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Rolf Kauka

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Rolf Kauka (* 9. April 1917 in Markranstädt bei Leipzig; † 13. September 2000 in Thomasville, Georgia, USA) war ein deutscher Comic-Künstler und galt als „deutscher Walt Disney“, obwohl er diese Bezeichnung immer streng von sich wies.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rolf Kauka stammte von finnischen Vorfahren ab und wurde als Sohn eines Schmieds geboren. Er wuchs in Sachsen auf und zeichnete bereits als Gymnasiast Cartoons für die Leipziger Neueste Nachrichten und das Weißenfelser Tageblatt. Nach seinem Abitur begann er ein Studium der Betriebswirtschaft, wurde aber schon bald eingezogen und nahm als Berufsoffizier am Zweiten Weltkrieg teil.

Geschichte

Nach der Überlieferung von Albert Kauka (geb. 1819 Langendorf), über dessen Sohn Albert Kauka (geb.1847 Langendorf) und dessen Sohn Robert Kauka (geb. 1885 Wioske) und dessen Neffen Bernhard Kauka (geb. 1935 Berlin) stammt die Familie Kauka aus Griechenland. Unter Karl XII. zogen die Schweden im Nordischen Krieg bis zur Krim. Als Marketenderin zog eine Schwedin namens Swenson mit. Sie heiratete dort einen Marketender, der mit den Griechen gezogen war, er hieß Kauka. Später zogen sie nach Krakau und eröffneten dort ein Textil- und Kolonialwarengeschäft. Die Kinder wanderten später nach Oberschlesien aus. Der Stammbaum wurde von dem Ahnenforscher Bernhard Kauka bis Paul Kauka (geb. 1737) lückenlos zurückverfolgt und umfasst über 250 Personen.

Verlegeraktivitäten

1945 verfasste er gemeinsam mit seinem Freund Dr. Norbert Pohl die „Elemente der Rechtswissenschaft“, eine Kurzlehrbuchreihe für Jurastudenten. Die Bekanntschaft mit Heinz Ullstein und Harry Schulze-Wilde führte 1949 zur Gründung des Heinz-Ullstein-Verlags.

Als Anfang der 1950er Jahre die ersten US-amerikanischen Comics den westdeutschen Markt eroberten, erkannte Rolf Kauka die Chancen, die dieses für Deutschland neue Medium bot. Jedoch fehlte es in der jungen Bundesrepublik an geeigneten Comic-Zeichnern. So begann Kauka, seine eigenen Comicfiguren zu entwickeln, gründete 1951 den Kauka Verlag in München und engagierte erfahrene Illustratoren aus Jugoslawien, Italien und Spanien. Der Illustrator Walter Neugebauer, später auch Zeichner des Haribo-Goldbären, wandelte die realistischen Fuchs-Figuren zu Funny Figuren um und wurde Art Director des Verlages. Im Mai 1953 erschien Kaukas erstes Comic-Heft Till Eulenspiegel, dessen Charaktere an Figuren der deutschen Märchen-, Fabel- und Volkserzählungen angelehnt waren. In Heft 6 erschienen zum ersten Mal in einer Kurzgeschichte die Füchse Fix und Foxi, die bald zu Publikumslieblingen avancierten. Nachdem ab Heft 10 mehrere Ausgaben auf der Titelseite groß auf Fix und Foxi hinwiesen, wurde die Reihe ab Nr. 29 in Fix und Foxi umbenannt. Die Serie, die über 750 Mio. Hefte verkaufte, entwickelte sich zum größten Comic-Erfolg Deutschlands.

Rolf Kauka rekrutierte für die Massenproduktion seiner Figuren unter anderem aus Deutschland die Künstler Werner Hierl, Ludwig Fischer, Helmut Murek und Kurt Italiaande. Aus europäischen Nachbarländern sind die Zeichner Branco Karabajic, Vlado Magdic and Vjekoslav Kostanjsek, Öktemer Köksal, Mehmet Gülergün sowie Charilaos Theodoro zu nennen.

Das Rolf Kauka angeblich seine eigenen Charaktere nie selbst zeichnete, wie oftmals von Kritikern behauptet, wiederlegte spätestens eine Auktion von Original Zeichnungen bei Sotheby's in München im Februar 2007, die auch Originale von Rolf Kauka selbst beinhaltete. Die Erlöse der Auktion kamen der Aktion "Ein Herz für Kinder" der Bild-Zeitung zugute.

In seinem Comic-Magazin Lupo (später Lupo Modern, dann Tip Top) veröffentlichte Kauka ab 1964 umstrittene deutsche Bearbeitungen von französisch-belgischen Comics. Asterix und Obelix wurden bei Kauka zu Siggi und Babarras, die Gallier zu Germanen, die römischen Truppen zu US-Amerikanern und so weiter. Die wenig werkgetreue stieß jedoch auf erheblichen Widerspruch der französischen Urheber René Goscinny und Albert Uderzo, die Kauka daraufhin im Streit die Rechte entzogen.

