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Sanfter Tourismus

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Sanfter Tourismus ist eine Form des Reisens, die drei wesentliche Anliegen verfolgt:

  1. so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einzuwirken bzw. ihr zu schaden,
  2. die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben,
  3. sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anzupassen.

In diesem Sinne vermeidet der sanfte Tourismus, die natürlichen Gegebenheiten am Urlaubsort zu verändern. Die Anreise soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich sein. Im Urlaubsgebiet reduziert man die verkehrsmäßige Erschließung auf ein Minimum, die Gäste sollen sich stattdessen in der ursprünglichen Weise fortbewegen, das heißt überwiegend zu Fuß, ggf. mit Booten oder Reittieren. Auch die Unterkünfte sind einfach und im Stil des jeweiligen Landes gehalten.

Der sanfte Tourismus macht es sich zum Ziel, die Eigenart des bereisten Gebiets unverfälscht und "mit allen Sinnen" erlebbar zu machen. Mit dieser Eigenart sind sowohl natürliche als auch kulturelle Charakteristika gemeint. Stadtführungen beispielsweise sollen das Leben der ansässigen Bevölkerung möglichst wenig beeinträchtigen, wodurch auch der Tourist einen möglichst unverfälschten Eindruck von der bereisten Kulturzone erhält. Ein anderes Beispiel: Naturerlebnis wird etwa durch sachkundige Wanderführungen oder Themenwanderwege vermittelt. Markierte Wanderwege erschließen Naturschönheiten, umgehen jedoch Bereiche, die geschützt werden sollen. Diese können durch versteckte Beobachtungsstationen erlebbar gemacht werden. Beispielhafte Angebote des sanften Tourismus sind die Barfußparks, die eine ganz ursprüngliche Form des Naturkontakts wieder aufleben lassen und sowohl einen seltenen Erlebniswert als auch gesundheitlichen Nutzen bringen.

Den Begriff des sanften Tourismus prägte und umschrieb erstmals Fred Baumgartner 1977 in seinem Beitrag "Tourismus in der Dritten Welt - Beitrag zur Entwicklung?" (Neue Zürcher Zeitung NZZ vom 16. September 1977). Robert Jungk vertiefte 1980 in einem Artikel in der Zeitschrift GEO den Begriff. Als Erweiterung des sanften Tourismus kann der Begriff integrativer Tourismus verstanden werden, der 1995 von den Naturfreunden und dem Institut für Integrativen Tourismus und Freizeitforschung geprägt wurde. Integrativer Tourismus fördert diesen Vereinigungen zufolge die Vernetzung des Tourismus mit allen anderen Wirtschafts- und Lebensbereichen im Rahmen einer eigenständigen Regionalentwicklung und fordert die Mitverantwortlichkeit der Reisenden für die Tourismusregionen.

Siehe auch

Weblinks

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