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Schüttelreim

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Der Schüttelreim ist eine Reimform, bei der die Anfangskonsonanten der letzten beiden betonten Silben miteinander vertauscht werden. Er stellt somit eine Sonderform des Doppelreims dar (die letzten beiden betonten Silben jeder Zeile reimen sich).

Schüttelreime sind seit dem 13. Jahrhundert bekannt und waren damals noch eine ernstzunehmende Gedichtform. Seit dem 19. Jahrhundert werden Schüttelreime hauptsächlich für vergnügliche Zweizeiler verwendet, oft mit anzüglichem Inhalt.

Es gibt ganze Bücher in Schüttelreimform, z. B. Versionen von GoethesFaust“ oder einen Opernführer. Bekannte Schüttelreimer sind zum Beispiel Franz Mittler, Anton Kippenberg (Benno Papentrigk), Clemens Plassmann (C. Palm-Nesselmann), Emil Harms-Kotusov, Walter Bernays, Günter Nehm, Miguel Herz-Kestranek.

Beispiel

Es klapperte die Klapperschlang',
bis ihre Klapper schlapper klang.
(Heinz Erhardt)

Wenn, wie in diesen Fällen, nur die Buchstaben (Grapheme) getauscht wurden, handelt es sich zudem auch um Anagramme. Zumeist jedoch beschränkt sich der Schüttelreim auf den Klang (Phoneme):

Ist sich Henscheid
Freind von Scheenheit.
(Robert Gernhardt)

Weil die beiden Moppel dort,
gar so gräßlich zwiegesungen,
hat durch einen Doppelmord
man zum Schweigen sie gezwungen.

Es graust vor nichts dem Bademeister,
in die dickste Made beißt er.

Eine weitere Steigerung erfährt der Schüttelreim, wenn neben den Konsonanten auch noch die Vokale der letzten beiden Silben getauscht werden. Zum Beispiel:

Ein Auto fuhr durch Gossensaß,
Und kam in eine Soßengass,
So dass die ganze Gassensoß
Sich über die Insassen goss.

(aus: Wendelin Überzwerch (Hrsg.) "Aus dem Ärmel geschüttelt", Deutscher Bücherbund, o.J.)

Literatur

Weblinks

Wikipedia
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