Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Schamane

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf bitte mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Bild:Ru200107280198.jpg
Schamane während Zeremonie am Feuer bei Kysyl, Tuva, Russland
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/4/4f/Kyzyl_Shaman.jpg': No such file or directory.
Schamane in Kysyl
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/c/c2/Schamanin.jpg': No such file or directory.
Schamanin in La Paz (Bolivien)
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/c/c0/Shamans_Drum.jpg': No such file or directory.
Die Darstellung der tengristischen Drei-Welten-Kosmologie. Der senkrechte Pfeil symbolisiert den Weltenbaum der in der Mitte der Welt steht. Er verbindet Unterwelt, irdische Welt und Himmel miteinander. Diese Darstellung findet man auf Schamanentrommeln der Türken, Mongolen und Tungusen in Zentralasien und Sibirien

Ein Schamane ist ein Mensch, der im Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Phänomens des Schamanismus steht. Er verfügt über einen stark ausgeprägten Willen und emotionale Kräfte. Als Medizinmann oder Zauberer versetzt er sich in Trance und behauptet, dabei Kontakt mit einer postulierten Welt der Geister aufzunehmen, um Krankheiten zu heilen oder Seelen Verstorbener ins Jenseits zu begleiten. Er beansprucht dabei, zwischen diesen Welten vermitteln zu können und sein Wissen von übernatürlichen Kräften zu erhalten.

Das Wort Schamane stammt nach der Meinung der meisten Forscher aus dem Sanskrit, genauer gesagt dem tungusischen šaman (ša=wissen, šaman=der Wissende). Eine weitere Theorie stellt einen Bezug zum mandschurischen samarambi her, das „um sich schlagen oder sich empören” bedeutete.


Inhaltsverzeichnis

Verleihung der Schamanenschaft

Berufung

Die Berufung der Schamanen ist selten freiwillig. Die Weitergabe des Wissens geschieht entweder über direkte Vererbung an blutsverwandte Nachkommen oder indem sich der (Ahnen-) Geist sein neues Medium selbst aussucht, was dem alten Schamanen durch Omen mitgeteilt wird.

Beide Berufungsformen bestehen in schamanischen Kulturen oft nebeneinander. Kleinere Geburtsfehler wie organische Fehler, Linsentrübungen der Augen oder Verwachsungen treten bei dem zukünftigen Schamanen schon bei der Geburt auf. Im Verlauf der Kindheit sollen sich ihm "höherer Geistesmächte" offenbaren. Geister oder Ahnen erscheinen ihm im Traum und fordern ihn auf das Schamanenamt anzutreten. Ist das neue Medium auserwählt wird es wenige Jahre später, mit Eintritt der Pubertät, seine Lehre beginnen. Meistens jedoch schon früher.

Oft sträubt sich der Geist des erkorenen Mediums eine Zeit lang gegen den besitzergreifenden Geist. Dies wird durch die erste Schamanenkrankheit, die mit Magenbeschwerden, Atemnot, Kopfschmerzen und Alpträumen einhergeht, gebeugt (Asthma?) und er tritt nun freiwillig das Schamanenamt an.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden die Geister zu seinen Ratgebern. Sie beeinflussen sein späteres Verhalten, seine Lebensweise und sie lehren ihn die Fähigkeiten, die einen Schamanen ausmachen. Er erhält charakterspezifische Totems, die mit ihm in Kontakt treten wenn der Schamane sich in die Einsamkeit, auch die Innere, zurückzieht.

In der sibirischen Autonomen Republik Tuwa sind lediglich etwa 30 Schamanen von ihren Kollegen anerkannt [1]

Die Verwandlung

Ist die "Ausbildung der Totems" abgeschlossen, befällt den Schamanen die Initiationskrankheit, die auch als Prüfung ausgelegt wird. Sie dauert 3 bis 9 Tage, in denen der Befallene bewusstlos und leblos in die Unterwelt eingeht. Er erlebt seinen eigenen Tod, samt der Aufflösung seines Körpers, um mit der Gabe des Schamanisierens wieder aufzuerstehen. Nur so bekommt er die Macht Andere zu heilen. Ein "avamsamojedischer" Schamane bezeichnete die Initiationskrankheit als Ausbildung, in der das Heilen und Schamanisieren gelehrt wird. Dieses bedeutet so viel wie: "Im Einklang mit der Natur heilen". Die Initiationskrankheit folg einem Schema, welches bei den meisten Naturvölkern zu finden ist:

  1. ritueller Tod durch einen Geist/Phänomen während des Abstiegs in die Unterwelt. Hierauf folgt der Aufstieg in den Himmel.
  2. die Auferstehung zum geweihten Menschen durch die die Kommunikation mit der geistigen Welt möglich wird.

In vielen Völkern ist die Initiationskrankheit auch als "Berufung" bekannt, welches durch Nachforschungen bewiesen wurde. Manche Initationsriten geben es vor, dass der werdende Schamane sich einen Meister sucht und bei ihm 3 bis 5 Jahre in die Lehre geht. Dieser alte, erfahrene Schamane, nimmt die junge Seele des Lehrlings mit auf eine Trance-Reise. Sie besteigen einen Berg von dem der Weg mit den vielen Irrwegen zu erkennen ist. Er wird als halb Mensch, halb Geist bezeichnet. Von den Geistern bekommt er meist zwei Gaben:

  1. das Verwandeln in eine Tiergestalt.
  2. das kontaktieren mit den Geistern ohne in Trance zu schweben.

