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Rotbuch Verlag
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Der Rotbuch Verlag ist ein Belletristikverlag, mit Schwerpunkten einerseits auf der jungen Literatur Deutschlands und der europäischen Randländer sowie auf Krimis. Seit 1994 gehört er zur Europäischen Verlagsanstalt GmbH & Co. KG, seit 2007 zum Eulenspiegel-Verlag.
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Geschichte
Der Rotbuch Verlag wurde 1973 in Berlin, als Abspaltung, von einigen Mitarbeitern des Verlags Klaus Wagenbach gegründet. Von 1965 bis 1973 war versucht worden, den Wagenbach-Verlag als Kollektiv zu führen, was mit dem Auszug jedoch beendet wurde. Die Gründer Anne Duden, F.C. Delius und Ingrid Karsunke versuchten die Kollektiv-Idee mit einem eigenen Verlag fortzusetzen. Auch das Kursbuch, herausgegeben von Hans Magnus Enzensberger erschien zunächst hier weiter. Bis 1993, als die Eigentümer ihre Anteile der Europäischen Verlagsanstalt verkauften, war der Verlag kollektiv organisiert. Das heißt, dass die Beschäftigten identisch mit den Eigentümern sein sollten und gemeinschaftlich über Organisation, Finanzen und Programm, Auswahl der Autoren, Vertrieb und Ladenpreis entschieden. In den 1970ern gehörten Autoren und Autorinnen aus dem Osten wie
- Herta Müller (Rumänien),
- Richard Wagner (Rumänien),
- Carmen Francesca Banciu (Rumänien),
- Libuše Moníková (CSSR)
- György Dalos (Ungarn)
- Agota Kristof (Ungarn)
- Emine Sevgi Özdamar (Türkei)
- Aras Ören (Türkei)
- Thomas Brasch (DDR)
- Sascha Anderson (DDR)
- Kurt Bartsch (DDR)
Zu den bekannteren Autoren und Autorinnen der 1970er Jahre zählten zudem F. C. Delius, Heiner Müller, Anne Duden, Yaak Karsunke, Peter O. Chotjewitz, Peter Schneider, Peter Paul Zahl, Helga M. Novak, Birgit Vanderbeke, Christian Geissler, sowie der bekannte Zeichner Gerhard Seyfried.
Ebenfalls im Rotbuch Verlag erschien der Taschenkalender Rote Kalender gegen den grauen Alltag.
Im Programm waren Übersetzungen des Literatur-Nobelpreisträgers (1997) Dario Fo enthalten.
Die 1987 gegründete Reihe Rotbuch Krimi erhielt achtmal den Deutschen Krimipreis
Von 1996 bis 2001 erschien bei Rotbuch die Kulturzeitschrift "Zibaldone".
Zu den Autoren der 1980er und 1990er Jahre zählen Michael Walzer, Michael Ignatieff, Benjamin Barber, Hannah Arendt, Norberto Bobbio, Dan Diner, Peter Glotz, Ulrich Beck, André Gorz, Matthias Horx, Robert Jungk, Thomas Schmidt, Judith N. Shklar, Michael Sontheimer, Alain Touraine, Ernst Tugendhat und Terry Winograd.
Wechselnde Eigentümer
Um die beiden Verlage Europäische Verlagsanstalt und Rotbuch Verlag zu stärken, übertrugen 1993 die damaligen Gesellschafter und Gesellschafterinnen ihre Anteile der Europäischen Verlagsanstalt. Seitdem ist der Sitz des Verlags in Hamburg. Seit 2001 ist Rotbuch ein reiner Belletristikverlag. Der Bereich Aktuelles Sachbuch und die Reihe wissen 3000 wurden 2002 der Europäischen Verlagsanstalt angegliedert. 2007 gab der Eulenspiegel-Verlag, Berlin, bekannt, dass er die ganze Rotbuch-Gruppe erworben hat. Gegen diesen Verkauf haben zahlreiche Rotbuch-Autoren protestiert. Einige, wie György Dalos, kündigten bereits an, ihre Bücher nicht in einem Verlag erscheinen lassen zu wollen, der auch Bücher ehemaliger SED-Funktionäre und Stasi-Mitarbeiter veröffentliche.[1]
Quellen
Weblinks
- Internetpräsenz des Rotbuch Verlags
- „Rotbuch-Verlag: Entrüstung wegen Übernahme durch Eulenspiegel“, Tagesspiegel, 24. Februar 2007
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