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Sasha Waltz

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Sasha Waltz (* 8. März 1963 in Karlsruhe) ist eine deutsche Choreografin, Tänzerin und Leiterin eines Tanzensembles.

Inhaltsverzeichnis

Vita

Sasha Waltz zählt zu den bedeutendsten internationalen Choreographen der Gegenwart. Die Tochter eines Architekten und einer Galeristin bekam mit fünf Jahren ihren ersten Tanzunterricht bei der Mary Wigman-Schülerin Waltraud Kornhaas in Karlsruhe. Von 1983 bis 1986 studierte sie an der School For New Dance Development [1] in Amsterdam.

Daran schloß sich eine Weiterbildung in New York von 1986 bis 1987 an. Dort war sie als Tänzerin in den Compagnien von Pooh Kaye, Yoshiko Chuma & School Of Hard Knocks sowie Lisa Kraus & Dancers engagiert. Es folgte eine intensive Zusammenarbeit mit Choreographen, Bildenden Künstlern und Musikern wie Tristan Honsinger, Frans Poelstra, Mark Tompkins, David Zambrano u.v.a.

Von 1992 an war sie artist in residence im Künstlerhaus Bethanien. Hier entwickelte sie ihre Reihe "Dialoge" von interdisziplinären Projekten mit Tänzern, Musikern und Bildenden Künstlern. Die Gründung der Compagnie Sasha Waltz & Guests erfolgte gemeinsam mit Jochen Sandig im Jahre 1993. Im Laufe der folgenden drei Jahre entstand die "Travelogue-Trilogie".

Gemeinsam mit Jochen Sandig, gründete sie 1996 die Sophiensæle in Berlin-Mitte, die sich seither zu einer der wichtigsten Produktionsstätten für freies Theater und Tanz in Deutschland entwickelte. Hier entstanden "Allee der Kosmonauten" (1996), "Zweiland" (1997) und "Na Zemlje" (1998).

1999 übernahm sie die Künstlerische Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, gemeinsam mit Thomas Ostermeier, Jens Hillje und Jochen Sandig. Sie eröffnete die Schaubühne unter neuer Leitung mit der Uraufführung von "Körper" (2000). Die Produktion wurde zum Theatertreffen eingeladen. Es folgten "S" (2000), "noBody" (2002), "insideout" (2003) und "Impromptus" (2004).

Nach Ablauf des fünfjährigen Vertrags machte sie sich ab 2004/05 wieder selbständig und reaktivierte Sasha Waltz & Guests als international aktives Kulturunternehmen mit 25 festen und über 40 freien Mitarbeitern mit Sitz in Berlin. "Dido & Aeneas" von Henry Purcell in Koproduktion mit der Akademie für Alte Musik feierte 2005 in Luxemburg Premiere und entwickelte sich zu einer der international erfolgreichsten Opernproduktionen mit bisher über 50 Vorstellungen in 15 Ländern.

Sasha Waltz ist seit 2007 Vorstand der gemeinnützigen „Radial Stiftung“ für das integrierte Radialsystem V - New Space for the Arts in Berlin.[2] Die Initiative zu diesem Kunstzentrum geht auf ihren Partner Jochen Sandig und Folkert Uhde zurück, die auch die geschäftsführenden Gesellschafter und Künstlerischen Leiter sind.[3] Es ist privatwirtschaftlich als GmbH organisiert und liegt zwischen Berlin-Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg nahe des Ostbahnhofs am Ufer der Spree. Das ehemalige, sanierte Pumpwerk ist die optimale Produktions- und Spielstätte für Sasha Waltz und eine Vielzahl internationaler Künstler.[2]

Sasha Waltz & Guests wird vom Land Berlin mit einem eigenen Haushaltstitel institutionell gefördert, erwirtschaftet jedoch über einen Drittel seines Etats selbst durch Gastspiele und Koproduktionen. [4]

Mit dem „Solo für Vladimir Malakhov stellten die beiden Künstler am 20. April 2006 im Haus der Kulturen der Welt ihr erstes gemeinsames Projekt auf dem Deutschen Tanzkongress in Berlin vor.

Ihre aktuelle Produktion "Medea" auf Grundlage der Oper "medeamaterial" von Pascal Dusapin / Heiner Müller wird am 23. Mai 2007 im Grand Theatre de la Ville de Luxembourg uraufgeführt.

Am 5. Oktober 2007 wird ihre Choreographie "Romeo & Juliette" von Hector Berlioz an der Opéra de Bastille, Paris uraufgeführt.

Sasha Waltz und Jochen Sandig haben einen Sohn László (* 5. August 1997) und eine Tochter Sophia (*27. Dezember 2002).

