wurde Shanghai erstmals als Dorf erwähnt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Jangtse-Deltas wuchs auch Shanghai. 1074 erhielt Shanghai ein eigenes Steuerbüro. 1264 wurde es mit drei anderen Dörfern zusammengelegt. Die Stadt besaß zu dieser Zeit einen wichtigen Handelshafen, von dem die stattliche Baumwollernte der Region nach Peking, ins Hinterland und nach Japan verschifft wurde. Bis zur Qing-Dynastie (1644-1911) hatten sich große, durch den Handel organisierte und äußerlich den niederländischen Gilden ähnelnde Kaufmannszünfte gebildet, die sich die wirtschaftliche und teilweise auch politische Kontrolle über die Stadt teilten.
Ausländische Konzessionen
Die Wahl der Briten fiel auf Shanghai als Vertragshafen, weil die Stadt, wie der Repräsentant der Ostindien-Kompanie, Hugh Lingsey, es formulierte, seit den 1840er Jahren zum „wichtigsten Marktplatz Ostasiens“ geworden war. Nach den Opiumkriegen zogen die Briten 1842 unter dem Vertrag von Nanking in die Stadt ein, bald darauf, 1847, folgten die Franzosen, und diese beiden Mächte richteten die ersten ausländischen Konzessionen in Shanghai ein - die Briten entlang des Bundes und im Gebiet nördlich Alt-Shanghais, der Chinesenstadt, die Franzosen im Südwesten in der Gegend einer Kathedrale, die ein französischer Missionar 200 Jahre zuvor gegründet hatte. In der Folgezeit bildete sich in der Stadt auch eine größere jüdische Gemeinde.
1863 kamen die US-Amerikaner, 1895 die Japaner und gliederten ihre eigenen Gebiete der britischen Konzession an, die sich zum so genannten „International Settlement“ ausgedehnt hatte. In einer Reihe privilegierter Enklaven, die auf unbestimmte Zeit gepachtet waren, fielen Händler unter die Gerichtsbarkeit ihres eigenen Landes, bzw. gemischter Gerichte. Es gab auch eigene Polizeikräfte.
Durch die günstige Lage nahe der Haupthandelsroute der großen Seide und Tee produzierenden Regionen entwickelte sich Shanghai bis 1900 zu einem wichtigen Hafen und Industriezentrum, das weitgehend durch die „Grüne Gang“, ein berüchtigtes, im 18. Jahrhundert durch arbeitslose Seemänner gegründetes Syndikat kontrolliert wurde. Bis zum Beginn der 1920er Jahre hatte es auch die weitverzweigte Unterwelt unter seine Herrschaft gebracht. An Kaufleuten und Kriminellen, die den strengen Verhaltenskodex missachteten, wurden grausame Exempel statuiert - man trennte ihnen mit einem Messer sämtliche hervorstehende Sehnen durch, bevor man sie im lebendigen Treiben am Straßenrand verenden ließ.
Während des Taiping-Aufstands (1851-1864) flohen viele vor den Massakern in die ausländischen Ansiedlungen und vermehrten die billigen Arbeitskräfte Shanghais, aber auch Bauern wurden vom sichtbaren Reichtum der Stadt angelockt. Es bildete sich das erste städtische Proletariat Chinas heraus, und die erbärmlichen Lebensbedingungen schufen im Zusammenspiel mit immer stärker grassierender Arbeitslosigkeit und der Ausbeutung chinesischer Arbeitskräfte durch die ausländischen Investoren den natürlichen Nährboden für revolutionäre Kräfte. Die Einwohnerzahl auch die wirtschaftliche Bedeutung Shanghais inmitten der verwüsteten Umgebung wuchsen beträchtlich. Auch später beim Boxeraufstand (1900) und dem Sturz des letzten Kaisers (1911) flüchteten viele Menschen in die internationalen Konzessionen.
Shanghai als Weltstadt
Mit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre wurde Shanghai eine echte Weltstadt. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte Shanghais Bevölkerungszahl die Millionengrenze. Ab 1918 war die Stadt der Wirkungsort des Revolutionsführers und Staatsmannes Dr. Sun Yat-sen. Der britische Schriftsteller Aldous Huxley hatte 1926 in keiner Stadt je einen solchen Eindruck von einem dichten Morast üppig verflochtenen Lebens wie hier. Shanghai wurde zum Synonym für Sünde, Abenteurertum und Reichtum. Auch der Kommunismus in China fand in Shanghai seine Wurzeln. 1915 begann Chen Duxiu mit der Herausgabe der Zeitschrift 'Jugend', die später unter dem Namen 'Neue Jugend' (Xin Qingnian) großen Einfluss auf die Bevölkerung ausübte.
