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Saufeder
Aus Kefk.
Eine Saufeder ist ein kurzer Spieß, der heute nur noch zum Töten eines angeschossenen Wildschweines dient. Früher wurde er zum Erlegen des Wildschweines benutzt. Der ca. 2 m lange Schaft ist oft mit Lederriemen umwickelt, um die Griffigkeit zu erhöhen. Teilweise wird auch nur die eiserne Spitze als Saufeder bezeichnet, der ganze Spieß als Ger.
Die Spitze eines traditionellen Sauspießes ist immer kräftig, breit ausgearbeitet, stabil mit dem ebenfalls kräftigen Schaft verbunden und wird fast immer mit einer Tülle (Parierstange) abgeschlossen. Ein ausgewachsenes Wildschwein ist sehr stark und aggressiv. Es kann schwerste Verletzungen hervorrufen, ja leicht einen Menschen töten. Der Angriff wird gestartet ab einer Entfernung von ca. 10 Schritt. Keiler (männliche Tiere) reißen dabei mit ihren Hauern die Beine auf, wobei durch Zerfetzen von Schlagadern der Tod meist innerhalb von zwei Minuten eintritt. Bachen, also weibliche Tiere, beißen und lassen nicht ab, bis der Jäger tot ist. Die breite Spitze sollte daher massive Verletzungen beibringen. Die Tülle sollte verhindern, dass der Spieß zu tief eindringt und so das Schwein zu nahe an den Jäger herankommt. Als Schaft wurde, um ein Brechen unwahrscheinlich zu machen, meist kein geschnittenes Holz, sondern ein speziell ausgewähltes Stämmchen verwendet. Meist wurde das sehr stabile Eschenholz verwendet. Gezielt mit der Saufeder wurde auf das Herz des Tieres.
Es galt daher durchaus als königliche Mutprobe, sich nur mit der Saufeder auf Wildschweinjagd zu begeben. Die erfolgreiche Jagd Karls des Großen auf einen Keiler wird dementsprechend auch in der St. Galler Handschrift Carolus Magnus et Papa Leo aus dem Jahre 799 gewürdigt.
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Heutige Verwendung
Die Saufeder wird heute nur noch in seltenen Sonderfällen verwendet, weil der Umgang damit große Erfahrung und viel Geschick erfordert. Das Töten eines Wildschweines mit der Saufeder hat gegenüber einem Fangschuss den Vorteil, dass Hunde, die das Schwein halten, nicht gefährdet werden.
Eine weitere Verwendung fand die Saufeder als Verteidigungswaffe für Treiber. Man stemmte das (oft metallverstärkte) Ende in den Boden und ließ das angreifende Wildschwein auflaufen.
Hinweis: Das hier beschriebene „Auflaufenlassen“ darf man nur bei nicht zu starkem Schwarzwild praktizieren. Schon bei Forstmeister Frevert ist zu lesen: "Ich fordere jedenfalls alle diejenigen... auf, zu mir ... zu kommen, um in meinem Hatzgatter, nur mit der Saufeder bewaffnet, einen vier- oder fünfjährigen Keiler abzufangen. Ich werde aber von jedem vorher eine Erklärung unterschreiben lassen, dass er auf eigene Gefahr in dieses Abenteuer geht... Sanitätswagen wird von mir bereitgestellt." Soweit vertretbar ist der Fangschuss immer vorzuziehen !
Die Saufeder ist in Deutschland nicht mehr zur Jagd, sondern nur noch zum Abfangen angeschossenen Wildes zulässig.
Wappen
Eine Saufeder ist Bestandteil des Wappens der Gemeinde Schretstaken, Kreis Herzogtum Lauenburg.
In der Schweiz ist eine Saufeder Hauptbestandteil des Wappen "Rych" der Burg Reichenstein ob Arlesheim. [1]
Eine Saufeder im Gemeindewappen führt auch der Orte Leymene (nämlich die der Reich von Reichenstein),
Auch der mittelfränkische Ort Hemhofen führt im linken Obereck in rotem Schild eine Saufeder.
Pigsticking
Bei den Briten wurde die Jagd auf Wildschweine mit Lanzen vom Pferd aus betrieben. Siehe auch [2]. Diese Form der Jagd wird heute noch in Andalusien ausgeübt. [3]
Trivia
August der Starke erlegte über 100 Wildschweine mit der Saufeder. [4]
Siehe auch:
Weblinks
http://www.dhm.de/magazine/jagdwaffen/content.php?c=3
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