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Robert Koldewey

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Johannes Gustav Eduard Robert Koldewey (* 10. September 1855 in Blankenburg (Harz); † 4. Februar 1925 in Berlin) war Architekt und einer der bedeutendsten deutschen vorderasiatischen Archäologen. Er gilt, unter anderem zusammen mit Wilhelm Dörpfeld, als Begründer der modernen archäologischen Bauforschung.


Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Bild:Koldewey-Akragas-Olympieion-side-view.png
Rekonstruktionszeichnung des Olympieions in Agrigent

Robert Koldewey besuchte das Christianeum in Altona und legte dort 1875 seine Abiturprüfung ab. Während seines Studiums hatte sich Koldewey mit der Erforschung der griechischen Antike beschäftigt. Später versuchte er sich an der Entschlüsselung der Keilschrift aus dem Zweistromland.

Von Januar bis Juli 1892 und von Oktober 1893 bis Januar 1894 unternahm er mit Otto Puchstein zwei Reisen nach Unteritalien und Sizilien, auf denen sie die dortigen Tempel vermaßen und beschrieben. Dabei fertigte Robert Koldewey Ansichten und Schemazeichnungen der Tempel an. Ihr gemeinsames zweibändiges Werk "Die griechischen Tempel in Unteritalien und Sicilien" wurde zu einem größtenteils heute noch gültigen Standardwerk der wissenschaftlichen Untersuchung der antiken griechischen Stätten in der Magna Graecia.

1895 war Robert Koldewey Lehrer an der Baugewerbeschule in Görlitz. 1897/98 unternahm er mit Eduard Sachau im Auftrag der deutschen Orient-Gesellschaft eine Forschungsreise nach Mesopotamien, um einen Ort für die erste Grabung der Gesellschaft auszusuchen. Er besuchte dabei u.a. Kal'at Schergât (Assur), Warka, Kujundschik (Ninive) und Senkere. Vor allem wegen seiner Argumente, die er durch die Vorlage farbiger Glasurziegel untermauerte, wurde Babylon (Kas'r) als Grabungsort ausgewählt, obwohl ursprünglich Assur im Gespräch gewesen war. Ninive schied aus, da hier bereits die Engländer tätig waren.

Nach seinen dortigen Funden farbig glasierter Ziegelbrocken führte er 1898/1899-1917 die Ausgrabungen von Babylon, der antiken Stadt am Euphrat im heutigen Irak, durch. Diese Reliefbruchstücke waren entscheidend für die Finanzierung des aufwändigen Unternehmens durch die neu gegründete Deutsche Orient-Gesellschaft und Kaiser Wilhelm II..

Robert Koldewey fand die Prozessionsstraße von Babylon mit dem Ischtartor, die Hängenden Gärten der Semiramis (eines der Weltwunder), die Paläste Nebukadnezars und die Fundamente des im Alten Testament und bei Herodot erwähnten Turm zu Babel. Sie wurden unter seiner Leitung teilweise ausgegraben. Zuvor nahm er an den Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft in Zincirli (Sam'al) teil und bereitete in einer Voruntersuchung mit Walter Andrae die späteren Ausgrabungen in Baalbek vor. Ab 1903 leitete Koldewey von Babylon aus auch die Ausgrabungen in Assur.

Nach 3-jähriger fortschreitender Krankheit starb Robert Koldewey 1925. In Berlin (Steglitz-Zehlendorf) befindet sich auf dem Parkfriedhof Lichterfelde ein Ehrengrab für Koldewey.

Koldewey-Gesellschaft

Die Koldewey-Gesellschaft wurde am 25. Juni 1926 in Bamberg, ein Jahr nach Koldeweys Tod, auf den Anstoß durch den Archäologen und Bauforscher Armin von Gerkan als Arbeitsgemeinschaft archäologischer Architekten gegründet und besteht als Vereinigung für baugeschichtliche Forschung bis heute.

Veröffentlichungen

  • Robert Koldewey, Otto Puchstein: Die griechischen Tempel in Unteritalien und Sicilien, Asher, Berlin 1899, 1. Band Text, 2. Band Tafeln

Literatur

  • W. Andrae: Babylon. Die versunkene Weltstadt und ihr Ausgräber Robert Koldewey. Berlin 1952.

Weblinks

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