Die Chinesen entwickelten zunehmendes Interesse für Politik und erlangten ihr Nationalbewußtsein zurück. Mit dem Versailler Vertrag fielen nach dem Ersten Weltkrieg alle deutschen Besitztümer des Landes an Japan, anstatt an China zurückgegeben zu werden. Dies führte 1919 zur „Bewegung des 4. Mai“. Chen Duxiu war einer der Organisatoren der Proteste. In Shanghai schlossen sich Studenten mit Arbeitern zusammen, Streiks wurden organisiert. Höhepunkt war der Generalstreik am 5. Juni 1919. Im Jahre 1921 gründete sich in Shanghai die Kommunistische Partei Chinas. Die 'ausländischen Imperialisten' wurden zunehmend zum Gegner für die Proteste.
Am 30. Mai 1925 erschossen britische Soldaten in Shanghai demonstrierende Studenten. Die Nationale Revolution wurde ausgerufen. Im Jahre 1927 eroberte die Nationalarmee unter der Führung von Chiang Kai-shek mit Hilfe der Kommunisten die Stadt und unterstellte die chinesische Sektion der Regierung der Kuomintang. Im gleichen Jahr wurden Massenaufstände durch die Regierung brutal niedergeschlagen (Massaker von Shanghai) und innerhalb weniger Wochen über 5.000 Menschen ohne Gerichtsverhandlung exekutiert.
Im Verlauf der Mandschurei-Krise im Jahre 1931 kam es zu einem Boykott japanischer Waren. Am 28. Januar 1932 griff Japan mit etwa 70.000 Soldaten die Stadt an, um den Boykott zu brechen. Vorwand für den Angriff war ein Zwischenfall, bei dem in Shanghai fünf japanische Mönche misshandelt wurden, ein Mönch erlag später seinen Verletzungen. Im Verlauf der Ersten Schlacht um Shanghai hielten die chinesischen Truppen dem Angriff nahe der Küste zunächst stand, mussten dann aber in den folgenden Wochen bis in die Stadt zurückweichen. Der Handelsboykott wurde schließlich fallengelassen und eine demilitarisierte Zone um Shanghai eingerichtet. Der Konflikt endete am 31. Mai 1933 mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Tanggu.
Japanisch-Chinesischer Krieg
Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges kam es zur Zweiten Schlacht um Shanghai. Nach einem verlustreichen Häuserkampf nahmen am 9. November 1937 japanische Streitkräfte die Stadt bis auf die exterritorialen Gebiete ein, in denen sich daraufhin zahlreiche chinesische Flüchtlinge ansiedelten. Diese Gebiete blieben jedoch von den Kriegshandlungen nicht verschont - zerschossene Häuser und zerstörte Wasserleitungen prägten auch hier das Bild. In der Stadt herrschten in dieser Zeit Willkürjustiz und Drogenkartelle.
Shanghai ist auch ein Ort deutscher und österreichischer Geschichte. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und den Novemberpogromen, flohen zwischen 1938 und 1941 circa 18.000 Juden aus Deutschland und Mitteleuropa nach Shanghai. Weil hier kein Visum benötigt wurde, war es der letzte Zufluchtsort vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Zu den in die Stadt geflüchteten 6.000 Österreichern gehörte auch der Arzt Jakob Rosenfeld. Ein bekannter deutscher Flüchtling ist der spätere Finanzminister der USA Michael Blumenthal. Kurz nach ihrem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941, der den Krieg im Pazifik auslöste, internierten die Japaner die in Shanghai ansässigen Staatsangehörigen der Alliierten. Im Mai 1943 zwangen die Japaner alle seit 1938 angekommenen jüdischen Flüchtlinge in einen kleinen Distrikt („Designated Area“) des Stadtbezirks Hongkew zu ziehen und beschränkten ihre Bewegungsfreiheit außerhalb dieses Distrikts. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Stadt an China zurück, da die USA, Großbritannien und Frankreich auf ihre Ansprüche verzichteten.
