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Reet
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Reet (auch: Reeth, Ried, Rohr u.ä) bezeichnet das an Ufern oder auf sumpfigem Gelände wachsende Schilfrohr, das vielerorts in getrocknetem Zustand zur Dacheindeckung verwendet wird. Der Name Reetdach findet vorrangig an der deutschen Nordseeküste Verwendung. In Mecklenburg-Vorpommern spricht man von Rohrdach. [1]
Inhaltsverzeichnis |
Verbreitung
In vielen Landschaften Europas und Asiens kennt man Reetdächer, doch vielfach werden diese besonders mit dem Nord- und Ostseeküstenraum in Verbindung gebracht, wo man z.B. in Nordfriesland vollständig reetgedeckte Gebäude findet oder auch die Reeteindeckung ostfriesischer Gulfhöfe. Auch das für Nordfriesland typische Uthlandfriesische Haus ist traditionell mit einem Reetdach versehen. In einigen Orten, wie z.B. Kampen auf Sylt gibt es Satzungen, die die ausschließliche Verwendung von Reet, also die so genannte „Weichbedachung“ vorschreiben. In den Nachbarorten Keitum und Wenningstedt gibt es Ortsteile oder Bereiche, in denen ebenfalls ausschließlich Reetdächer gebaut werden dürfen.
Auf der Halbinsel Eiderstedt werden die markanten großen Bauernhäuser, die Haubarge, traditionell mit Reet gedeckt.Die Reet- oder Rohrdachdeckerei ist ein eigener Geschäftszweig, so dass es im norddeutschen Raum spezielle Reetdachdecker gibt, die ausschließlich diese Dächer erstellen und reparieren.
Eine Variante ist das auf der dänischen Insel Læsø traditionelle Dach aus Seegras.
Aufbau
Das Reet- oder Strohdach hat eine hervorragende Isolationswirkung und kann i.d.R. ohne weitere Dämmung verwendet werden. Es hält im Sommer die Hitze ab und wärmt im Winter; es hat an den Seiten einen großen Dachüberstand. Das Reet wird in geschnürten Bündeln geliefert, auf den Dachlatten verteilt und dann so verschoben, dass die unteren Reethalmenden eine schräge einheitliche, durchgehende Fläche bilden, die auch langdauernden Regen nach unten ableitet. Die Reetbündel werden dann mit einem Draht vernäht. Ein solches Reetdach hält mindestens 60 Jahre. Aber es sind auch Dächer dokumentiert, die über 100 Jahre gehalten haben. Empfehlenswert ist hierbei die Verwendung von Reet aus nahegelegenen Regionen, da die örtlichen Witterungsbedingungen während des Wachstums der Pflanzen deren Widerstandskraft (z.B. gegen Regen) beeinflussen.
Brandgefahr
Reetdächer sind sehr feuergefährlich, vor allem im Hochsommer, wenn sie von der Sonnenbestrahlung ausgetrocknet sind. Ein Brand breitet sich in der Regel binnen weniger Minuten großflächig aus; die geschnürten Reetbündel lösen sich und rutschen brennend von der Dachfläche, so dass es schwierig sein kann, aus dem Gebäude zu entkommen. Die Feuerwehren raten zumeist dazu, bei einem Brand das Gebäude sofort zu verlassen. Diese Problematik ist seit Jahrhunderten bekannt, so dass sich ab dem späten 18. Jahrhundert, örtlich auch früher, sogenannte Brandtüren verbreitet haben. (Siehe auch Foto "Uthlandfriesisches Haus") Diese befinden sich an den Längsseiten des Hauses und verfügen über einen eigenen Spitzgiebel, so dass sie beim Verlassen des Gebäudes vor den brennenden Reetbündeln schützen.
Aufgrund der gegenüber einem Hartdach erheblich höheren Brandgefahr sind die Prämien für Feuerversicherungen bei reetgedeckten Häusern dementsprechend höher.
Reet.jpg
Querschnitt eines Reetdaches |
Reet nordsee.jpg
Reetdach nähe Nordstrand |
Haus auf fuenen.jpg
Reetdachhaus auf Fünen |
Öömranghus P5252499jm.JPG
Uthlandfriesisches Haus Amrum |
Roter haubarg1.jpg
Roter Haubarg Eiderstedt, Nordfriesland |
ReetdachHausKampenerHeideSylt.jpg
Reetgedecktes Haus in der Kampener Heide auf Sylt |
Reethaus1.jpg
Reetdachhaus auf Fischland |
A white painted house with a thatched roof.jpg
Reetdachhaus nahe St. Peter |
Quellen
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Reet – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
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