Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Samuel Dickstein (Politiker)
Aus Kefk.
Samuel Dickstein (* 5. Februar 1885 in Vilnius; † 22. April 1954 in New York City) war demokratischer Kongress - Abgeordneter des Staates New York und danach Richter am dortigen obersten Gerichtshof. Er spielte eine Schlüsselrolle beim Vorläufer des Komitees für unamerikanische Aktivitäten, welches er benutzte um Faschisten und Nazi-Sympathisanten anzugreifen. Für Berichte über Aktivitäten des Kongresses wurde er vom sowjetischen NKWD bezahlt.
Leben
Dickstein wurde in Litauen als ältestes Kind Rabbi Israel's geboren. Die Familie zog 1887 nach New York City. Nach Abschluss der New York City Law School 1906 arbeitete er für die Kanzlei Hyman & Gross. Durch politische Kontakte wurde er 1911 zum ausserordentlichen Vertreter des Generalstaatsanwaltes des Bundesstaates New York ernannt und blieb es bis 1914. Danach wurde er 1917 Mitglied des Stadtrates und war 1919 bis 1922 Mitglied der State Assembly. Dort regte er das kosher food law an, welches auch andere Bundesstaaten übernahmen. Desgleichen das New Yorker Sabbath law, welches Juden den Handel am Sonntag erlaubt sowie Besitz- und Mietregulatorien für die East Side Manhattans. 1923 zog er als Demokrat in den 68. Kongress und wurde bis zu seinem Rücktritt Ende 1945 elf mal wiedergewählt.
Im Komitee zur Untersuchung unamerikanischer Aktivitäten
Vom 72.sten bis zum 79. Kongress (1931-1945) war er Vorsitzender des Einwanderungs- und Einbürgerungskommitees. In dieser Funktion richtete er sein Augenmerk auf Antisemitismus und die entsprechende US-Literatur. Er startete eine eigene Untersuchung über Nazi-Aktivitäten und faschistische Gruppierungen in den USA, deren Ergebnisse er am 3. Januar 1934 in der zweiten Sitzung des 73. Kongresses vorlegte. Mit der sog. "Dickstein-Resolution" (H.R. #198) vom März 1934 wurde dann ein "Komitee zur Untersuchung unamerikanischer Aktivitäten" unter John McCormack (Politiker) eingerichtet. Er selbst zog wegen seiner jüdischen Wurzeln den stellvertretenden Vorsitz vor.
Den Rest des Jahres 1934 verbrachte die Kommission mit der Anhörung von Hauptträgern der faschistischen US-Bewegung. Dickstein propagierte die Ausrottung aller Spuren des Nazismus in den USA und befragte jeden persönlich. Sein Hang zu Dramatik und Sensation verbunden mit gelegentlich aufgebauschten Vorwürfen sicherten ihm Schlagzeilen. Besonders abgesehen hatte er es auf den German-American Bund.
Das zweite "Komitee zur Untersuchung unamerikanischer Aktivitäten" von 1938 trat auf seinen Aufruf hin unter Martin Dies, Jr. als sog. "Dies Committee" in Funktion. Es wurde später in Komitee für unamerikanische Aktivitäten umbenannt, konzentrierte sich nun auf kommunistische Organisationen und war ab 1945 ständige Einrichtung.
Nach 23 Jahren im Kongress verabschiedete sich Dickstein 1945 und war bis zu seinem Tod Richter am obersten Gerichtshof des Bundesstaates New York. [1]
Als Spion
Nach 1990 zeigten KGB-Archivunterlagen in Moskau, das Dickstein 1937 bis Januar 1940 monatlich 1250 US$ Salär von dort erhielt. Er selbst hatte für Informationen 2500 $ monatlich gefordert; das NKWD bot 500 $, worauf er sein Angebot halbierte. In den Akten wurde er unter dem Decknamen "Crook" (Gauner) geführt. Als er das Komitee zur Untersuchung unamerikanischer Aktivitäten verliess, stellten die Sowjets nach Geldstreitigkeiten mit ihm die Zahlungen ein und brachen den Kontakt ab. Dickstein hatte den heutigen Gegenwert von 133.000 US$ erhalten (Wert 1997), angeblich über die Jahre aber nichts geliefert. [2]
Quellen
- ↑ Samuel Dickstein Papers 1923-1944
- ↑ Weinstein, Allen, Alexander Vassiliev (March 14, 2000). The Haunted Wood : Soviet Espionage in America--The Stalin Era. Modern Library. ISBN 0375755365. S. 140-150
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dickstein, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 5. Februar 1885 |
| GEBURTSORT | Vilnius, Litauen |
| STERBEDATUM | 22. April 1954 |
| STERBEORT | New York City |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Samuel_Dickstein_%28Politiker%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
