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Schülerverbindung

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Die Chargierten der österreichischen Schülerverbindung K.Ö.St.V. Tauriskia Villach im MKV

Eine Schülerverbindung, auch Schülerkorporation, Pennälerverbindung, Absolventenverbindung oder Gymnasialverbindung, ist eine Vereinigung von Schülern und ehemaligen Schülern einer Schule, die sich in Organisationsform, Gebräuchen und Abzeichen an den Studentenverbindungen des deutschen Sprachraums orientiert.

Schülerverbindungen existieren in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Flandern, Italien sowie in Ungarn und Rumänien. Die Hochburgen des Schülerverbindungswesens in Deutschland liegen in Franken und Baden, aber auch in Niedersachsen gibt es vereinzelt Schülerverbindungen, so in Oldenburg, Hannover und Wolfenbüttel.

Die Typbezeichnungen ist meist Schülerverbindung, seltener Pennalverbindung oder Pennälerverbindung. Schülerverbindungen in Deutschland sind, ähnlich wie Studentenverbindungen, typischerweise liberal-konservativ, in Österreich typischerweise sehr konservativ. In der Schweiz sind Schülerverbindungen meist frei von politischen und konfessionellen Attributen.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Typische Eigennamen von Schülerverbindungen in Deutschland sind Abituria oder Absolvia. Abiturien sind Gymnasialverbindungen, Absolvien waren zumindest ursprünglich Realschulverbindungen, heute aber hauptsächlich auch Gymnasialverbindungen. Im übrigen tragen Schülerverbindungen meist latinisierte Eigennamen wie studentische Verbindungen. Die älteste durchgehend existente Deutsche Schülerverbindung ist die Absolvia Bayreuth von 1833 im FAC; die älteste Schülerverbindung überhaupt, die heute noch existiert, aber im Laufe der Geschichte aufgelöst und wiedergegründet wurde, ist die PV! Markomannia 1824 zu Rastatt .

Schülerverbindungen waren bis ins 20. Jahrhundert hinein fast überall im deutschen Sprachraum verboten. Viele Schülerverbindungen waren daher als normale Vereine getarnt, beispielsweise als Kegelklubs, manche tragen solche Bezeichnungen heute noch als Typbezeichnung. Wegen des Verbots hatten in Schülerverbindungen Biernamen einen wichtigen Stellenwert und gehören auch heute noch zum typischen Brauchtum von Schülerverbindungen.

Österreich

In Österreich ist es üblich, dass sich Schülerverbindungen an bestimmte Arten von Hochschulverbindungen anlehnen und deren Bezeichnungen verwenden, allerdings mit dem Zusatz Pennal. So gibt es Pennale Corps oder Pennale Burschenschaften (siehe auch: Corps, Burschenschaft). Die Hochschulverbindungen in Österreich setzen daher vor ihre Bezeichnung üblicherweise das Adjektiv Akademisch, um sich hiervon abzugrenzen (Akademisches Corps, Akademische Burschenschaft).

In Österreich gibt es den MKV, den Mittelschüler-Kartell-Verband, der nichtschlagenden katholischen Mittelschüler und den schlagenden ÖPR, den Österreichischen-Pennäler-Ring, sowie neuerdings mit dem SCPL einen nichtschlagenden katholischen, mit dem KÖL kooperierenden Verband.

Schweiz

In der Schweiz gibt es einige Schülerverbindungen. Teilweise sind sie historisch zusammen mit den Hochschulverbindungen entstanden. Früher waren diese teilweise sogar in den Hochschulverbindungen intergriert, so hatten oder haben heute noch die Hochschulverbindung Helvetia wie auch die Zofingia ihre Ableger an Gymnasien. Diese wurden dann mal verboten, wurden jedoch in den 50er Jahren des letzen Jahrhunderts wieder zugelassen. Heute gibt es noch Mittelschulverbindungen in Aarau, Frauenfeld, Schaffhausen, Solothurn, Burgdorf, Winterthur und weiteren Städten. Ebenso gibt es Verbindungen an Internatsschulen wie Schiers, Engelberg, Einsiedeln etc. Mittlerweile gibt es in Universitätsstädten in der Regel keine Schülerverbindungen mehr. Analog gibt es auch Organisationen an anderen Schulen, die nicht Gymnasien sind, diese sind jedoch meist neueren Datums.

Berühmte Mitglieder

Berühmte Mitglieder von Schülerverbindungen sind "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Reichskanzler Otto von Bismarck, die Komponisten Robert Schumann und Richard Wagner, der expressionistische Lyriker Georg Heym, selbst Karl Marx war Mitglied einer Burschenschaft, der Kommunist und "rasende Reporter" Egon Erwin Kisch, der Schriftsteller Ludwig Thoma, der von der RAF ermordete ehemalige BDI- und BDA Präsident Hanns Martin Schleyer, der Theologe und "Vater der Bekennenden Kirche" Karl Barth, der "Vater des Wirtschaftswunders" Ludwig Erhard, der Gründer der "Luisenburg-Festspiele" zu Wunsiedel Prof. Ludwig Hacker und der Dirigent Herbert von Karajan, der Maler Alberto Giacometti, der Nobelpreisträger Paul Karrer, der erste Bundespräsident Theodor Heuss.

Verbände

Literatur

  • Edwin A. Biedermann, "Logen, Clubs und Bruderschaften", Droste-Verlag, 2004, ISBN 3-7700-1184-8, 350 Seiten,
  • Heinrich Spoerl, Die Feuerzangenbowle.
  • Waas, Die Pennalie.

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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