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Rolleicord
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Rolleicord ist die Markenbezeichnung für eine "Consumer" Reihe von zweiäugigen Mittelformat-Spiegelreflexkameras der Firma Rollei Fototechnic GmbH und die etwas einfacher konstruierten Schwestermodelle der Rolleiflex-Reihe für Rollfilm mit 6x6 cm-Negativen.
Die Rolleicord wurde 1934 von Franke & Heidecke erstmalig vorgestellt. Zielgruppe war der Bereich der engagierten Amateure, die sich das teurere Modell Rolleiflex nicht leisten konnten, aber trotzdem eine hochwertige Kamera nutzen wollten. Diesem Motto getreu, wurden die Rolleicord-Modelle als abgespeckte Rolleiflex konzipiert. Der Unterschied besteht generell in den lichtschwächeren und etwas einfacheren Objektiven, einer etwas dunkleren Mattscheibe und einem Drehknopf mit separaten Verschlussspannhebel im Gegensatz zur praktischen Kurbel, die auch den Verschluß spannte, wie bei der Rolleiflex. Bei Rolleicords der Modellreihen I bis IV muss man beim Weiterspulen des Films durch das berühmte rote Fenster wie bei den meisten alten Rollfilmkameras schauen, um den Filmtransport zu beobachten. Ab der Rolleicord V stoppt der Filmtransport automatisch. Mit dem Zubehörteil "Rolleikin", einem Umrüstsatz, kann man auch Kleinbildfilme in der Rolleicord aber auch in der Rolleiflex benutzen.
Die Rolleicord hat keinen Belichtungsmesser, sie verfügt aber über Belichtungstabellen, die sich auf der Kamerarückwand befinden. Einige Modelle besitzen einen Compur-Verschluss mit Lichtwerteingabe, bei dem man einfach den aus der Tabelle nach Lichtverhälnissen und ASA-Zahl ermittelten Lichtwert in den Verschluss eingibt und sich eine Blende-Zeit-Kombination einstellt. Verändert man nun die Belichtungszeit, ändert sich automatisch die Blende.
Wie die Rolleiflex wurde die Rolleicord in verschieden guter Qualität kopiert. Mit dem Niedergang der Mittelformatfotografie im Amateurbereich in den 70er Jahren verloren die Rolleicord an Bedeutung und die Herstellung wurde mit dem Modell Vb (die Rollei Kameras wurden immer mit römischen Ziffern bezeichnet) 1976 eingestellt.
Auf Grund ihrer sehr robusten und langlebigen Bauweise und dem neuerlichen Aufkommen der hochqualitativen, analogen Schwarz-Weiß Fotografie sind guterhaltene Exemplare der Rolleicord auch heute noch gesuchte Stücke.
Das Bild auf der rechten Seite zeigt eine Rolleicord 1a, die von 1936 bis weit in die Wiederaufbaujahre ein Verkaufsschlager von Rollei blieb.
Rolleicord-Modelle
| Modell | Produktionszeitraum | Sucherobjektiv | Aufnahmeobjektiv | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| Rolleicord I | 1934 | Heidoskop 4,5/75mm | Carl Zeiss Triotar 3,8/75 mm | Belichtungszeiten: 1 - 1/300 s, Compur-Verschluss |
| Rolleicord Ia | 1936 | Heidoskop 4/75 mm | Carl Zeiss Triotar 4/75 mm | |
| Rolleicord II | 1932 - 1950 | Heidoskop 3,2/75 mm | Carl Zeiss Triotar 3,5/75 mm | spätere Modelle mit Bajonett an Aufnahme- bzw. Sucherobjektiv, ab 1949 (IIe) kürzeste Verschlusszeit 1/500 s |
| Rolleicord III | 1950 - 1953 | Heidoskop 3,2/75 mm | Schneider Xenar 3,5/75 mm | Größere Sucherlupe |
| Rolleicord IV | 1953 | Heidosmat 3,2/75 mm | Schneider Xenar 3,8/75 mm | Blitzsyncronisation zwischen X und M umschaltbar |
| Rolleicord V | 1954 | Schneider Xenar 3,5/75 mm | Sperre gegen Doppelbelichtung | |
| Rolleicord Va | 1954 | Schneider Xenar 3,5/75 mm | wie Rolleicord V, jedoch Adapter für Aufnahmen im Format 4×4 cm und 4×5,5 cm verwendbar | |
| Rolleicord Vb | 1962-1976 | Heidosmat 3,5/75mm | Schneider Xenar 3,5/75 mm | Sucher und Einstellscheibe auswechselbar |
Literatur
- Claus Prochnow: Rollei Report 1, Lindemanns Verlag, ISBN 3-89506-105-0
- Claus Prochnow: Rollei Report 2, Lindemanns Verlag, ISBN 3-89506-220-0
Weblinks
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