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Rur
Aus Kefk.
| Rur | |
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Wildwasser der Rur in der Ortslage von Monschau | |
| Daten | |
| Lage | Dreiländereck, Belgien, Deutschland, Niederlande |
| Länge | 170 km |
| Quelle | Naturpark Hohes Venn an der Botrange bei Sourbrodt in Belgien |
| Quellhöhe | 660 m |
| Mündung | bei Roermond in die Maas |
| Mündungshöhe | 24 m |
| Höhenunterschied | 636 m |
| Linke Nebenflüsse | Urft, Inde, Wurm |
| Schiffbar | heute mit Kajak und Kanadier befahrbar, in früheren Jahrhunderten durch Treideln |
Die Rur (nicht zu verwechseln mit der Ruhr) ist ein Nebenfluss der Maas in Westeuropa. Sie fließt durch Belgien, Deutschland und die Niederlande.
Der Name Eifel-Rur, der manchmal verwendet wird, um den Fluss von der Ruhr mit „h“ abzugrenzen, bezieht sich auf diese geographische Lage. In älteren Karten führt die Rur auch den Namen Ruhr, also mit „h“. Zur Unterscheidung wurde etwa um 1900 das „h“ aus dem Namen gestrichen. Reste der alten Schreibweise finden sich noch in Ortsnamen wie „Erkensruhr“ und „Einruhr“. Niederländisch und Französisch wird der Fluss Roer geschrieben (aber wie im Deutschen ausgesprochen). In Belgien (Wallonien) wird auch Rour oder Roule geschrieben.
Etwa 90 % der Flusslänge befinden sich auf deutschem Territorium.
Inhaltsverzeichnis |
Flusslauf
Die Rur entspringt im Naturpark Hohes Venn an der Botrange bei Sourbrodt in Belgien auf 660 m ü. NN. Nach ca. 15 km Flußlauf erreicht sie südlich von Monschau die deutsche Grenze und durchquert den Nationalpark Eifel.
Am Flusskilometer 39 erreicht das Wasser der Rur den Rurstausee, den volumenmäßig zweitgrößten Stausee Deutschlands.
In ihrem Mittellauf durchfließt die Rur die Kreise Aachen, Düren und Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Nach einer Gesamtlänge von ca. 170 km mündet die Rur bei Roermond in den Niederlanden in die Maas und hat dabei einen Höhenunterschied von 630 Metern überwunden.
Die wichtigsten Zuflüsse der Rur sind die Urft, die Inde und die Wurm.
Wasserrechtlich zuständig für die Rur ist der Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Von der EU werden Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekte des WVER an Inde- und Rurauen unter dem Projektnamen RIPARIA [1] gefördert. So wurden bereits in den Bereichen Körrenzig, Millich und Ratheim je ein Altarm integriert und wieder naturnahe Rückhalteräume hergestellt.
Geschichte
Département de la Roer
Von 1798 bis 1814 entstand unter französischer Besatzung das Département de la Roer (= Rur-Departement). Dessen Hauptstadt war Aachen. Weitere Arrondissements waren Cleve, Crefeld und Köln. Die Kantone im Bereich der Rur waren Düren, Erkelenz, Eschweiler, Froitzheim (heute Vettweiß), Geilenkirchen, Gemünd (heute Schleiden), Heinsberg, Jülich, Kerpen, Linnich, Montjoie und Zülpich.
Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg bildete die Rur Ende 1944 / Anfang 1945 die Frontlinie, von deutscher wie von alliierte Seite wurde sie als „Rurfront“ bezeichnet. Im November 1944 kam es zu einer Panzerschlacht bei Linnich, an die ein Gedenkstein am Hubertuskreuz erinnert. Als Abwehrmaßnahme gegen die vorrückenden Alliierten wurden am 10. Februar die Grundablass-Stollen der Rurtalsperre gesprengt. Am 23. Februar 1945 konnte die 102. US-Infanterie Division bei Düren über die Rur übersetzen, obwohl sie schon am 4. Dezember 1944 Linnich nach hartem Kampf eingenommen hatten.
Städte und Gemeinden an der Rur
- Malmedy / Belgien
- Monschau
- Simmerath (Zufluss der Urft)
- Heimbach
- Nideggen
- Kreuzau
- Düren
- Jülich (Zufluss der Inde)
- Linnich
- Hückelhoven
- Heinsberg (Zufluss der Wurm)
- Wassenberg
- Roerdalen / Niederlande
- Roermond / Niederlande
Nebenflüsse und -bäche
Die Nebengewässer werden nach der Reihenfolge ihrer Einmündung in die Rur aufgeführt.