Werke

  • Uraufführung „Twenty To Eight“ im Grand Theatre Groningen. (Erster Teil der „Travelogue-Trilogie“)
  • 1994: Uraufführung „Tears Break Fast“ im Podewil, Berlin. (Zweiter Teil der „Travelogue-Trilogie“). Preis für Twenty To Eight beim Internationalen Choreographen-Wettbewerb im niederländischen Groningen. Kritikerpreis der Berliner Zeitung.
  • 1995: Uraufführung „All Ways Six Steps“ im Theater am Halleschen Ufer,[5] Berlin. (Dritter Teil der „Travelogue-Trilogie“). Tournee durch Nordamerika mit Unterstützung des Goethe-Institutes. Zahlreiche weitere Gastspiele der Travelogue-Trilogie u.a. in Amsterdam, Barcelona, Basel, Budapest, Kopenhagen, London, Moskau, München, Nancy, Prag, Paris, Utrecht und Zürich.
  • 1996: Uraufführung „Allee der Kosmonauten“ in den Sophiensælen. Zahlreiche Gastspiele mit Allee der Kosmonauten. Mit diesem Stück gilt sie als die wichtigste Erneuerin des Tanztheaters seit Pina Bausch.
  • 1997: Einladung von „Allee der Kosmonauten“ zum 34. Berliner Theatertreffen Berlin. Offizieller deutscher Beitrag beim Theater der Nationen in Seoul, Südkorea. Uraufführung von „Zweiland“ in den Sophiensaelen im Rahmen der 48. Berliner Festspiele.
  • 1998: Uraufführung der deutsch-russischen Koproduktion „Na Zemlje“ ("Auf Erde") in den Sophiensaelen.
    Verfilmung von Allee der Kosmonauten in Zusammenarbeit mit Fernsehsendern ARTE/ZDF 1998 unter der Leitung von Sasha Waltz.
  • 1999: Einmonatige Indientournee mit Allee der Kosmonauten auf Einladung des Goethe-Institutes. Uraufführung „Dialoge ‘99/I“ in den Sophiensaelen. Uraufführung „Dialoge ‘99/II“ im Jüdischen Museum, Berlin.
  • 2000: Uraufführung von „Körper“ in der Schaubühne am Lehniner Platz. Einladung zum 37. Berliner Theatertreffen, Grimme-Preis für „Allee der Kosmonauten“. Kritikerpreis des Verbandes Deutscher Kritiker.
  • 2001: folgte die Uraufführung von „S“ an der Schaubühne am Lehniner Platz.
  • Das Projekt „17-25/4“ eignete sich die Kataster-Grundstücksnummer der Schaubühne an, einem Rundbau von Erich Mendelsohn. Umbauten innerhalb des Theaters wurden für ein Stück ausgenutzt, das zum großen Teil das Gebäude ringsum und die Dächer bespielte. Im Finale nutzte Waltz die Leere einer entkernten Bühne für maximal raumgreifende Tanztableaus in der Horizontalen und mit Leitern bis zur Decke in der Vertikalen.
  • 2002: Uraufführung von „noBody“ (23. Februar 2002) in der Schaubühne am Lehniner Platz in Koproduktion mit dem Festival d'Avignon. Adaption für den Cour d'honneur des Papstpalastes in Avignon, 19. – 29. Juli 2002
  • 2003: Entwicklung des Projekts „insideout“ [6] für Graz Kulturhauptstadt 2003,[7] Premiere 19. September 2003 in Graz, 10. Oktober 2003 in Berlin
  • 2004/2005: das Opern-Projekt »Dido & Æneas« nach der Musik und Motiven von Henry Purcell
  • 2005: Uraufführung von „Gezeiten“ an der Schaubühne am Lehniner Platz, 19. November 2005
  • 2006: „Solo für Vladimir Malakhov“ im Haus der Kulturen der Welt, 20. April 2006
    „Dialoge 06 - Radiale Systeme“ im Kustzentrum Radialsystem, 14. September 2006

Quellen

  1. the.ahk.nl
  2. . a b „Sasha Waltz & Co. bauen neues Zentrum Berlins. „Radialsystem“ eröffnet im September“, Tagesspiegel, 22. April 2006
  3. Radialsystem - Homepage
  4. „Mehr Programm, weniger Tänzer: Sasha Waltz’ Pläne“, Tagesspiegel, 20. September 2006
  5. Theater am Halleschen Ufer
  6. „Rekonstruktion des Labyrinths“, taz, 24. November 2006
  7. www.graz03.at

Literatur

Weblinks

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