Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Ramón María Narváez
Aus Kefk.
Narváez, der aus altem Adel stammte, trat 1814 in die königliche Garde ein. Bei der Revolution von 1820, die Spanien die von Ferdinand VII. abgeschaffte Verfassung von 1812 zurückbringen sollte, schlug er sich auf die Seite der Liberalen. Er kämpfte 1822 unter Francisco Espoz y Mina in Katalonien, wo er verwundet und von der „Cien Mil Hijos de San Luis“ (dt. Zehntausend Söhne des Hl. Ludwig) genannten französischen Invasionsarmee gefangengenommen wurde. Bis 1824 blieb er in Frankreich und lehnte während der Herrschaft Ferdinands VII. sämtliche Ämter ab.
Erst nach Ferdinands Tod 1834 trat er wieder in die Armee ein. Auf Seiten der isabellinischen Partei tat er sich im ersten Carlistenkrieg hervor, namentlich 1836 bei der Verfolgung des karlistischen Generals Gómez. Bereits 1836 wurde Narváez Brigadegeneral, 1838 Generalkapitän von Altkastilien und Oberbefehlshaber einer Reservearmee. Bis 1840 stand er auf seiten Esparteros, wandte sich aber um diese Zeit von ihm ab und schloss sich der von der Königin Maria Christina protegierten absolutistischen Kamarilla an, als deren eigentlicher Führer er zwei Jahrzehnte hindurch gelten konnte.
1841 musste Narváez nach dem vergeblichen Versuch, Espartero durch eine vom südlichen Spanien ausgehende Erhebung unter Beteiligung des Generals Córdoba zu stürzen, nach Frankreich flüchten, von wo es ihm erst 1842, nachdem er in Valencia gelandet, glückte, sein Ziel zu erreichen und nach Madrid zurückzukehren. Nachdem er die progressistische Partei, die ihm beim Sturz Esparteros behilflich gewesen war, beseitigt hatte, wurde er im Mai 1844 Ministerpräsident und Herzog von Valencia. An der Spitze der sogenannten Moderados (dt. Gemäßigte) führte er nun ein reaktionäres Regiment ein, das in sich in der Verfassung von 1845 niederschlug.
Indes wurde er doch schon am 10. Februar 1846 gestürzt und als spanischer Botschafter nach Paris gesandt. Kurze Zeit darauf wurde er wieder nach Madrid zurückberufen und am 4. Oktober 1847 erneut Ministerpräsident. Königin Maria Christina, die für ihre Tochter Isabella II. regierte, entzog ihm erneut ihre Gunst, so dass Narváez sich am 10. Januar 1851 genötigt sah, sein Amt niederzulegen, um sich wiederum nach Frankreich zu begeben. Nach dem Putsch von Leopoldo O'Donnell war Narváez von Oktober 1856 bis Oktober 1857 erneut Ministerpräsident. Ein weiteres Mal hatte er das Amt von September 1864 bis Juni 1865 inne.
Narváez bekämpfte an der Spitze der königstreuen Truppen einen Militäraufstand im Juni 1866 in Madrid und wurde im Juli von der Königin erneut der Regierungsbildung beauftragt. Seine Politik war davon geprägt, jede Art von revolutionären, also republikanischen und demokratischen Bewegungen, unterdrücken zu wollen. Diese Strenge und Willkür trug dazu bei, die Königin und ihr Regime unbeliebter und verhasster zu machen. Den Sturz der Königin Isabel, zu dem seine repressive Politik unfreiwillig beitrug, erlebte Narváez selbst nicht mehr. Er starb im April 1868 im Amt, bevor die Königin im September 1868 gestürzt wurde.
| Bild:Meyerskonvlexikon.jpg | Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel soweit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Narváez Campos, Ramón María |
| ALTERNATIVNAMEN | Herzog von Valencia |
| KURZBESCHREIBUNG | spanischer Militär, Politiker (Ministerpräsident) |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1800 |
| GEBURTSORT | Loja, Spanien |
| STERBEDATUM | 23. April 1868 |
| STERBEORT | Madrid |
