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Samuel White Baker
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Sir Samuel White Baker (* 8. Juni 1821 in London; † 30. Dezember 1893 in Devon auf seinem Gut Sandford Orleigh) war ein britischer Afrikaforscher.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Bakers Vater war als Kaufmann in leitender Position bei der Britischen Ostindien-Kompanie zu erheblichem Wohlstand gekommen und wünschte, daß sein ältester Sohn seine Nachfolge antreten sollte. Nach einer Ausbildung in England und Deutschland schied Baker jedoch aus der Kompanie aus, da er für sich keine Zukunft als Kaufmann sah. Am 3. August 1843 heiratete er Henrietta Biddulph Martin und ging im gleichen Jahr nach Mauritius. Von dort reiste er 1846 nach Ceylon, wo er in Numwara Eliya eine große Landwirtschaft begründete und gemeinsam mit seinem Bruder Valentine (später bekannt als Baker Pascha) bewirtschaftete. Nach dem Tod Henriettas 1855 ging er für kurze Zeit nach Schottland, danach unternahm er Reisen in Südosteuropa und Kleinasien. 1856 leitete er den Bau einer Eisenbahnverbindung in der Dobrudscha. Danach unternahm er weitere Reisen, die ihn 1859 nach Vidin führten, wo er an einer Auktion europäischer Sklaven teilnahm. Dabei kaufte er die erst vierzehnjährige Barbara Szász frei, die danach zunächst seine Begleiterin, dann seine Lebensgefährtin und 1865 unter dem Namen Florence Baker seine Ehefrau wurde.
1861 begann er seine Reisen in Afrika (s.u.). Für seine Verdienste wurde er 1866 von Königin Victoria zum Ritter geschlagen. Aufgrund der (in ihren Augen) zweifelhaften Herkunft seiner Frau wurde Baker jedoch von der Königin und damit auch von den führenden Kreisen Großbritanniens gesellschaftlich nicht anerkannt. Im gleichen Jahr erhielt er die Goldmedaille der Royal Geographical Society und der Geographischen Gesellschaft von Paris. Im Frühjahr 1869 begleitete er den Kronprinzen (und späteren König Edward VII.) bei einer Ägyptenreise. 1874 erwarb Baker den Landsitz Sandford Orleigh im Süden Devons. In den folgenden Jahren führte er weitere Reisen nach Zypern, Indien, Japan und in die USA durch. Mehrfach reiste er zum Überwintern nach Ägypten. 1893 starb er auf Sandford Orleigh.
Reisen und Entdeckungen
Erste Afrikareise
Ursprünglich beabsichtigte Baker 1861 eine ausgedehnte Jagdreise nach Ägypten und in den Sudan.
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Zunächst reiste er von Kairo nach Barbar (Sudan), wo er am 11. Juni anlangte. Dann ging er weiter den Atbara hinauf, besuchte Kassala und durchzog die Landschaften am Setit, Salam und den oberen Atbara, ging dann über Kalabat nach dem Rahat hinüber. Baker wandte sich dann über den Dinder zum Blauen Nil und kam am 11. Juni 1862 nach Khartum. Hier mietete er drei Schiffe mit Mannschaften, mit denen er am 18. Dezember 1862 in See stach. Am 15. Februar 1863 traf er John Speke und James Grant in Gondokoro, denen er zur Rückkehr nach Europa verhalf.
Am 26. März 1863 verließ Baker Gondokoro und überschritt am 9. Januar 1864 den Assuafluss, kam am 23. Januar an die Karumafälle des Viktoria-Nils und am 10. Februar nach Mruli, in die Residenz des Königs Kamrasi von Unjoro. Von hier ging er westlich und entdeckte am 14. März den zweiten Quellsee des Nils, von den Eingeborenen Mwutan Nsige genannt, von Baker als Albertsee bezeichnet. Er fuhr 13 Tage lang an der Ostküste des Sees nordwärts bis zur Mündung des Viktoria-Nils bei Magungo (2° 16' nördl. Breite), wo er von einer Höhe aus deutlich den Ausfluss des Sees (den heutigen Albert-Nil) erkennen und weit verfolgen konnte. Da er später auf seiner Rückreise unter 3° 32' nördl. Breite wieder den Nil berührte, blieb am oberen Nil nur eine kurze Strecke unerforscht, die 1876 von Romolo Gessi befahren wurde.
Den Viktoria-Nil aufwärts verfolgend entdeckte Baker ca. 38 km vom Ostufer des Albertsees entfernt, 40 m hohe Wasserfälle, die er Murchison Falls nannte. Da er weiter den Fluss entlang bis nach Kirama ging, stellte er die Verbindung des Viktoriasees mit dem Albertsee durch den Victoria-Nil außer Zweifel. Im Oktober 1865 traf Baker wieder in England ein.
Zweite Afrikareise
Im Jahr 1869 erhielt er vom Khediven Ismail den Auftrag, an der Spitze einer 1.700 Mann starken militärischen Expedition die Länder am Weißen Nil und seinen Quellen zu erobern und den Handel zu eröffnen. Dafür wurde er zum Pascha und Generalmajor der osmanischen Armee ernannt. Er fuhr im Februar 1870 den Weißen Nil hinauf, verbrachte die Regenzeit mit 1.100 Mann an der Mündung des Bahr el-Seraf und gelangte durch diesen mit 59 Schiffen am 15. April 1871 nach Gondokoro, das er, zu Ehren des Khediven, Ismailia benannte. Dann drang er unter Kämpfen bis Unjoro vor. Im August kehrte er nach Ägypten zurück und wurde für fünf Jahre zum Gouverneur von Äquatoria ernannt. Sein Nachfolger wurde 1874 Charles George Gordon.
Werke
- The rifle and the hound in Ceylon. – London : John Murray, 1853 <Neuauflage: Stackpole Books, 2002. – ISBN 1589761960> – online
- Eight years' wanderings in Ceylon. – London : Longman, 1855 – E-Text
- The Albert Nyanza, great basin of the Nile, and explorations of the Nile sources. 2 Bde. (London 1866)
- The Nile tributaries of Abyssinia. (London 1867)
- Ismailia. 2 Bde. (London 1874)
- Cyprus as I saw it in 1879. (London 1879)
Weblinks
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