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Reichstag (Zeit des Nationalsozialismus)
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Noch während der Zeit des Nationalsozialismus fanden folgende "Wahlen" zum Reichstag statt:
- 1933
- 12. November: Reichstagswahl und Volksabstimmung (Austritt aus dem Völkerbund)
- 1936
- 29. März: Reichstagswahlen
- 1938
- 10. April: Volksabstimmung und Wahl zum Großdeutschen Reichstag (Anschluss Österreichs)
- 4. Dezember: Sudetendeutsche Ergänzungswahl
Bei den oben genannten "Wahlen" stand jeweils nur die NSDAP zur Wahl, bei Volksabstimmungen gab es hingegen die Möglichkeit der Gegenstimme. Jedoch wurde gemäß den Regelungen der Weimarer Verfassung für je 60.000 abgegebene Stimmen ein Sitz erteilt.
Da, wie in Diktaturen üblich, eine extrem hohe Wahlbeteiligung bestand, aber natürlich auch wegen der neuen zum Reich gehörenden Gebiete, nahm das Parlament bedeutend größere Ausmaße an, als noch 1933. (Zuletzt 855 Abgeordnete, Adolf Hitler war dabei Nr. 433, gewählt im Wahlkreis 24)
Daneben fand 1934 im Deutschen Reich auch die Volksabstimmung vom 19. August 1934 statt (Reichspräsidentschaft).
Reichstagspräsident war im gesamten Zeitraum Hermann Göring.
Der Reichstag trat zum letzten Mal am 26. April 1942 zusammen, dabei proklamierte er Adolf Hitler zum Obersten Gerichtsherrn, insgesamt hatte der Reichstag in der Zeit des Nationalsozialismus nur 20 Sitzungen; die Gesetzgebung lag seit dem Ermächtigungsgesetz von 1933 in der Hand der "Reichsregierung", faktisch bei Hitler.
Aufgrund seiner mangelnden Kompetenzen wurde in jener Zeit der Reichstag mitunter spöttisch als der „teuerste Gesangsverein Deutschlands“ bezeichnet.
Da das eigentliche Reichstagsgebäude infolge des Brandanschlags unbrauchbar wurde, baute man den Vorführungssaal der dem Reichstag gegenüberliegenden Kroll-Oper in einen Sitzungssaal um. Die Kroll-Oper diente fortan als provisorischer Reichstag.
Literatur
- Peter Hubert: Uniformierter Reichstag. Die Geschichte der Pseudo-Volksvertretung 1933-1945, Droste Verlag, Düsseldorf 1992
- Joachim Lilla: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945, Droste Verlag, Düsseldorf, 2004, ISBN 3-77005254-4
Weblinks
- Online Ausgabe der "Verhandlungen des Deutschen Reichstages - Stenographische Berichte", 1919-1939
- Datenbank der Reichstagsabgeordneten / Basis: Reichstagshandbücher (1919 - 1933/38)
1. Wahlperiode (1933) – 2. Wahlperiode (1933–1936) – 3. Wahlperiode (1936–1939) – 4. Wahlperiode (1939–1945)
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