Die Gaben könne ihm wieder entzogen werden, missachtet er Riten, bricht "Tabus" oder nimmt Warnungen der Geister nicht wahr. Die Ausbildung des Schamanen ist somit sehr komplex.

Aufgaben des Schamanen

Die Aufgaben des Schamanen umfassen u.a. Krankenheilung, Geleit verstorbener Seelen ins Totenreich, Zurückholen verlorener Seelen, Abwehr böser Geister, Wettervorhersage und -beeinflussung, Finden von Jagdwild, Weissagung, (Prophetie), Traumdeutung, soziale Regulierung und den Umgang mit geistig gestörten Menschen. Des Weiteren fungiert der Schamane ebenfalls als Lehrer in einigen Lebensbereichen, die das soziale Umfeld direkt betreffen.

Der Schamane ist gleichzeitig auch Vermittler zwischen guten und bösen Energien. Ein Schamane redet mitnichten mit dämonischen Kräften, dennoch ist er in die Lage versetzt, ihnen Einhalt zu gebieten oder sie gar wieder in ihre Welt zurückzuschaffen. Liebes- und Schadenszauber (Flüche) fallen nicht in seinen Aufgabenbereich, da er dies als unethisches Brauchtum ansieht.

Daneben fungiert er als Leiter von Opferzeremonien zur Besänftigung der Geister, als Psychologe und Wahrsager. Er stellt meist den Pfeiler einer Gemeinschaft da, weil er als Erzähler, Sänger und Dichter von Mythen und Geschichten, die Rolle des Bewahrers von Frieden darstellt.

Arbeitsweise des Schamanen

Dem Schamanen stehen meist ein oder mehrere Hilfsgeister bei, die gemäß dem Jagdumfeld dieser Völker häufig in Tiergestalt auftreten. Insbesondere bei indianischen Kulturen finden sich aber auch eine Fülle von Hilfsgeistern pflanzlicher Natur. Der Schamane selbst gibt sich während des Rituals häufig eine Tiergestalt, legt sich Felle um und setzt Masken auf. Er arbeitet mit Amuletten und rituellen Musikinstrumenten, meist Trommeln oder Rasseln.

Auch wenn schamanische Techniken beim Beobachter oder beim Hilfesuchenden den Eindruck erwecken, der Schamane sei im Besitz übernatürlicher Eigenschaften, betonen vor allem Vertreter des Neoschamanismus, das Ziel Schamanischer Techniken, das Erreichen der Trance, sei eine naturgegebene Fähigkeit des Menschen, welche nur in der modernen Gesellschaft an Bedeutung verloren habe.

Die Trance als Arbeitsweise des Schamanen

Das Bewusstsein eines Schamanen besteht aus dem Wachbewusstsein und dem kontrollierten Trancezustand. Die Trance wird heutzutage als höherer Bewusstseinszustand beschrieben, der durch monotones Trommeln und das Geräusch von Rasseln herbeigeführt wird. Obwohl jede andere monotone Geräuschquelle genauso wirksam ist.

Genutzt wird der Zustand des in Trance gefallenen Schamanen, um Hindernisse zu überwinden und Seelen in die Unterwelt zu geleiten. Laut neurospychologischer Forschung treten in Trance visionäre Bilder auf. Deren Inhalt jeweils nach Kultur variieren können. Der kulturelle Einfluss kann den Charakter der Bilder beeinflussen.

Es gibt drei Stadien der Trance: Im ersten Stadium treten geometrische Formen, Kreise oder Kurven in leuchtenden Farben auf, die sich wirbelnd bewegen. Im zweiten Stadium wird diesen Formen eine gefühlsmäßige und religiöse Bedeutung beibemessen. Im dritten Stadium wird der Schamane in eine Art Tunnel oder Strudel hineingezogen an deren Ende das "helle Licht" der geistigen Welt wartet.

Dort erlebt der Schamane besonders eindrückliche Bilder, in denen der in Trance schwebende Schamane in Tiergestalt auftritt. Der sich in einem höheren Bewusstseinszustand befindende Schamane vermittelt in der Gestalt eines Tieres zwischen den sich streitenden Parteien.

Doch diese Gabe besitzen heutzutage nur noch sehr wenige Menschen, so dass sie meist als göttliche Kraft bezeichnet wird.

Siehe auch

Schamanismus, Tolteken, Heiler, Schamanische Technik, alternative Medizin


Weblinks

Quellen

  1. Tuvan Shamans Come into Internet

Literatur

Als klassische Studien dieses Phänomens gelten:

  • Mircea Eliade: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik, Suhrkamp 2001, ISBN 3-51827726-X
  • Hans Findeisen: Schamanentum, Stuttgart 1957
  • Michael Harner: Der Weg des Schamanen, München 1999
  • Paul Uccusic: Der Schamane in uns. Schamanismus als neue Selbsterfahrung, Hilfe und Heilung. 1993

Einen zeitgemäßen, praktischen schamanischen Ansatz in der Arbeit mit jungen Menschen beschreiben:

  • Shanti UWAK Petschel, Reifeprüfung Wildnis, endlich erwachsen werden,Arun Verlag, ISBN 3-935581-64-5
  • Steven Foster u. Meredith Little in Visionssuche das Raunen des Heiligen Flusses, Arun Verlag, ISBN 3-935581-09-2
  • Piers Vitebsky: Schamanismus Reisen der Seele, magische Kräfte, Ekstase und Heilung. Band: Glaube und Rituale. 2001 Taschen GmbH
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Schamane, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge