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Sauce

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Sauce oder Soße, österreichisch auch Soß, (von französisch sauce, „Tunke“, „Brühe“; aus lateinisch salsa, „gesalzene Brühe“) ist eine flüssig bis sämig gebundene, würzende Beigabe zu verschiedenen Warm- und Kaltspeisen, Salaten und Desserts.

Die klassische Küchenlehre bildet einen modularen Aufbau der Saucen heraus. Saucen sind damit nicht immer eigenständig, sondern werden im „Baukastenprinzip“ aus Grundzutaten zusammengesetzt. Um einer dadurch gewonnenen Sauce eine festere Konsistenz zu geben, wird diese zum Beispiel mit Mehl oder Mehlschwitze gebunden. Das Ausbilden von „cremigeren“ Konsistenzen beruht auf der Erhöhung der Viskosität, also dem Fließverhalten (siehe dazu auch Rheologie). Die dahingehende Wirkung des Mehles liegt in ihrem Gehalt an Stärke begründet, welche durch ihr Quell- und Lösungsverhalten letztlich ein Gel ausbilden kann.

Die Fonds als Basis werden zu Grundsaucen, Grundsaucen werden mit verschiedenen Gewürzen und Zutaten zu den Zusammengesetzten Saucen abgewandelt. Daneben gibt es eigenständige Saucenrezepturen (hier: vielzählige Vertreter in den sog. Englischen Saucen), die nicht abgeleitet oder als Derivat erscheinen. Die geschmackliche Vielfalt der Saucen kennt keine definierten Grenzen; die jeweiligen Gewürzbeigaben und Zutaten definieren eine Sauce in ihrem geschmacklichen Charakter vor, der Koch gibt ihr die individuelle Note und den Feinschliff. Eine Einteilung (siehe auch „Guide Culinaire“ von Auguste Escoffier) der Saucen lässt sich wie folgt vornehmen:

Inhaltsverzeichnis

Fonds

Fonds bilden die geschmackliche Basis für die Grundsaucen, oft auch die Grundlage für Garprozesse. Sie werden aus dem gekochten Aufguss von ausgebeinten Knochen, Grätenkarkassen, Gemüse u.v.a. gezogen, gereinigt und dezent gewürzt. Die bekanntesten Vertreter der Fonds sind:

  • Fleischbrühen
  • brauner Fonds
  • weißer Fonds
  • Geflügelfond
  • brauner Kalbsfond oder Kalbs-Jus
  • Wild-Fonds
  • Fischfond oder Fumet
  • Fischfond mit Rotwein
  • Fischessenz
  • Essenzen generell
  • Glace - eine Glace ist ein Fonds-Extrakt durch Einkochen und Verdicken

Grundsaucen

Grundsaucen dienen als Basis für viele der feineren Saucen:

  • Sauce espagnole (Spanische Sauce; auch als braune Grundsauce bezeichnet)
  • Jus de Veau lie (gebundener Kalbsjus)
  • Velouté (Samtsauce; auch als weiße Grundsauce bezeichnet): mit heller Roux gebundener Fond
    • Velouté de veau (weiße Kalbsgrundsauce): Unterart der Velouté; mit heller Roux gebundener Kalbsfond
      • Sauce allemande (Deutsche Sauce): Abwandlung der Velouté de Veau
    • Velouté de volaille (weiße Geflügelgrundsauce): Unterart der Velouté; mit heller Roux gebundener Geflügelfond
      • Sauce suprême (Geflügelrahmsauce): Abwandlung der Velouté de Volaille
    • Velouté de poisson (weiße Fischgrundsauce): Unterart der Velouté; mit heller Roux gebundener Fischfond
    • Sauce Béchamel (Milchrahmsauce): Verwandte der Velouté; mit heller Roux gebundene Milch (bzw. Milch-Fond-Gemisch)
  • Sauce hollandaise (Holländische Sauce) bzw. Sauce béarnaise (Béarner Sauce): im warmen Wasserbad aufgeschlagene Emulsion aus Eigelb und flüssiger, geklärter Butter
  • Tomatensauce (Bestandteil von z.B. *Ragù alla bolognese)

Zusammengesetzte Saucen

Bild:Sauce boat.jpg
Saucen werden bei Tisch oft in einer Saucenschüssel serviert.

Zusammengesetzte Soßen basieren meist auf den Grundsaucen: Braune zusammengesetzte Saucen auf den braunen Grundsaucen, weiße Saucen analog auf den weißen Grundsaucen.

Braune Saucen

Weiße Saucen

Warme Englische Saucen

  • Preiselbeersauce
  • englische Buttersauce
  • Brotsauce
  • englische Hummersauce

Kalte Saucen

Die kalten Saucen findet man oft an kalten Buffets, wo sie als Beigabe eine geschmackliche Nuancierung der Speisen bewirken sollen.

Kalte Englische Saucen

  • Cumberland Sauce - durch Johannisbeergelee herb-süß und somit sehr delikat zu Wild und Pasteten
  • Chutneys - z.B. Mango Chutney (ursprünglich aus Indien; von hind. chatni = "Würzmarmelade")
  • sämtliche Relishes - für authentische Sandwiches unerlässlich: Gurkenrelish

Buttermischungen

Buttermischungen finden sich oft als Saucenersatz zu Fischgerichten

  • Nußbutter
  • braune Butter
  • geklärte Butter

Salatsaucen (Dressings)

Beizen, Laken

  • Salzlake
  • Wildbeize - meistens Rotwein und/oder Essig, um das Fleisch zarter zu machen
  • Dill-Zitronen-Beize - für den berühmten Gravlaks

Dessertsaucen

Als Dessertsaucen werden kalte und warme, meist süße Saucen bezeichnet, die zu Süßspeisen, wie Pudding, Flammeri, Mehlspeisen, süßen Aufläufen, pochierten Früchten oder roter Grütze, serviert werden.

Für die Zubereitung von Dessertsaucen gibt es verschiedene Grundrezepte:

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