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Reichstagswahl November 1932
Aus Kefk.
Die Reichstagswahl vom 6. November 1932 war die Wahl zum 21. Deutschen Reichstag. Die neuerlichen vorgezogenen Reichstagswahlen waren notwendig geworden, nachdem es im Reichstag am 12. September zu einem Eklat gekommen war. Reichskanzler Franz von Papen wollte seine Regierungserklärung abgeben. Gleich zu Beginn der Sitzung beantragte aber die KPD die Änderung der Tagesordnung dahingehend, der Reichsregierung das Mißtrauen dadurch auszusprechen, dass der Reichstag per Mehrheitsbeschluß die Aufhebung der Papenschen Notverordnungen (basierend auf § 48 der Weimarer Reichsverfassung) verlange. Dies war das verfassungsmäßige Recht des Parlaments. Als sich gegen diesen Vorschlag von keiner Seite Widerspruch regte, beantragte die NSDAP die Unterbrechung der Sitzung für eine halbe Stunde, um die Meinung Hitlers zum Abstimmungsverhalten einholen zu können. Dies gab von Papen die benötigte Zeit, um eilig einen Boten in die Reichskanzlei zu schicken, dort eine bereits von Reichspräsident Paul von Hindenburg unterschriebene Auflösungsorder (basierend auf § 25 der Weimarer Reichsverfassung) zu datieren und in den Reichstag zurück zu bringen.
Unter Schmähungen und Buh-Rufen der Abgeordneten betrat von Papen jetzt mit der roten Mappe unter dem Arm den Reichstag und winkte mit ihr provozierend den Abgeordneten zu. Reichstagspräsident Hermann Göring eröffnete die Sitzung wieder und erklärte umgehend, man werde nun über den kommunistischen Antrag abstimmen. Vergeblich erbat von Papen das Wort, das ihm gemäß Geschäftsordnung im Normalfall jederzeit hätte erteilt werden müssen. Göring schaute während der laufenden Abstimmung absichtlich nach links und "übersah" somit den Reichskanzler. Von Papen blieb nichts anderes übrig, als die rote Auflösungsorder auf Görings Pult zu legen und mit seinen Ministern den Reichstag zu verlassen. Mit der überwältigenden Mehrheit von 512 zu 42 Stimmen hob der Reichstag schließlich die Papenschen Notverordnungen auf. Nur DNVP und DVP standen weiterhin zur Reichsregierung. Göring schob die Mappe allerdings als unbedenklich beiseite, da sie von Männern gegengezeichnet sei, die der Reichstag soeben gestürzt habe. Da die Order aber mit der Niederlegung auf Görings Pult und somit vor der Feststellung des Abstimmungsergebnisses wirksam wurde, war die Auflösung des Reichstags rechtens und Neuwahlen spätestens zum 6. November auszuschreiben.
Der Reichstag wurde mit der Begründung aufgelöst "... weil die Gefahr besteht, daß der Reichstag die Aufhebung meiner Notverordnung vom 4. September dieses Jahres verlangt." Die NSDAP blieb zwar stärkste Partei, verlor aber sensationell über zwei Millionen Wählerstimmen im Vergleich zum Juli 1932. Eine Regierung auf parlamentarischer Basis war nach Lage der Dinge aussichtslos. Weder eine bürgerliche Rechtskoalition aus DNVP, DVP und Zentrum, noch eine Koalition der Weimarer Parteien SPD, DStP und Zentrum war parteipolitisch möglich und mehrheitsfähig. NSDAP und KPD verfügten weiterhin über eine Sperrmajorität von 50 %. Es blieb daher zunächst bei der Regierung der "Präsidialkabinette".
Ergebnisse
| Partei | Stimmen (Änderung) | Sitzen im Reichstag (Änderung) | Prozent von Sitze | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei - Hitler-Bewegung (NSDAP) | 33,1% | -4,2% | 196 | -34 | 33,6% |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 20,4% | -1,2% | 121 | -12 | 20.7% |
| Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) | 16,9% | +2,6% | 100 | +11 | 17,1% |
| Deutsche Zentrumspartei (Zentrum) | 11,9% | -0,5% | 70 | -5 | 12,0% |
| Deutschnationale Volkspartei (DNVP) | 8,5% | +2,6% | 52 | +15 | 8,9% |
| Bayerische Volkspartei (BVP) | 3,1% | -0,1% | 20 | -2 | 3,4% |
| Deutsche Volkspartei (DVP) | 1,9% | +0,7 % | 11 | +4 | 1,9% |
| Christlich-Sozialer Volksdienst (CSVD) | 1,1% | +0,1% | 5 | +2 | 0,9% |
| Deutsche Staatspartei (DStP) | 1,0% | +/-0 | 2 | -2 | 0,3% |
| Deutsche Bauernpartei (DBP) | 0,4% | +/-0 | 3 | +1 | 0,5% |
| Landbund | 0,3% | +/-0 | 2 | +/-0 | 0.3% |
| Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) | 0,3% | -0,1% | 1 | -1 | 0,2% |
| Deutsch-Hannoversche Partei (DHP) | 0,2% | +0,1% | 1 | +1 | 0,2% |
| Andere | 0,9% | +0,3 % | 0 | - | 0% |
| Total | 100.0% | 584 | -24 | 100.0% | |
Siehe auch
1919 | 1920 | 1924 (Mai) | 1924 (Dez.) | 1928 | 1930 | 1932 (Juli) | 1932 (Nov.) | 1933
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