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Roxy Music

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Roxy Music
Gründung: 1971
Genre: Art Rock
Website: http://www.roxymusic.co.uk
Gründungsmitglieder
Synthesizer / Treatments: Brian Eno (bis 1973)
Gesang / Keyboard /
Mundharmonika:
Bryan Ferry
Saxophon / Oboe: Andy Mackay
Weitere ehemalige Mitglieder
Synthesizer / Violine: Eddie Jobson (1973 - 1976)
Bass: Graham Simpson (1971/72)
Bass: Rik Kenton (1972/73)
Bass: John Porter (1973)
Bass: John Gustafson (1973 - 1976)
Bass: Gary Tibbs (1978 - 1980)
Bass: Alan Spenner (1978? - 1982)
Keyboard: Paul Carrack (1978 - 1980)
Schlagzeug: Andy Newmark (1980 - 1982)
Aktuelle Besetzung
Gesang / Keyboard /
Mundharmonika:
Bryan Ferry
Saxophon / Oboe: Andy Mackay
Gitarre: Phil Manzanera (seit 1972)
Schlagzeug: Paul Thompson
(1972-1980 & seit 2001)
Keyboard: Colin Good (seit 2001)

Die Band Roxy Music wurde 1971 von Bryan Ferry, Andy Mackay und Brian Eno in London gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

1973 verließ Brian Eno im Streit die Band und widmete sich fortan Soloprojekten. Er arbeitete unter anderem mit David Bowie, produzierte Alben für U2 und die Talking Heads und gründete ein eigenes Label. 1982 löste Bryan Ferry die Band auf und ist seitdem ebenfalls als Solokünstler tätig. Seit 2005 befindet sich die Band in Originalbesetzung (jedoch ohne Brian Eno) wieder im Studio. Zwischendurch spielen sie auch wieder Konzerte. Roxy Music waren bei Live 8 im Juli 2005 dabei.

Stil

Anders als andere Rockbands ihrer Ära legen Roxy Music von vorneherein großen Wert auf Ästhetik und Stil und waren dadurch dem allgemeinen Zeitgeist etwa zehn Jahre voraus. Das zeigt sich u.a. im Auftreten besonders Bryan Ferrys und Brian Enos, den Videos und den Plattencovern, die an den Glam Rock der frühen 1970er Jahre angelehnt war und diesen wieder beeinflusste. Brian Eno trug auf der Bühne Frauenkleider, Federboas, Sandalen mit Korkabsatz usw. Bryan Ferry trat in der Anfangszeit hin und wieder mit floureszierenden Overalls auf oder trug auch einmal einen pinkfarbenen Kampfanzug. Diese Form der Ästhetisierung wurde später im New Wave aufgegriffen, weshalb Roxy Music als die klassische Proto-New-Wave Band gilt, auf die nachfolgende Künstler/innen immer wieder bezug nehmen. So zum Beispiel bestehen die Mitglieder von Duran Duran darauf, bis heute als ihr größtes musikalisches Vorbild Roxy Music zu nennen. Das Innencover des 2003 erschienenen Albums „Astronaut“ ist eine Hommage an Roxy Music, da Duran Duran auf dem Foto fast eine identische Haltung einnehmen, wie man sie schon dreißig Jahre zuvor auf dem Innencover des Roxy Music-Albums „For Your Pleasure“ finden konnte. Auf beiden Fotos stehen die Bandmitglieder nebeneinander und halten jeder eine Gitarre in der Hand. Auch die Band Scissor Sisters ließ sich Anfang 2006 in einer ähnlichen Pose fotografieren (und komponierte danach mit Roxy Music ein paar Lieder, die allerdings noch nicht veröffentlicht sind). (Quelle: der unten angegebene weblink. Dort ist auch das Foto von Scissor Sisters zu sehen.) Götz Alsmann behauptet, die Tolle, die er seit seinem fünfzehnten Lebensjahr trägt, sei durch die Frisuren inspiriert worden, die Bryan Ferry und Andy Mackay auf den Fotos im Innencover des ersten Albums „Roxy Music“ trugen. [1]

Umstrittene Plattencover

Die Band ist auf keinem einzigen Cover der Studio-Alben abgebildet. Fotos existieren nur auf den Innenteilen bzw. auf den Rückseiten. (Beim Album „Siren“ ist die Abbildung der Band lediglich eine Bleistiftzeichnung auf der Rückseite.) Bis auf das Album „Avalon“ zeigen die Hüllen der Alben Frauen in Unterwäsche oder mit tief ausgeschnittenen Kleidern. Auf dem Cover des Albums „For Your Pleasure“ posiert Amanda Lear mit einem schwarzen - gezeichneten - Puma. Für das Album „Siren“ posiert Jerry Hall als blau angemalte Nixe. Nach der Foto-Session für „Siren“ wurde Hall für zwei Jahre Ferrys Lebensgefährtin. Für einen Skandal sorgte 1974 das Cover des Albums „Country Life“; zwei Frauen in durchsichtiger Spitzenunterwäsche. Wegen der Geste, die eine der beiden mit ihrer linken Hand macht - angedeutete Masturbation - und da durch die Höschen die Schamhaare beider Modells deutlich sichtbar sind, durfte das Album in Irland nicht mit dem Originalcover in die Plattenläden gestellt werden. Auch in den Niederlanden, in Spanien und in den USA wurde das Album zensiert. Feministinnen warfen Roxy Music „Sexismus“ und „Verwendung des weiblichen Körpers als Ware“ vor. [2] Dennoch galten das Layout und die künstlerische Gestaltung der Albumhüllen als wegweisendes Design für die Ära des New Wave. Roxy Music waren eine der ersten Bands in England, die die Texte ihrer Lieder auf den Plattenhüllen abdruckten. Auch damit waren sie ihrer Zeit ein Jahrzehnt voraus.

