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Rottenmann
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| Bild:Map at trieben.png | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Steiermark (Österreich) |
| Politischer Bezirk: | Liezen (LI) |
| Fläche: | 112,59 km² |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 47° 32′ N, 14° 21′ O47° 32′ N, 14° 21′ O |
| Höhe: | 674 m ü. A. |
| Einwohner: | 5.489 (Volkszählung 2001) |
| Postleitzahl: | 8786 |
| Vorwahl: | 03614 |
| Gemeindekennziffer: | 6 12 38 |
| Gemeindeamt: | Hauptstraße 56 8786 Rottenmann |
| Offizielle Website: | www.rottenmann.at |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Ludwig Kopf |
| Gemeinderat: (Stand 2005) | 16 SPÖ, 6 ÖVP, 3 FPÖ |
Rottenmann ist eine tausendjährige Bergstadt im Bundesland Steiermark (Österreich), liegt geographisch gesehen in den Rottenmanner Tauern und besitzt auch ein eigenes Universitätszentrum mit betriebswirtschaftlichen Lehrgängen.
Die Stadt ist unter anderem für ihren historischen Altstadtkern, das Schwerpunktkrankenhaus (LKH Rottenmann), die Hauptfirmensitze von AHT (Austria Haustechnik Aktiengesellschaft) und ehemals JoWooD Productions sowie das moderne Universitätszentrum bekannt. Weitere Besonderheiten stellen die auf einem monumentalen Felsen thronende Burg Strechau im Westen der Stadt, das Schloss Grünbühel im Norden der Stadt sowie "Das Schloss" in der Altstadt dar, in welchem die Caritas Lehranstalt für Sozialberufe untergebracht ist.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Um 927 wurde Rottenmann bereits in einem Tauschdokument, abgeschlossen zwischen dem Erzbischof von Salzburg und seinem Chorbischof Cotabert, erstmals urkundlich erwähnt. Das ursprüngliche Rottenmann befand sich rund 2 km weiter östlich im heutigen Ortsteil St. Georgen. Da dort auf Grund der geologischen Gegebenheiten (starke Versumpfung) eine weitere Ausdehnung der Siedlung nicht möglich war, wurde der heutige Ort von einem deutschen Städtebauer auf den Schuttabhängen des im Süden der Stadt gelegenen Hausberges „Stein am Mandl“ geplant. Zum Schutze der Handelskaufleute, welche die stark frequentierte Salz- und Handelsstraße - früher Römerstraße - befuhren, wurde spätestens zu Anfang des 12. Jahrhunderts die Burg Rottenmann erbaut und mit Mauern und Gräben umgeben. Daraus entwickelte sich über die Jahre das heutige Rottenmann mit einer breiten Marktstraße (Marktplatz), von der rechwinkelig schmale Gassen abzweigen.
Um 1266 wird die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus zum ersten mal erwähnt. Am 25. Oktober 1279 hielt sich König Rudolf von Habsburg zum ersten mal in Rottenmann auf und dürfte bei seinem Besuch die Stadterhebung durchgeführt haben, nachdem in den Folgejahren Rottenmann in verschiedenen Urkunden immer wieder als Stadt bezeichnet wurde. 1296 wird die älteste Nennung eine Stadtrichters vermerkt.
Rund um Rottenmann werden die heutigen Ortsteile Singsdorf und Strechau um 1080, Büschendorf um 1135, Bärndorf um 1150, Grünbühel um 1190, Villamnnsdorf im Jahre 1296 und Goldbühel im 15. Jahrhundert genannt.
1453 stiftet der Rottenmanner Bürger Wolfgang Dietz Geld für die Errichtung eines Klosters, nach Genehmigung durch Papst Calixt III. werden Augustiner-Chorherren aus Wien nach Rottenmann gerufen. Dem Stift ist jedoch keine wirklich große Zukunft beschert, vor allem in der Reformationszeit hat es schwer zu leiden. Kaiser Joseph II. hebt das Stift schließlich 1785 auf. Die Stiftsherrschaft Rottenmann wird später von den Eisenwerken Pesendorfer erworben, später durch Max Ritter von Gutmann, der sie im Zuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich an den Industriellen Flick weiterveräußert.
