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Royal Navy

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die Kriegsmarine Großbritanniens, für die Königliche Marine anderer Staaten siehe: Königliche Marine.
Royal Navy
Bild:Naval Ensign of the United Kingdom.svg
Royal Navy
Geschichte der Royal Navy
Liste heutiger Schiffe der Royal Navy
Liste historischer Schiffe der Royal Navy
Liste von Stützpunkten der Royal Navy

Die Royal Navy ist die Kriegsmarine des Vereinigten Königreichs.

Bedingt durch die Insellage hat die britische Kriegsmarine in der Geschichte des Landes immer eine große Rolle gespielt. Das gilt sowohl für die Verteidigung als auch für die imperialistische Expansion im Rahmen des British Empire. Im Januar 2007 umfasste die Royal Navy 91 Kriegsschiffe sowie 74 Hilfs- und Versorgungsschiffe. Gemessen an der Tonnage ist sie die zweitgrößte Marine der Welt hinter der US Navy. Zusammen mit den Royal Marines bildet die Royal Navy den naval service der britischen Streitkräfte.

Inhaltsverzeichnis

Präfix der Schiffe

Alle Kriegsschiffe der Royal Navy tragen als Namensbestandteil (ship prefix) HMS = Her (bzw. His) Majesty's Ship. Die Hilfsschiffe bilden den Royal Fleet Auxiliary Service und führen das Präfix RFA. Zusätzlich gibt es den Royal Marine Auxilliary Service, der ähnliche Aufgaben wie die RFA wahrnimmt, jedoch vorwiegend innerhalb der britischen Hoheitsgewässer aktiv ist. Diese Schiffe tragen den Zusatz RMAS.

Die fünf Truppenteile der Royal Navy

Surface Fleet

Die Surface Fleet besteht aus den Überwasserverbänden der Royal Navy. Sie bildet den größten Teil der britischen Marine. Insgesamt enthält die Surface Fleet etwa 80 Schiffe. Dazu gehören unter anderem drei Flugzeugträger, davon einer in Reserve, ein Hubschrauberträger, zwei Landungsdockschiffe, acht Zerstörer, 17 Fregatten sowie Minensuchboote, Patrouillenschiffe und Forschungsschiffe. Seit dem Ende 1990er Jahre wurde die Surface Fleet grundlegend umstrukturiert und verkleinert. Viele kleinere Einheiten sowie die Landungsschiffe wurden durch Neubauten ersetzt, bis 2015 sollen die Flugzeugträger und Zerstörer folgen. Die Fregatten werden in zwei Phasen ab 2016, respektive 2023, ersetzt.

Submarine Service

Der Submarine Service umfasst die U-Boote der Royal Navy. Großbritannien setzt hierbei komplett auf atomgetriebene U-Boote. Aktuell sind 11 SSN und 4 SSBN U-Boote im Dienst. Eine Unterabteilung ist der Submarine Rescue Service (SRS). Dieser ist für die Rettung bzw. Bergung von verunglückten U-Booten zuständig und gilt neben den USA als weltweit führend auf diesem Gebiet. Der SRS ist mit mehreren LR5 Rettungs-U-Booten sowie ferngesteuerten Tauchrobotern des Typs Scorpio ausgestattet.

Fleet Air Arm

Der Fleet Air Arm besteht aus den Flugzeugen und Hubschraubern der Royal Navy. Die Anzahl der Luftfahrzeuge wurde seit Mitte der 1990er stark reduziert, da viele Flugzeuge und Hubschrauber anderen Waffengattungen, Royal Air Force und British Army, eingegliedert wurden. Der Fleet Air Arm umfasste 2005:

Mit den Black Cats betreibt der Fleet Air Arm der Royal Navy ein Kunstflugteam, das zwei Lynx fliegt.

Royal Marines

Hauptartikel: Royal Marines

Die Royal Marines sind die britische Marineinfanterie. Sie bestehen aus ca. 7.000 Soldaten. Ihre Aufgabe liegt insbesondere in der Vorbereitung und Durchführung von Landoperationen. Hierzu stehen den Royal Marines Landungsboote und Hubschrauber zur Verfügung. Zusätzlich gehören sie zu den wenigen Einheiten weltweit, die über Landungshovercrafts verfügen. Nach ihrem Vorbild bauten die USA die US-Marines auf, mit denen die Royal Marines bis heute eng verbunden sind. Spezielle Außenstellen der Royal Marines existieren zudem in den Niederlanden und Australien. Diese können im Kriegsfall dem britischen Militär unterstellt werden.

