Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Sattelstütze
Aus Kefk.
Die Sattelstütze ist beim Fahrrad oder Mofa ein Rohr aus Stahl, Aluminium oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, das mit einem Klemmmechanismus den Sattel hält und zur Höhenverstellung des Sattels dient.
Inhaltsverzeichnis |
Fixierung
Zum Fixieren der Sattelstütze im Sitzrohr des Rahmens wird ein verschraubbare Klemme, eine Schraube oder ein Schnellspanner verwendet. Letzterer hat den vermeintlichen Vorteil, dass der Sattel mit Sattelstütze bei unterschiedlichen Anforderungen schnell in der Höhe verändert werden kann. Dies gilt aber nur kleinere Anwendungsbereiche bei Mieträdern oder im Radsport. Hauptproblem für die große Mehrheit der Fahrradfahrer im Alltag und in der Freizeit ist das sehr hohe Diebstahlsrisiko, weshalb schon beim Kauf eines neuen Fahrrades auf einen Schnellspanner für die Sattelstütze verzichtet werden sollte.
Sattelstange
Die Sattelstütze wird gelegentlich auch als Sattelstange bezeichnet. Diese Bezeichnung ist nicht korrekt, da als 'Stangen' - wenn überhaupt - nur die Rahmenrohre eines Fahrrades bezeichnet werden.
Sattelkerze
Eine Sattelkerze ist ein Stück Rohr aus Stahl oder Aluminium mit einer oberen Standardverjüngung von 22 mm zur Aufnahme des Sattelklobens. Diese Verjüngung kann mit fatalen Folgen abbrechen, wenn die Blechkante des Klobens sich durch wiederholte Drehbewegung in das Material schneidet. Sattelkerzen sind in etlichen Längen und Durchmessern erhältlich.
Patentsattelstützen
Patentsattelstützen haben gelegentlich eine ovale oder Tropfenform. Diese wurde Anfang der 90er Jahre mit der Begründung des geringeren Luftwiderstandes eingeführt. Die Wirkung ist umstritten, da diese Sattelstützen meist etwas schwerer sind als vergleichbare runde Exemplare. Das Besondere an Patentsattelstützen ist die Integration des Sattelklemmmechanismus in die Sattelstütze, welche meist besser funktioniert als bei Sattelkerzen.
Es existieren Versionen mit einer oder zwei Klemmschrauben. Erstere lassen den Sattel einfacher montieren, zweitere sind im Fall eines Schraubenbruchs sicherer. Diese Schraube kann mit fatalen Folgen für die Fahrradsicherheit brechen, weil sie sich mit dem Sattel hin und her bewegt, wenn sie nicht festgezogen ist. Für die Montage mancher Kernledersättel von Brooks (z. B. Modell B66) sind aufgrund des doppelten Stahlgestänges Adapter und längere Schrauben erforderlich.
Gefederte Sattelstützen
Gefederte Sattelstützen können als Alternative zu einem Fahrrad mit Hinterradfederung dienen. Sie haben gegenüber einem gefederten Rahmen den Nachteil, dass sich der Abstand vom Pedal zum Sattel verändert. Zudem ist die ungefederte Masse größer, was zu einem schlechteren Ansprechverhalten führt. Gefederte Sattelstützen sind (zumindest im Bereich der wirklich wirkungsvollen Konstruktionen) technisch aufwendige Konstruktionen, da die Krafteinwirkung nicht in Federrichtung erfolgt und so eine hohe Präzision in der Fertigung sowie anhaltende gute Schmierung erforderlich ist. Vergleichsweise billige gefederte Stützen sind nur an Rädern sinnvoll, auf denen der Fahrer mit nahezu senkrechtem Oberkörper fährt. Nachteil bei allen Federungen sind neben der hohen Bruchgefahr der zusätzliche Energieeintrag in die Federung selbst, der bis zu 20 Prozent der vom Fahrer auf das Pedal gebrachten Kraft entsprechen kann. Das massive Stützenoberteil kann mit mit fatalen Folgen brechen, weil die Tretbewegung eine Drehbewegung erzeugt und das natürliche Lagerspiel dabei einen Anschlag hervorruft, der die Materialermüdung bewirkt.
Sonderformen
Radballräder haben eine spezielle, horizontale Sattelstütze.
Probleme mit der Sattelstütze
Stahlrahmen mit Schraubenösen
Bei preiswerten Rädern wird die Sattelstütze mit einer normalen Stahlschraube gesichert, die sich in einer Nut festhält. Ist diese Nut abgenutzt oder wurde die Schraube zu stark angezogen, wird sie krumm und hält nicht mehr, man kann die Stütze nicht mehr richtig fixieren. Abhilfe schafft eventuell eine neue Schraube, meist muss eine Doppel-Inbusschraube (teuer) herhalten, um die Sattelstütze sicher befestigen zu können. Auch ein vorsichtiges Aufreiben mit einer verstellbaren Reibahle kann Abhilfe schaffen - diese ist sehr genau und vorsichtig anzusetzen! Einschiebbare Klemmhülsen stellen eine weitere Notlösung dar.
Patentstützen in Tropfenform
Diese neigen zum Bruch im Kopf, sie brechen ohne Vorwarnung und dieser Bruch ist nicht reparabel. Bei schweren Fahrern, Bahnrädern oder Reiserädern kann man einen von Segelbooten bekannten Wantenspanner benutzen um ihn (in umgekehrter Funktionsweise) unter die Nase des Sattels zu montieren. Das andere Ende des Wantenspanners fasst in diesem Fall das Oberrohr des Rahmens und verhindert einen Bruch der Sattelstütze aufgrund der doppelten Kraftverteilung.
Literatur
- Hans-Christian Smolik, Stefan Etzel: Das große Fahrradlexikon, ISBN 3870731273