- Olef
- Perlenbach (manchmal auch Perlbach)
- Urft bei Gemünd
- Kall bei Zerkall
- Belgenbach bei Hammer
- Brommersbach bei Hammer
- Riffelsbach bei Hammer
- Kreuzauer Mühlenteich
- Lendersdorfer Mühlenteich
- Dürener Mühlenteich
- Inde bei Kirchberg
- Ellebach in Jülich
- Altdorfer - Kirchberger - Koslarer Mühlenteich bei Floßdorf
- Merzbach bei Linnich
- Malefinkbach bei Rurich
- Baaler Bach (I) bei Rittergut Grittern / Hückelhoven (im Oberlauf bei Kleinbouslar „Nysterbach“ genannt)
- Golkrather Bach bei Millich
- Erlenbach - Linnicher Mühlenteich - Teichbach bei Porselen-Bleckden
- Gerderather Bach
- Auf alten Karten (z.B. der Karte des Landkreises Erkelenz 1820) ist zu sehen, dass der Gerderather Bach, der von Gerderath kommend in südwestlicher Richtung auf die Rur zulief, hinter Ratheim seinen Lauf nach Nordwesten änderte und über ca. 8 km parallel zur Rur verlief. Er mündete nahe der niederländischen Grenze zwischen Ophoven und Effeld in den Fluss. Sein alter Name Bohlbach mag zur (irreführenden) heutigen Bezeichnung Baalerbach geführt haben. Mit der landschaftlichen Umgestaltung („Flurbereinigung“) vom Ende der 1950er bis zur Mitte der 1960er Jahre und der darauf folgenden Flussbegradigung wurde auch der Verlauf der Bäche verändert:
- der Gerderather Bach, jetzt auch Ratheimer Mühlenbach genannt, mündet bei Ratheim in der Nähe des Adolfosees in die Rur und dient als Vorfluter für die Ratheimer Kläranlage
- sein ehemaliger Nebenbach, der Pützbach, kreuzt den heutigen Gerderather Bach, verläuft dann in dessen ehemaligem Bett und mündet bei Ratheim-Garsbeck in die Rur
- sein ehemaliger Nebenbach, der heutige „Baalerbach“ (II), der oberhalb Orsbeck „Myhlerbach“ genannt wird, mündet bei Gut Wylack / Wassenberg in die Rur
- Wurm bei Kempen
- Junge Wurm bei Karken, ein Mühlenteich
- Schaagbach bei Vlodrop / Niederlande (oberhalb Effeld „Birgeler Bach“ genannt)
- Rothenbach bei Vlodrop / Niederlande
- Boschbeek bei Herkenbosch / Niederlande
Die sog. Mühlenteiche sind keine „Teiche“ im eigentlichen Sinne (d.h. stehende Gewässer), sondern Fließgewässer, die von der Rur gespeist werden. Sie sind nicht natürlich entstanden; vielmehr sind sie im 15. bis 18. Jahrhundert künstlich angelegt worden, um im Rurtal - auch abseits des Flusses und seiner Nebenbäche - eine Vielzahl von Wassermühlen antreiben zu können.
Talsperren
Stauwehre
- Windener Stauwehr zwischen Winden und Kreuzau
- Kreuzauer Stauwehr in Kreuzau
- Rurdorfer Stauwehr bei Linnich
- Ratheimer Stauwehr (2002 im Rahmen des RIPARIA-Projektes rückgebaut)
Museen
- Wasser-Info-Zentrum in Heimbach
Tourismus
Die Rur ist ein Kanuparadies. Bei Monschau findet man im Frühjahr Wildwasser, und zwischen Düren und Linnich (Achtung für diesen Abschnitt gelten Beschränkungen) sowie Linnich und der niederländischen Grenze kann man das ganze Jahr Kanuwandern.
Neben dem Fluss verläuft zwischen Heimbach am Rursee und der niederländischen Grenze der Rurufer-Radweg. Da die Rurtalbahn auch Fahrräder transportiert, ist vor allem die Strecke von Düren nach Linnich interessant, da man nicht zurück radeln muss.
Auch Nicht-Radfahrer können das reizvolle Rurtal zwischen Linnich - Düren - Heimbach mit der Rurtalbahn erleben.
In Jülich speist die Rur die Gräben des restaurierten, napoleonischen Brückenkopfes, der gleichzeitig Teil des Erholungsgebietes Brückenkopf-Park ist.
Literatur
- Die Rur entspringt im Rhabarbergarten, Schmühl/Salber, Aachen 1985, herausgegeben von der Aachener Volkszeitung
Siehe auch
Weblinks
- Bewirtschaftungsplanung Rur
- Gewässerauenkonzept Rur
- Kajaktour auf der Rur
- RUR - Radroutenplaner
- Radwanderweg entlang der Rur
- Wasserverband Eifel-Rur
- Pegeldaten/Abflüsse der Rur; "online" beim Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen
- Private Homepage mit interaktiven Karten, Fotos und Berichten zur Rurfront
Einzelnachweise
- ↑ Wasserverband Eifel-Rur: Das RIPARIA-Projekt (2. Sep. 2006)
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