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Rutil

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Rutil
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Rutilnadeln in Quarz
Chemismus TiO2
Mineralklasse Oxid
IV / D.2-10 (nach Strunz)
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse 4mmm
Farbe meist bräunlich bis rot, auch gelb, bläulich oder violett
Strichfarbe gelb bis braun
Mohshärte 6 bis 6,5
Dichte (g/cm³) 4,2 bis 4,3
Glanz Glas-, Diamantglanz
Transparenz transparent bis opak
Bruch muschelig, uneben
Spaltbarkeit vollkommen (110)
Habitus nadelig
Häufige Kristallflächen (110), (100)
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl 2,61 - 2,90
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale Pyrolusit, Kassiterit, Argutit, Paratellurit, Plattnerit, Tripuhyit
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus
Besondere Kennzeichen sehr hohe Lichtbrechung, vergleichbar der von Diamant

Rutil (von lateinisch rutilus:rot) ist ein im tetragonalen Kristallsystem kristallisierendes Oxid-Mineral mit einer Härte von 6 bis 6,5, einer rotbraunen bis schwarzen, manchmal auch gelben, bläulichen oder violetten Farbe und einer meist gelben bis blassbraunen Strichfarbe. Es ist die bedeutendste der drei Modifikationen des Titandioxids TiO2; die beiden anderen sind Anatas und Brookit.


Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Rutil kommt sowohl massiv als auch in Form prismatischer Kristalle vor. Man findet ihn auch als feine Nadeln in anderen Mineralen wie Korund oder Quarz, in letzterem Fall wird er auch Venushaar genannt. So genannte Sternensaphire oder Sternenrubine enthalten feine Rutilnadeln, an denen das Licht gebrochen wird; dieses optische Phänomen wird als Asterismus bezeichnet.

Rutil ist in vielen magmatischen Gesteinen als akzessorisches Mineral enthalten, daneben kommt er in metamorphen Gesteinen und in Flusssedimenten vor.

Rutil ist die einzige bei hohen Temperaturen stabile Modifikation des Titandioxid.

Bedeutung als Rohstoff

Rutil ist mit einem Metall-Gehalt von etwa 60 Prozent nach Ilmenit das bedeutendste Titan-Mineral. Künstlich hergestellt kann er als Schmuckstein Verwendung finden.

Titandioxid in der Rutil-Modifikation wird auf Grund der hohen Lichtbrechung als Weißpigment verwendet.

Rutil wird außerdem allein oder in Verbindung mit Zellulose zum Umhüllen von Elektroden für das Lichtbogenschweißen eingesetzt und dient dabei dazu, die Schweißung zu verbessern oder erst zu ermöglichen.

Geschichte

Bis 1795, als seine chemische Zusammensetzung bekannt wurde, wurde Rutil fälschlicherweise für ein Mineral der Turmalingruppe gehalten. Er wurde von Abraham Gottlob Werner benannt. Die ersten synthetischen Rutile wurden 1948 produziert.


Siehe auch: Liste von Mineralen

Literatur

  • Kokscharow, 1853, u. a. In: V.M. Goldschmidt, Atlas der Krystallformen, 1913-1923.

Galerie

Weblinks

Wikipedia
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