Kommunistische Machtübernahme
Als die Kommunisten am 27. Mai 1949 unter Führung Mao Zedongs in Shanghai einmarschierten, übernahmen sie die Kontrolle über das wichtigste Wirtschafts- und Handelszentrum Asiens, einen internationalen Hafen, in dem wahre Vermögen gemacht wurden. Während die ausländische Gemeinde erwartete, wie immer ihren Geschäften nachgehen zu können, war das neue Regime entschlossen, auch Shanghai seine Rolle in der radikalen Umgestaltung Chinas zuzuweisen. Viele ausländische Firmen verlegten nach der kommunistischen Machtübernahme ihre Einrichtungen nach Hongkong. Die schlimmsten Elendsviertel wurden niedergerissen, um durch Wohnblöcke ersetzt zu werden. Die Kriminellen und Prostituierten schaffte man zur „Umerziehung“ fort. Ausländisches Kapital wurde erheblich besteuert oder konfisziert.
Der Kuomintang unter Chiang Kai-shek gelang es allerdings, bei ihrer Flucht die Goldreserven der Bank of China für sich zu sichern, sie nach Taiwan transportieren zu lassen und so eine bankrotte Stadt zu hinterlassen. Über einen Zeitraum von 35 Jahren wurden westliche Einflüsse unterdrückt. Shanghai blieb aber eine Hochburg des radikalen Denkens. Von dort nahm die Kulturrevolution Mao Zedongs, der von der Zentralregierung in Peking ausgeschaltet worden war, 1966 ihren Lauf. Einige Rote Garden proklamierten sogar eine eigene Kommune Shanghai, bevor die Ereignisse die Züge hemmungsloser Zerstörung und Rachefeldzüge annahmen. Die Stadt wurde zum Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Splitterparteien. Nach Maos Tod im Jahre 1976 war Shanghai die letzte Bastion der Viererbande im Kampf um die Nachfolge, allerdings ohne Erfolg.
Bis in die 1980er Jahre betrieb die Zentralregierung in Peking bewusst den Niedergang Shanghais, als sie die hier erwirtschafteten Überschüsse für andere Landesteile bis zu einem Grad abschöpfte, dass die Stadt zusehends einem lebendigen Museum glich, einer Stadt, die mit ihrer weltweit größten Ansammlung von Art-déco-Gebäuden in den 1940er Jahren stehen geblieben zu sein schien. Trotz allem hat die Bevölkerung der Stadt unter erschwerten Bedingungen durchgehalten, und seit einiger Zeit dominieren Persönlichkeiten aus der Region Shanghai, die wohlwollend auf den Wiederaufbau der alten Metropole blicken, sogar die chinesische Zentralregierung.
Wirtschaftlicher Aufschwung
Mitte der 1980er Jahre fiel der Entschluss, Shanghai ein weiteres Mal die Vorreiterrolle für die Modernisierung Chinas zuzuweisen, dies führte zu einem enormen Anstieg der Industrieproduktion und der ausländischen Investitionen. 1990 wurde die Wirtschaftssonderzone Pudong gegründet und der Grundstein für einen „Neuen Bund“ gelegt, wo bald das höchste Gebäude der Welt in den Himmel ragen soll. Nirgendwo im Land findet man besser ausgebildete Arbeitskräfte, und die Shanghaier sind bekannt für ihre Fähigkeit, Stil und anspruchsvolle Qualität mit gleichzeitig ausgeprägtem Geschäftssinn und internationalem Denken zu verbinden. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Stadt einen solchen Aufschwung erlebt.
Einige Probleme bleiben jedoch nach wie vor ungelöst, allen voran die hoffnungslose Überbevölkerung und schwere Umweltprobleme wie Smog, Lärmbelastung und die Verschmutzung der Flüsse. 1996 ist Shanghai zu einer der am stärksten umweltgeschädigten Städte weltweit erklärt worden. Shanghai lag auf der Skala der am meisten von Luftverschmutzung betroffenen Städte der Welt auf Platz vier. Eine Renaissance erleben aber auch viele soziale Probleme, von denen gedacht wurde, die Kommunisten hätten sie nach 1949 für immer beseitigt. Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Prostitution weisen ein starkes Wachstum auf.
