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Rodina
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Gründung: | 2003 |
| Gründungsort: | Moskau |
| Mitglieder: | 135.000 [1] |
| Vorsitzender: | Alexander Babakow |
| Website: | www.rodina.ru |
Rodina (russ. Родина = Vaterland / Heimat) war eine von 2003 bis 2006 existierende Partei in Russland, die im dortigen Parlament (Duma) eine Fraktion bildete.
Inhaltsverzeichnis |
Inhaltliches Profil
Rodina war linksnationalistisch ausgerichtet[2], galt jedoch einigen Beobachtern der russischen Politik als eine vom Umfeld von Wladimir Putin geschaffene künstliche Konkurrenz zur Kommunistischen Partei KPRF und Schirinowskis rechtsextrem-populistischen LDPR.[3] Offiziell bezeichnete sich die Partei selbst als konservativ und Freund der orthodoxen Kirche.[4] Rodina trat gerne mit linkssozialistischen und auch russisch-nationalistischen Tönen in Erscheinung. In die kontroverse Diskussion geraten ist sie hierbei Ende 2005 auch in Russland durch einen kaukasierfeindlichen Fernsehspot, der zu ihrem Ausschluss von den Wahlen zum Moskauer Stadtparlament führte[5] und die Forderung zahlreicher Abgeordneter der Fraktion, jüdische Organisationen in Russland als extremistisch einzustufen. In jüngerer Zeit wurde von Spannungen zwischen Rodina und dem Kreml berichtet, was auch prompt zu sanktionierenden Eingriffen der Verwaltung in das Parteileben führte. Kritisch eingestellte Beobachter der Russischen Regierung werten die Entwicklung als Konsequenz aus der Tatsache, dass das Kreml-Projekt Rodina zu erfolgreich und unabhängig geworden ist und der Kremlpartei Einiges Russland Stimmen wegnehmen könnte.
Offizielle Schwerpunkte im Programm von Rodina sind:
- eine gelenkte Wirtschaftspolitik
- die Kapitalbildung in der Industrie insbesondere bei der Hochtechnologie
- die Senkung von Russlands Abhängigkeit von Rohstoff- und Energieexporten
- Überwindung der Spaltung der russischen Gesellschaft in Arm und Reich
- Verteidigung der nationalen Interessen und Unabhängigkeit Russlands
Geschichte der Partei
Rodina ist im Sommer 2003 aus Abspaltungen der kommunistischen KPRF und der links-nationalistischen Volkspartei der Russischen Föderation (Narodnaja Partija) sowie der Russischen Christdemokratischen Partei entstanden. Sie spricht bei den Duma-Wahlen am 7. Dezember 2003 erfolgreich Arme und sozial Schwache mit einem konfrontationsgeladenen Wahlkampf an, in dessen Mittelpunkt als Feindbilder Oligarchen, Nichtrussen und Reiche stehen. Sie erreicht ein halbes Jahr nach ihrer Gründung unter dem Vorsitzenden Sergej Glasjew aus dem Stand 9 % bei den Wahlen zur Staatsduma Russlands und bildet nach der Putin-Partei und den Kommunisten die drittstärkste Fraktion. In der folgenden Zeit arbeitet sie mit Putins Partei Einiges Russland zusammen.
2005 unterstützt sie jedoch Proteste gegen eine von dieser lancierte Sozialleistungs-Kürzung, woraufhin sich das Verhältnis zwischen Rodina und Einiges Russland verschlechtert. [6] Rodina wird in den folgenden Monaten bei sieben regionalen Wahlen von der kremltreuen Verwaltung ausgeschlossen, vier besonders kremltreue Abgeordnete von Rodina wechseln zu Einiges Russland.[7] Anfang 2006 tritt daraufhin der Rodina-Vorsitzende Dimitri Rogosin zurück.[8]
Am 28. Oktober 2006 vereinigte sich die Partei mit den ebenfalls kremlnahen und offiziell linksnationalen Gruppierungen Partija Schisni und Russische Rentnerpartei zur Partei Gerechtes Russland: Heimat, Rentner, Leben (russisch Справедливая Россия: родина, пенсионеры, жизнь) um auf dem linken Flügel eine große neue, dem Kreml nahestehende Partei zu schaffen. Dies wird als Versuch des Kreml gesehen, die linke Konkurrenz zur kommunistischen Partei zu stärken.[9]
prominente Mitglieder
- Sergei Glasjew (ehemaliger Vorsitzender, 1991/92 Außenhandelsminister Russlands)
- Dmitri Rogosin (Mitvorsitzender, Putins Beauftragter für das Kaliningrad-Gebiet)
- Viktor Geraschtschenko (früherer Chef der Russischen Zentralbank)
- Walentin Warennikow (ehemaliger Kommandeur der sowjetischen Landstreitkräfte)
- Georgi Schpak (früherer Kommandeur der russischen Luftlandetruppen)
Quellenangaben
- ↑ Freitag 24 vom 16.06.2006
- ↑ EF-Magazin vom Mai 2004
- ↑ Heinrich-Böll-Stiftung
- ↑ Konrad-Adenauer-Stiftung
- ↑ Welt.de
- ↑ Freitag 24 vom 16.06.2006
- ↑ Aktuell RU vom 28.11.2005
- ↑ Moskauer Deutsche Zeitung
- ↑ Aktuell RU vom 30.10.2006
Weblink
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