In seinen Magazinen veröffentlichte Kauka und sein Team auch weitere frank-belgische Comic Serien, wie "Pit und Pikkolo" (Spirou und Fanstasio), Tim und Stuppi (Tintin, die Schlümpfe (Smurfes) und natürlich auch Lucky Luke sowie andere Comics, die vornemlich aus dem belgischen Verlagshaus Dupuis stammten. Kritik an den Kauka-Fassungen dieser Figuren von heute stützt sich auch die damals aber von fast allen Verlagen praktizierte Übersetzungstechnik. Statt einer möglichst original getreuen Übersetzung wurde einer "passender Text" von den deutschen Redakteuren erfunden. Das war in den sechziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts aber nicht nur beim Kauka Verlag so.


Zu dem großen und lang andauernden Erfolg von Fix und Foxi trug nicht zuletzt auch die Partnerschaft mit dem Erich Pabel Verlag bei. Ein weiteres Erfolgsprodukt von Rolf Kauka ist das Vorschulmagazin Bussi Bär, das in zehn Sprachen erscheint und allein in Deutschland eine monatliche Auflage von 300.000 Exemplaren erreicht.

1973 verkaufte Rolf Kauka seinen Verlag an die englischen Verleger IPC und die niederländische Verlagsgruppe VNU. Er behielt sich ein Mitspracherecht freilich vor. Kauka zog sich aus dem aktiven Verlagsgeschäft zurück und gründete 1975 in München die „Kauka Comic Akademie“, um sich der Aus- und Weiterbildung von Autoren und Illustratoren zu widmen. Ende der 1970er Jahre löste sich das Verlagskonsortium auf, und der Bauer Verlag unter der Führung seiner Tochtergesellschaft Pabel-Moewig Verlag übernahm Fix und Foxi. 1982 zog sich Rolf Kauka aus Gesundheitsgründen auf eine Plantage in Georgia (USA) zurück.

Rolf Kaukas Comeback

1994 wurde Fix und Foxi nach BRAVO-Manier umgestaltet, worauf Rolf Kauka dem Verlag die Rechte entzog und die Comicserie einstellen ließ. Er gründete die „Kauka Promedia, Inc.“, plante die Umsetzung von Fix und Foxi als Zeichentrickserie sowie zusammen mit seiner Frau Alexandra Kauka und der Ravensburger AG das „Fix & Foxi Abenteuerland“ im Ravensburger Spieleland, das im Frühjahr 2000 eröffnet wurde. 1998 wurde Rolf Kauka für sein Werk mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. Die Kauka Promedia Inc. leitete er bis Ende 1999 selbst und übergab dann die Geschäftsführung an seine vierte Ehefrau Alexandra Kauka.

Am 13. September 2000 verstarb Rolf Kauka 83-jährig auf seiner Plantage in Thomasville im US-Bundesstaat Georgia.

Entwicklung nach dem Tode Kaukas

2000 gründete Rolf Kaukas Ehefrau Alexandra Kauka die Rolf Kauka Stiftung zur Förderung junger Comiczeichner und -texter im deutschsprachigen Raum mit der Vergabe des Rolf Kauka Preises. Im gleichen Jahr wurde die „Fix und Foxi“-Comicserie eingestellt.

Im Jahre 2003 erschien ein großes Jubiläumsbuch zum 50. Geburtstag der Comichelden, gefolgt von einem Sonderheft im Jahre 2004 (Fix und Foxi und der Raketenblitz). Alexandra Kauka erreichte einen Relaunch der „Fix und Foxi“-Abenteuer.

Im Jahre 2005 vergab Alexandra Kauka die Lizenz für „Fix und Foxi“-Print-Magazine an den Hamburger Tigerpress Verlag GmbH unter der Leitung von Jan Wickmann, Sohn des Generalbevollmächtigten bei Gruner und Jahr, Rolf Wickmann, Lutz Mathesdorf als Chefzeichner (zuvor u.a. Bestsellerautor bei Rowohlt und Carlsen) und Michael Hopp, der zuvor Chefredakteur beim Wiener, TV Total, TV Movie und TV Today war. Gleichzeitig wurde die Comicproduktion der Kauka Comic Studios wieder aufgenommen. Das erste neue „Fix und Foxi“-Comic-Magazin erschien am 25. Oktober 2005 wieder regelmäßig. Seit Oktober 2005 erscheinen zudem Nebenausgaben, wie das „Fix und Foxi“-Buch in Zusammenarbeit mit dem Weltbild Verlag und der BILD-Zeitung, sowie eine „Fix und Foxi“-Alben-Reihe. Im Frühjahr sollen die Taschenbücher folgen.

Zudem ist Fix und Foxi auf Hörspielcassetten, CDs, DVDs, Video, als Merchandising und als Fernsehserie in 30 Ländern präsent. In Deutschland ist die „Fix und Foxi“-Fernsehserie in der ARD und im KI.KA zu sehen.

Seit Mitte 2006 besitzt die magnussoft deutschland GmbH die Lizenzrechte an Fix & Foxi für Computerspiele. Desweiteren sind Fix & Foxi Merchandising Artikel heute überall vertreten, als Kinder-Partygeschirr, im Finanzbereich, Home Entertainment, Freizeitpark, Spielwaren, Plüschfiguren, einer Comic-Schule, die Kindern lernt, wie Fix & Foxi Comics gezeichnet werden und vieles mehr. Seit 2007 sind erstmals auch in den USA Kauka- und Fix & Foxi Artikel erhältlich.

Literatur

  • Max Ernst: Rolf Kauka. Ein Comic-Patriarch. In: Grünwalder Porträts. 27 (2001) S. 17-19.

Weblinks

Wikipedia
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