Zu den Royal Marines gehört auch die Spezialeinheit Special Boat Service (SBS). Der SBS wurde während des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit dem der Armee unterstellten Special Air Service gegründet. Die Hauptaufgaben liegen im Operieren hinter den feindlichen Linien, dem Vorbereiten von Landeoperationen sowie der Sabotage. Auch im Anti-Terrorkampf wird der SBS eingesetzt. Aufgrund seiner geheimen Aktivitäten wurde die Existenz des SBS bis in 1990er Jahre vom britischen Verteidigungsministerium bestritten. Noch heute werden keine offiziellen Angaben über SBS Einsätze und Soldaten gemacht.

Royal Fleet Auxiliary

Hauptartikel: Royal Fleet Auxiliary

Im Royal Fleet Auxiliary Service sind Hilfsschiffe der Royal Navy organisiert. Das Personal besteht zum großen Teil aus Zivilisten der Handelsmarine, die jedoch die Uniform der Royal Navy tragen und bei militärischen Einsätzen der Kriegsmarine unterstellt werden. Zum kleineren Teil hat die Royal Fleet Auxiliary aber auch Personal der Navy, die hauptsächlich Waffensyteme bedienen.

Häfen der Royal Navy

  • Portsmouth in Südengland ist der wichtigste Hafen der Royal Navy. Hier sind alle britischen Flugzeugträger, Zerstörer und Minensuchboote sowie ein Teil der Fregatten stationiert. Auch das Antarktisforschungsschiff HMS Endurance und mehrere Patrouillenboote sind in Portsmouth beheimatet. Zudem befindet sich hier das Hauptquartier der Royal Navy sowie das U-Boot Trainingszentrum Gosport.
  • Devonport bei Plymouth beheimatet unter anderem den Großteil der Fregatten, den Hubschrauberträger HMS Ocean und die neuen Landungsschiffe der Albion-Klasse. Auch die U-Boote der Trafalgar-Klasse sind in Devonport stationiert. Flächenmäßig ist Devonport die größte Marinebasis Europas.
  • Faslane-on-Clyde in Schottland ist das Hauptquartier der strategischen Streitkräfte und der größte U-Boot Hafen Europas. Hier sind die britischen Atom-U-Boote der Vanguard-Klasse sowie der Swiftsure-Klasse stationiert. Im an die Basis grenzenden Stützpunkt Coulport werden die Atom-U-Boot-Interkontinentalraketen sowie ein Großteil der konventionellen Waffen gelagert.
  • Rosyth bei Edinburgh ist der wichtigste britische Stützpunkt für die Wartung, Reparatur und Modernisierung von Kriegsschiffen. Außerdem werden dort alle ausgemusterten britischen Atom-U-Boote entsorgt. Im Zuge der Kostenreduzierung wird die Basis seit den 1990ern von der privaten Firma Babcock BES betrieben, ist jedoch weiterhin offizieller Marinestützpunkt. Als Wartungseinrichtung verfügt Rosyth nicht über eine permanente Flotte. Generell sind auf der Basis jedoch mehrere Patrouillenboote zur Überwachung der schottischen Küstengewässer stationiert.

Die Royal Navy unterhält zudem kleinere Flottenstützpunkte in der Kronkolonie Gibraltar, auf den Falklandinseln und in Brunei. Der britische Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean wird gemeinsam mit den USA genutzt. Auch auf Zypern bestehen zwei britische Stützpunkte, die von der Marine genutzt werden, Akrotiri und Dhekelia.

Fliegerhorste der Royal Navy

  • RNAS Yeovilton in Somerset war Basis für die Sea Harrier der Royal Navy und ist Basis für die Hubschrauber vom Typ Sea Lynx . Die Royal Navy hält hier gemeinsam mit der British Army Luftstreitkräfte für den Einsatz auf Hubschrauber- und Flugzeugträgern bereit. Zusätzlich trainiert die Navy hier Nachwuchspiloten und führt regelmäßige Manöver mit den anderen Teilstreitkräften durch. Außerdem trainieren hier sämtliche Hubschrauberbesatzungen der britischen Streitkräfte den Absturz über dem Meer, in einem europaweit einzigartigen Unterwassersimulator.
  • RAF Cottesmore ist seit April 2006 auch Stützpunkt der Navy-Harrier. Die dort stationierte Joint Force Harrier setzt sich aus je 2 Staffeln von RAF (1. und 4. Sqn) und RN (800. und ab Herbst 2006 801. Sqn) zusammen. Es werden von beiden Teilstreitkräften einheitlich Harrier GR.7/GR.9 eingesetzt.
  • RNAS Culdrose ist Stützpunkt für Hubschrauber zur U-Boot Abwehr sowie Luft- und Seeüberwachung. Auch Sea King Helikopter für Seerettungseinsätze (SAR) sind hier stationiert. Nimrod Seeaufklärer unterstützen zudem die Hubschraubereinsätze. Auch Trainingseinrichtungen sind auf dem Stützpunkt vorhanden.