Einwohnerentwicklung
Der wirtschaftliche Erfolg Shanghais übt auf Millionen Chinesen eine große Anziehungskraft aus. Um den Zustrom von Menschen in die Stadt kontrollieren zu können, wird der Zuzug durch ein streng gehandhabtes Melde- und Registrierungssystem für Einwohner mit ständigem Wohnsitz bis in die Gegenwart kanalisiert. Die Einwohnerzahl blieb trotz der Tatsache, dass Shanghai die wirtschaftlich dominierende Stadt in China war, nach einem schnellen Anstieg in den 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre bemerkenswert konstant. Seit Anfang der 1990er Jahre ist wieder ein langsamer Anstieg zu verzeichnen.
Lebten 1957 noch 6,9 Millionen Menschen in der eigentlichen Stadt - dem geografischen Stadtgebiet - sind es 2006 rund 9,3 Millionen. Die Bevölkerungsdichte beträgt dort 16.958 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Im administrativen Stadtgebiet liegt die Bevölkerungsdichte bei 3.122 Einwohner je Quadratkilometer. Dort leben 18,6 Millionen Menschen. In der zuletzt genannten Zahl ist auch die Bevölkerung der ländlichen Gebiete außerhalb der eigentlichen Stadt mit eingerechnet. Davon sind 14,25 Millionen Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 4,35 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng).
Wer sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich bei einer Behörde melden und wird dort registriert. Der Antragssteller erhält dann eine zeitweilige Aufenthaltgenehmigung für drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlängert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestätigt, dass die Person dort gemeldet ist.
Das offizielle Bevölkerungswachstum Shanghais wird zurzeit ausschließlich durch Zuwanderung gesteuert, denn der natürliche Zuwachs der registrierten Dauereinwohner wird seit mehreren Jahren durch ein Geburtendefizit geprägt, das bislang in allen Städten Chinas einmalig ist. Lag das jährliche natürliche Wachstum der Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz 1957 noch bei etwa 4,0 Prozent, so sank diese Rate schnell unter 1 Prozent und schließlich auf einen negativen Wert von -0,19 im Jahre 2000. Das Wachstum 2004 betrug -1,2 per 1.000 Einwohner, Geburtenrate: 6,0 pro 1000 Einwohner, Sterberate: 7,2 per 1000 Einwohner.
In der Zukunft wird die Stadt wieder wachsen, da die Einkindpolitik im April 2004 gelockert wurde: in Shanghai dürfen seitdem Geschiedene und wiederverheiratete Partner Nachwuchs bekommen, auch wenn sie schon ein Kind aus einer früheren Ehe haben. Schätzungen gehen von 10,856 Millionen Einwohnern mit Hauptwohnsitz im Jahre 2010 und 13,25 Millionen im Jahre 2015 aus.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Aufgeführt sind die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai.
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Entwicklung der Wohnsituation
Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Infrastruktur und des Wohnungsbaus, aber auch die schnelle Entwicklung in den letzten Jahren haben viele Engpässe für die weitere Entwicklung der Stadt offenkundig werden lassen.
Nach wie vor prekär ist die Versorgung mit Wohnraum, wenn sich auch nach offiziellen Angaben der Stadtregierung die Netto-Wohnfläche pro Kopf in der Zeit zwischen 1957 (drei Quadratmeter) und heute (neun Quadratmeter) verdreifacht hat. Die kommunistische Stadtregierung war keineswegs untätig gewesen, bereits seit Anfang der 1950er Jahre wurden die Wohn- und Lebensverhältnisse in rund 300 Stadtvierteln mit unzureichendem Standard verbessert und viele neue Wohngebiete errichtet.
Trotzdem kam der Bau von Wohnungen dem wachsenden Bedarf aus Mangel an Kapital über Jahrzehnte nur ungenügend nach. Shanghai galt früher in China traditionell als eine der Städte mit großer Wohnungsnot. Erst seit Beginn der Wirtschaftsreformen fand eine Belebung des Wohnungsbaus statt: Seit Anfang der 1980er Jahre wurde die gesamte Wohnfläche in Shanghai mehr als verdoppelt. Die Verbesserung des Angebots an Wohnraum war verbunden mit einer begrenzten Wohnungsreform, die unter anderem durch Förderung des Wohnungseigentums und die Einrichtung von öffentlichen Akkumulationsfonds die Investitionsmittel zu vergrößern suchte.
