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Radio Dreyeckland

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt den alternativen Sender Radio Dreyeckland. Unter dem gleichen Namen sendet ein französischer Privatsender im Elsass, siehe Radio Dreyeckland (Elsass). In Colmar existiert außerdem auch noch der alternative Radiosender Radio Dreyeckland Libre (RDL).

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Bekanntster der politischen Piratensender im deutschsprachigen Raum war Radio Dreyeckland, das seit 1977 grenzüberschreitend im Dreiländereck Schweiz, Frankreich, Deutschland sendet und aus dem Widerstand gegen die drei Atomkraftwerke Fessenheim, Whyl und Kaiseraugust entstanden war. Im Vergleich der Länder war nach Angaben der Macher die Schweizer PTT die rabiateste Verfolgungsbehörde.

Nach einer Razzia gegen Radio Dreyeckland unterstützte auch François Mitterrand eine Petition zur Legalisierung des Senders. Als er Staatspräsident wurde, trug er auch dazu bei, das dies in Frankreich auch geschah. Seit Ende der 80er Jahre sendet der Sender aus Freiburg im Breisgau sein Programm.

Das links-alternative Radioprojekt Radio Dreyeckland (RDL), 1977 wurde als Radio Verte Fessenheim gegründet, ist auch das älteste Freie Radio Deutschlands.

Entstanden ist RDL zwar aus der Anti-AKW-Bewegung, aber das Themenspektrum weitete sich jedoch bald aus, u.a. auf besetzte Fabriken in Frankreich und in den '80er Jahren auf den Häuserkampf in Freiburg. In den ersten Jahren seiner Existenz sendete RDL als Piratensender mit einer mobilen Sendeanlage, später von einem festen Studio aus Colmar (Frankreich), ab dem 20. April 1985 illegal direkt aus Freiburg, seit Ende der 1980er Jahren sendet es legal auf der Frequenz 102,3 MHz aus seinem Freiburger Studio im selbstverwalteten Grethergelände.

Mit dem Begriff Dreyeckland ist das Dreiländereck Deutschland - Frankreich - Schweiz gemeint, das von RDL als Einzugsgebiet angesehen wird. Zusätzlich zur Freiburger Frequenz 102,3 MHz teilen sich RDL und Radio Kanal Ratte (RKR) die Frequenz 104,5 MHz vom Senderstandort Hohe Möhr (500 W) im Wiesental. RDL sendet dort von 3 bis 15 Uhr sein Wiederholungs- und Nachtprogramm, von 15 bis 3 Uhr hört man dort 12 Stunden Live-Programm aus Schopfheim von RKR.

Mit ähnlichen Projekten wie Radio Z Nürnberg, dem Querfunk Karlsruhe, dem Radio Kanal Ratte aus Schopfheim etc. tauscht RDL Sendungen aus. Es partizipiert am Infosendungsprojekt zip-fm! und am Audioportal freie-radios.net. RDL ist im Verbund mit den anderen baden-württembergischen Freien Radios in der Assoziation Freier Gesellschaftsfunk (AFF) organisiert. Ebenfalls ist RDL Mitglied des Bundesverbandes Freier Radios.

Programm

Das Programm von RDL ist nach wie vor dezidiert links. Neben festen Redaktionen wie Frauen- und Lesbenradio, Schwule Welle, dem anarchistischen Schwarzen Kanal, dem Knastfunk, und der "Linken Presseschau" gibt es Info- und Mittagsmagazin, Morgenradio. Einen großen Teil der Sendezeit nehmen auch die nach Musikstilen stark ausdifferenzierten mehr oder weniger alternativen Musiksendungen ein. Wichtig sind auch die muttersprachliche Sendungen 17 verschiedenen Sprachen, von Russisch, Portugiesisch und Persisch bis Koreanisch. Außerdem gibt es das Gruppenradio, d.h. einzelne Gruppen (Selbsthilfegruppen, Schulklassen, Projekte) produzieren Sendungen, die auf einem betreuten täglichen Sendeplatz ausgestrahlt werden.


Morgenradio

Das Morgenradio sendet von Dienstags bis Freitags immer zwischen 8 und 10 Uhr. Insbesondere greifen die rund 15 MitarbeiterInnen solche politischen und kulturellen Themen in ihren Sendungen auf, die lokale Relevanz haben und in Freiburg, Lörrach und Schopfheim interessieren. Neben viel Musik, Interviews, Studiogesprächen und gebauten Beiträgen gibt es immer pünktlich um 9Uhr die Veranstaltungshinweise für das Gesamte Dreyeckland.

Schwule Welle

Bild:Logo schwule welle.png
Logo der Schwule Welle Freiburg

Die Sendung wird vorrangig für Schwule zwischen Offenburg und Basel sowie Schwarzwald und Elsass produziert.

Schon in der Pionierzeit von RDL als Piratensender war die Schwule Welle fixer Programmbestandteil. Seit dem 24. November 1988 wird legal jeden Donnerstag gesendet und sie gilt somit als die dienstälteste schwule Radiosendung.

Das Themengebiet ist wie der schwule Alltag breit gefächert, soll das ganze Spektrum schwuler Lebenserfahrung in all seinen Höhen und Tiefen widerspiegeln und eine positive Identifikationsmöglichkeit bieten, auch für jene, die noch Angst vor ihrer eigenen Homosexualität haben. Gegen Ende der Sendung werden regionale und überregionale Veranstaltungstipps und Gruppentermine bekanntgegeben.

Das Team besteht ausschließlich aus schwulen Jungs und Männer. Wie bei RDL üblich gibt es keine strikte Trennung zwischen Moderation und Technik und jeder macht mal dieses oder jenes. Regelmäßige Redaktionssitzungen finden alle zwei Monate in den Räumen von RDL statt. Sie sind öffentlich und jeder Interessierte kann zuhören oder bei Gefallen auch mitmachen.

Quellen

Karl Lüond: Konzessionslos, in NZZ Folio, März 2007, S. 40 ff

Weblinks

Wikipedia
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