Die Royal Navy nutzt zudem im Rahmen des Joint Helicopter Command weitere Stützpunkte der Royal Air Force, auch außerhalb der Britischen Inseln.

Standing Naval Forces

Standing Naval Forces (SNF) sind kleine Flottenverbände die kontinuierlich in einem begrenzten Bereich Überwachungs- und Kontrollaufgaben wahrnehmen. Großbritannien setzt diese sowohl zum Schutz seiner überseeischen Territorien wie auch im Auftrag von NATO und UNO ein. In aller Regel umfasst eine einzelne britische Standing Naval Force 2 bis 5 Schiffe, darunter Fregatten, Zerstörer, Patrouillenboote und Versorgungsschiffe. In manchen Fällen kommen noch U-Boote sowie Flugzeug- oder Hubschrauberträger hinzu. Die Schiffe und Besatzungen wechseln normalerweise alle 6 Monate, gelegentlich können die Einsätze aber auch auf 12 Monate verlängert werden. Im Januar 2005 bestanden Standing Naval Forces im Nord- und Südatlantik, der Karibik, dem Mittelmeer, dem Persischen Golf, im Indischen Ozean sowie auf den Falklandinseln. Die vormals zahlenmäßig größte SNF, die sog. Ocean Wave Fleet im Pazifik, wurde mit der Rückgabe Hongkongs an die Volksrepublik China 1997 auf ein Minimum reduziert. Sie umfasste bis zu 20 Schiffe, die vor allem zwischen China, Korea und Indonesien im Einsatz waren. Heute sind regulär nur noch ein bis zwei Schiffe, darunter immer eine Fregatte oder Korvette, in der Region stationiert.

Dienstgrade

Admiralität der Royal Navy
Admiral of the Fleet
AdmF
Admiral
Adm
Vice-Admiral
VAdm
Rear Admiral
RAdm
OF-10 OF-9 OF-8 OF-7
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Hierarchie des Offizierkorps der Royal Navy
Commodore
Cdre
Captain
Capt
Commander
Cdr
Lieutenant-Commander
LtCdr
Lieutenant
Lt
Sub-Lieutenant
SLt
Midshipman
Mid
OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1 OF-D
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Unteroffiziere der Royal Navy
Warrant Officer Class 1
WOI
Warrant Officer Class 2
WOII
Chief Petty Officer
CPO
Petty Officer
PO
Leading Rate
LR
OR-9 OR-8 OR-7 OR-6/OR-5 OR-4
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Mannschaftsgrade der Royal Navy
Able Rate
New Entrant
OR-3/OR-2 OR-1
Kein Abzeichen Kein Abzeichen

Anmerkungen

1. Die zwei höchsten Unteroffizierdienstgrade der Royal Navy sind die Warrant Officer Class 1 und 2. Die Abzeichen sind die königliche Krone (WOII) und das königliche Wappen (WOI).

2. Seit dem 1. April 2004 existiert der Dienstgrad des Warrant Officer Class 2 in der Royal Navy. Davor wurde diese Position vom Dienstgrad Charge Chief Petty Officer (CCPO), der ebenfalls über dem Chief Petty Officer angesiedelt war, ausgefüllt. Bei der Einführung des WOII wurden alle CCPO in diesen Rang befördert.

3. Der Commodore ist eine an den Dienstposten gebundene Bezeichnung für einen dienstälteren Captain, die nach Verlassen des Dienstpostens wieder entfällt. Er ist jedoch nicht Angehöriger der Admiralität.

4. Der Rang des Admiral of the Fleet (OF-10) wurde seit 1995 nicht mehr verliehen. Er ist heute für Zeiten des Krieges vorbehalten oder kann ehrenhalber verliehen werden.

Siehe auch:

Weblinks

Wikipedia
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