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Hillel

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt den jüdischen Schriftgelehrten Hillel. Der amerikanische Rockmusiker gleichen Vornamens ist unter Hillel Slovak zu finden.
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Grab des Hillel um 1900

Hillel der Ältere (Ende des 1. Jahrhunderts vor Christus - Anfang des 1. Jahrhunderts nach) war einer der bedeutendsten jüdischen Schriftgelehrten aus der Zeit vor der Zerstörung des Tempels, Vorsteher des Sanhedrin und Gründer einer liberalen Schule zur Auslegung der Schrift, auf den sich Juden bis heute oft berufen.

Inhaltsverzeichnis

Hillel im Judentum

Hillel galt als weitherziger, geduldiger Gesetzeslehrer, der die Gewaltlosigkeit predigte und zahlreiche Schüler hatte. Sein „Gegenspieler“ war Schammai, der die Tora in manchem strenger auslegte, denn Schammai galt als sehr gewissenhaft. Bis heute sind Hillels Worte in der jüdischen Überlieferung von wesentlicher Bedeutung, vor allem in der jüdischen Ethik.

Seinen Aussagen nach lässt sich das Gesetz in einer „Goldenen Regel“ zusammenfassen:

„Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu.”

Die Sprüche der Väter enthalten mehrere Aussagen von ihm. Ein berühmtes Beispiel:

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich? Und solange ich nur für mich bin, was bin ich? Und wenn nicht jetzt, wann?

Von Hillel sind außerdem sieben Auslegungsregeln der Hl. Schrift überliefert, die aber vermutlich erst später nach seinen Grundsätzen formuliert wurden. Er liegt der christlichen Bibelauslegung recht nahe. Neben diesen Regeln des Hillel gibt es auch noch die 13 Regeln des Rabbi Jischmael, eines großen Gelehrten aus der Zeit Bar Kochbas (um 135).

Hillel und Schammai

Hillel der Ältere und Schammai werden im Mischnatraktat Abot als Nachfolger des Schemaja und des Abtaljon in der Traditionskette genannt. Sie sind eines der fünf so genannten Zugot / Paare in der Überlieferungsgeschichte der Tora.

Die sieben Middot/ Regeln des Hillel

Bei den sieben Regeln oder hebräisch Middot, die traditionsgemäß Hillel dem Älteren zugeschrieben werden, handelt es sich um Regeln für die Auslegung der Tora.

  1. Vom Leichteren auf das Schwerere (lat: a minore ad maius, hebr: qal wachomer)
  2. Gleiche Verordnung - gleiche Satzung (Analogieschluss), hebr. gezerah schawa
  3. Gründung einer Familie von einem Wort (Verallgemeinerung besonderer Gesetze), hebr. binjan ab mi-katub echad
  4. Gründung einer Familie von zwei Wörtern (obiges auf Basis zweier Stellen in der Thora), hebr. binjan ab mi-schne ketubim
  5. "Allgemeines und Besonderes": Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere und umgekehrt, hebr. kelal u-ferat u-ferat u-kelal
  6. Ähnliches an einer anderen Stelle: lockerer als der Analogieschluss, hebr. kejotse bo be-maqom acher
  7. Schluss aus dem Kontext (Zusammenhänge der Situation), hebr. dabar ha-lamed me-injano


Zitate

„Sage nicht: >Sobald ich Zeit dafür habe, werde ich lernen<; vielleicht hast du nie dafür Zeit.“

Sprüche der Väter 2,5, Rabbi Hillel

Wikipedia
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Literatur

Die Middot Hillels des Älteren

  • H.L.Strack / G. Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch: 7., völlig neu bearb. Auflage: München Verlag C.H.Beck 1982; S.26-30.

Weblinks

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