Das 16. Jahrhundert war geprägt von der Ausbreitung des Luthertums und den daraus resultierenden Auseinandersetzungen und Unruhen. Die Freiherren Hoffmann erwiesen sich als maßgebliche Förderer des neuen Glaubens und beherrschten bald das gesamte Paltental und Gebiete darüber hinaus. Im Zuge der nachfolgenden Gegenreformation wir über Anweisung des Landesfürsten am 15. November 1599 ein Reformkommission nach Rottenmann entsandt - zwei Tage später war die erst vor 20 Jahren erbaute evangelische Salvatorkirche in Schutt und Asche gelegt. Durch die Abwanderung lutherisch gesinnter zählte Rottenmann im Jahr 1612 nur mehr 116 Bürger, wobei man in dieser Zeit nur jene Bewohner als Bürger bezeichnete, die innerhalb der Stadtmauern einen Hausbesitz nachweisen konnten.
Nach der zweimaligen Besetzung der Stadt durch französische Truppen, die zu Hungersnöten und katastrophalen Zuständen führten, trat durch die Übernahme der Eisenverarbeitung durch Josef Pesendorfer im Jahre 1815 eine Besserung ein. 1892 übernahmen die Gebrüder Lapp die Eisenwerke in Rottenmann und modernisierten den Betrieb. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Werk als Paltenstahlwerk Rottenmann weitergeführt und schließlich vom Deutschen Industriellen Bauknecht gekauft. Heute werden in Rottenmann Kühlgeräte durch die AHT gefertigt.
Seit 1849 gibt es, nachdem Rottenmann durch Jahrhunderte eine eigene Gerichtsbarkeit hatte, das Bezirksgericht. 1850 erfolgte die Eingemeindung von St. Georgen, Strechau/Strechen, 1943 jene der Ortsteile Villmannsdorf und Büschendorf. Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Palten mit den Ortsteilen Bärndorf, Edlach und Singsdorf, mit der Stadtgemeinde Rottenmann vereinigt.
Der Name Rottenmann
Rottenmann besitzt ursprünglich 4 Namen. An der Wand des Beraungssaales des Rathauses stehen 4 Namen. Tartusana, Styriate, Castra Montana und Cirminah. Der eigentliche Name "Rottenmann" hat viele bedeutungen und viele Sagen. Eine Erzählung besagt dass es einen Drachentöter gab der durch das Blut des Drachen "Roter Mann" genannt wurde. Eher ist aber die Möglichkeit dass der Name "Rottenmann" nicht auf diese Sage zurückzuführen ist sondern die Sage auf dem Ortsnamen basiert. Viel glaubwürdiger klingt die Erklärung dass "Rottenmann" normalerweise "Rotenman" heissen sollte. Die Doppelschreibweise ist auf verschiedene Dichter und Schreiber zurückzuführen, die die Namen einfach mit Doppelbuchstaben verzierten. "Rotenman" würde nämlich so viel wie "Die Grenze am Sumpf" heissen. (Rot bedeutete damals Sumpf, man die Grenze) Eine recht plausible Erkärung wenn man bedenkt dass das gesamte Paltental nach dem Abschmelzen des Ennstaler Gletschers ein reines Sumpfgebiet war. Der Name Rottenmann hat eben viele Bedeutungen. Einige sind auf mystische Weise zurückzufühen, andere auf rein sprachlicher oder geschichtlicher Basis oder einfach auf "Verzierungen" beziehungsweise damaliger Schreibweisen.
Persönlichkeiten
- Friedrich Karl Flick, (1927 - 2006) (Unternehmer und Milliardär deutscher Herkunft, Wohnsitz in Rottenmann - in der Strechen)
- Rudolf Tyrolt, (1848 - 1929), Burgschauspieler
- Peter Gruber (1955 in Rottenmann geboren; Schriftsteller)
- Johann Wöhr, (1865-1896) Domherr in Graz, unter dem Pseudonym Hans Wiesing Schriftsteller.
- Hans Sünkel, (* 1948), Rektor der technischen Universität Graz
- Hans Sigl, (*1969), Schauspieler (u.a. SOKO Kitzbühel), Tänzer, Sänger
Literatur
- Franz Wohlgemuth: Geschichte der Pfarre Gaishorn und des Paltentales, 1955
Weblinks
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