Auflösung der Band

Zwischen den Jahren 1975 und 1979 erschien kein neues Studio-Album von Roxy Music. Bryan Ferry veröffentlichte einige Alben mit Coverversionen, Phil Manzanera und Andy Mackay wurden Studiomusiker für andere Künstler. Die Band schien sich aufgelöst zu haben. Ende 1978 trafen sich Ferry, Manzanera und Mackay in den Basing Street Studios in London, um eine neues Album aufzunehmen. Mittlerweile hatte sich in Großbritannien der populärmusikalische Zeitgeist gedreht. Nach der Disko-Welle und der Punk-Bewegung gründeten sich um 1979 in London - als eine Art Gegenbewegung zum Punk - Bands, die Musik machen wollten, wie sie Roxy Music schon ein halbes Jahrzehnt zuvor produziert hatten. New Romantic- oder New Wave-Bands wie Spandau Ballet, The Human League aber auch Visage oder Blondie erklärten in Interviews immer wieder, Roxy Music sei ihr musikalisches und popkulturelles Vorbild. [3]

Die neue Besetzung von Roxy Music Ende 1978 bestand aus Bryan Ferry (Gesang), Phil Manzanera (Gitarre), Paul Carrack (Keyboard), Andy Mackay (Saxophon), Paul Thompson (Schlagzeug), Gary Tibbs und Alan Spenner (beide Baß). Im Frühjahr 1979 erschien das sechste Studio-Album „Manifesto“. Es bekam in England gemischte Kritiken und verkaufte sich nur mäßig.

Obgleich Roxy Music bis zu ihrer zweiten Auflösung 1982 noch zwei weitere Studio-Alben veröffentlichten, konnten sie kommerziell nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen.

Über zwanzig Jahre später stehen Ferry, Manzanera, Mackay und Thompson wieder auf der Bühne. Seit 2001 geben Roxy Music in unregelmäßigen Abständen Konzerte auf der ganzen Welt. Weder existiert bis 2006 ein neues Album, noch gibt es neue Videos oder Singles zu „promoten“. Roxy Music machen Musik, „um der Musik willen“ ("music for the sake of music"), wie Ferry in einem Interview erklärte. [4]

Nummer Eins in England

Roxy Music gelangten nur ein einziges Mal mit einer Single auf Platz Eins der BBC-Charts. Als John Lennon im Dezember 1980 erschossen wurde, befanden sich Roxy Music gerade auf einer Tour durch Deutschland. Als sie die Nachricht vom Tode Lennons erreichte, beschlossen Ferry, Manzanera und Mackay spontan, Lennon zu Ehren am Abend während des Konzerts eine Version von Lennons Lied „Jealous Guy“ vorzutragen. Der gewaltsame Tod von John Lennon traf die Mitglieder von Roxy Music so tief [5] [6], daß sie bei der Rückkehr nach Großbritannien sofort ins Studio gingen, das Lied aufnahmen und im Februar 1981 als Single veröffentlichten. Drei Wochen nach der Veröffentlichung hatten Roxy Music am 14. März 1981 ihre einzige Nummer Eins der Single-Hitparade in Großbritannien. Auf der in hellbraun gehaltenen Plattenhülle der Single steht nichts weiter als „Jealous Guy - Roxy Music - A Tribute“

Diskografie

Studioalben:

  • 1972 - Roxy Music
  • 1973 - For Your Pleasure
  • 1973 - Stranded
  • 1974 - Country Life
  • 1975 - Siren
  • 1979 - Manifesto
  • 1980 - Flesh And Blood
  • 1982 - Avalon

Live-Alben:

  • 1976 - Viva!
  • 1983 - The High Road
  • 1990 - Heart Still Beating
  • 2003 - Roxy Music Live

Compilations:

  • 1977 - Greatest Hits
  • 1983 - Atlantic Years (1973-1980)
  • 1986 - Street Life: 20 Greatest Hits
  • 1995 - The Thrill Of It All (4 CD Box)
  • 2001 - The Best Of

Quellen

  1. von Stuckrad-Barre, Benjamin, Deutsches Theater. Köln, 2001. ISBN 3-462-03050-7.
  2. Rimmer, Dave, Like Punk Never Happened. London, 1985. ISBN 0-571-13739-3.
  3. Like Punk Never Happened
  4. The Independent, 1. Februar 2005
  5. Erlewine, Michael (et al.), All Music Guide To Rock. San Francisco, 1995. ISBN 0-87930-376-X
  6. Gambaccini, Paul (et al.), The Guinness Book Of Number One Hits 3rd Edition. London, 1994. ISBN 0-85112-769-X

Weblinks

Wikipedia
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