So sank der Anteil von Haushalten in akuter Wohnungsnot, das heißt mit weniger als vier Quadratmetern Wohnfläche pro Kopf bis heute auf knapp unter zehn Prozent aller Haushalte. In Shanghai sind es vor allem die Altstadtviertel, die zudem von zahlreichen Industriebetrieben durchsetzt sind, in denen immer noch sehr beengte Wohnverhältnisse herrschen. Da der Baugrund in den älteren Wohngegenden im Stadtzentrum sehr teuer ist, hat die Stadtregierung den Grund und Boden teilweise an ausländische Investoren verkauft, die Büro- Geschäfts- und Hotelkomplexe errichteten.
Als Folge dieser Praxis kam es in Verbindung mit zahlreichen Verkehrsprojekten zu großflächigen Sanierungen in der Altstadt und Zwangsumsiedlungen von mehreren Hunderttausend Menschen in Neubausiedlungen am Stadtrand mit unzureichender Infrastruktur. Die genannten Wohnungsdaten beziehen sich nur auf die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai, die Wohnsituation der rund 4,7 Millionen Einwohner mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung ist deutlich schlechter. Zahlreiche Migranten, überwiegend frühere Bauern aus den ländlichen Regionen Chinas, leben auf den Baustellen, in einfachen Betriebs-Wohnheimen oder sie mieten sich einen Raum bei Bauern an der Peripherie der Stadt. Ein großer Teil der temporären Einwohner lebt am Stadtrand, weil dort eher Platz für selbstgebaute Hütten vorhanden ist und die Polizeikontrollen weniger scharf sind. Slumähnliche Siedlungen sind seit den 1990er Jahren auch in Shanghai zu finden.
Die Bedeutung der Migranten für die Wirtschaft und das Leben in Shanghai wird unterschiedlich beurteilt. Einerseits sind die Zuwanderer fast unentbehrlich als Bauarbeiter, Handwerker, Kleinhändler oder Arbeiter bei der Straßenreinigung und in den Textilfabriken, andererseits wird ihr Druck auf den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur und ihr Anteil an kriminellen Delikten in der Stadt mit Sorge betrachtet.
Politik
Stadtregierung
Bürgermeister von Shanghai ist Han Zheng. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Chen Liangyu am 21. Februar 2003. Han Zheng, Jahrgang 1954, war bei seiner Amtsübernahme der jüngste Bürgermeister Shanghais seit 1949. Er besitzt einen Master in Ökonomie von der Shanghai East China Normal University.
Weitere Mitglieder der lokalen Regierung in Shanghai sind der Sekretär des Parteikomitees Chen Liangyu, der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Gong Xueping und der Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) Jiang Yiren. Die PKKCV setzt sich aus dem Nationalkomitee und den örtlichen Komitees verschiedener Ebenen zusammen.
Die einzelnen Kreise und Bezirke (市区 shìqū) der Stadtprovinz werden jeweils von einem Komitee verwaltet, das seine Direktiven von der zentralen Parteiführung bekommt. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Shanghais befinden sich die sogenannten Einwohnerkomitees (居民委员会 jūmín wěiyuánhuì).
Shanghai ist im Vergleich zu Peking seit vielen Jahren durch eine besonders liberale Politik geprägt. Nachdem die Stadt nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1949 von der politischen Führung in Peking lange Zeit vernachlässigt wurde, stiegen in den 1980er und 1990er Jahren viele Politiker Shanghais in höchste Partei- und Regierungsämter auf.
Dazu gehören der ehemalige Bürgermeister und spätere Staatspräsident Jiang Zemin, der während seiner Amtszeit (1985-1988) den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Stadt einleitete. Nach ihm kam Zhu Rongji, der nach seiner erfolgreichen Tätigkeit als Bürgermeister von Shanghai (1988-1991) zwischen 1998 und 2003 Ministerpräsident der Volksrepublik China war.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Shanghai
Städtepartnerschaften
Shanghai unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.
seit 1973: Yokohama, Japan
seit 1974: Osaka, Japan
seit 1979: Mailand, Italien
seit 1979: Rotterdam, Niederlande
seit 1979: San Francisco, USA
seit 1980: Zagreb, Kroatien
seit 1982: Hamhung, Nordkorea
seit 1984: Antwerpen, Belgien
seit 1985: Chicago, USA
seit 1984: Karatschi, Pakistan
seit 1985: Montreal, Kanada
seit 1986: Casablanca, Marokko |