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Raúl Castro

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General Raúl Castro

Raúl Castro Ruz (* 3. Juni 1931 in Mayarí in der damaligen kubanischen Provinz Oriente) ist ein kubanischer Revolutionär und Politiker. Er ist der jüngste der drei Castro-Brüder Raúl, Fidel (* 1926) und Ramón. Während und nach dem Triumph der Revolution 1959 war er einer der führenden Köpfe in Staat und Partei Kubas.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Funktionen im Staat

Raúl Castro ist

Leben

Kindheit und Jugend

Raúl Castro wurde als Sohn eines Großgrundbesitzers geboren. Seine Eltern waren Ángel Castro Argiz, Sohn armer spanischer Emigranten aus der galicischen Stadt Lugo, und Lina Ruz González, aus einer Bauernfamilie aus der Provinz Pinar del Río.

Er absolvierte seine Schulzeit in Santiago de Cuba und Havanna, wo er dann auch die Universität besuchte. Er studierte Sozialwissenschaften, erreichte allerdings keinen Abschluss, da er zuvor aus Kuba fliehen musste.

Während seiner Studienzeit war Raúl als Studentenführer sehr aktiv. So nahm er 1953 an der Internationalen Konferenz zur Verteidigung der Jugendrechte in Wien als Delegierter teil. In Kuba beteiligte er sich am Kampf gegen das Batista-Regime.

Vor der kubanischen Revolution

Er war Gründungsmitglied der "Bewegung des 26. Juli" (M-26-7) am 12. Juni 1955 und damit treibende Kraft der Revolution gegen den Diktator Batista auf Kuba.

Teilnahme an der Revolution

Am 26. Juli 1953 nahm Raúl am Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba teil, der von seinem Bruder Fidel angeführt wurde. Raul stand an der Spitze einer Gruppe von sieben Männern, die den Justizpalast einnehmen sollte. Der gesamte Versuch scheiterte. Raúl Castro wurde zu 13 Jahren Zuchthaus auf der Isla de Pino (heute Isla de la Juventud) südlich von Havanna verurteilt, kam aber bereits nach zwei Jahren im Rahmen einer Generalamnestie im Mai 1955 frei.

Nach der kubanischen Revolution

Von 1959 bis 1976 war er Vize-Premierminister, danach wurde er Vizepräsident des Staatsrates. Raúl Castro wird in der westlichen Presse oft als ideologischer Hardliner dargestellt. Mit Che Guevara war Raúl Castro eng befreundet.

Raúl heiratete Vilma Espín, die heute Vorsitzende des kubanischen Frauenverbandes ist und als überzeugte Kommunistin gilt. Raúl Castro war 1959 daran beteiligt, den populären, aber gegenüber kommunistischen Strömungen sehr skeptischen Guerillaführer Commandante Huber Matos seines Amtes zu entheben und in einem Prozess zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilen zu lassen.

Als Verteidigungsminister kontrolliert Raúl Castro bedeutende Teile der kubanischen Wirtschaft, da wichtige Staatsunternehmen im Tourismus, dem Nickelbergbau und der Zuckerindustrie der Armee gehören. Militärs stehen an den Spitzen des Innenministeriums, des Zuckerministeriums, des Ministeriums für Hochschulerziehung, an der Spitze der Zivilluftfahrtbehörde, des Gesundheitsministeriums, des Hafens von Havanna und anderer wichtiger Institutionen.

Aufbau des neuen Kuba

Während Fidel Castro zunächst noch das Bindeglied zwischen der Revolution und den bürgerlich-liberalen Bewegungen blieb, forcierte Raúl schon früh zusammen mit Ernesto Che Guevara die Aufnahme von Beziehungen zu den sozialistischen Ländern. Nach dem Zusammenbruch des so genannten real existierenden Kommunismus in Osteuropa soll Raúl Castro zur Abfederung der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf Kuba zahlreiche, nach westlichem Vorbildung funktionierende Managementmethoden, u.a. unter dem Namen Sistema de Perfeccionamiento Empresarial, eingeführt haben. Unter Leitung eines älteren Dreisternegenerals entstanden landwirtschaftliche Musterbetriebe, in denen moderne Verfahren der Nutzpflanzenanbaus, der Betriebsführung und des Warenabsatzes erfolgreich erprobt wurden. In diesen Musterbetrieben arbeiten junge Soldaten (Ejercito Juvenil de Trabajo (EJT)) in anderer Weise als in der restlichen kubanischen Wirtschaft, nämlich nicht in einer Mangel- und Schlendrianswirtschaft, so der frühere Botschafter Wulffen.

2006: Vorübergehende Übernahme der Staatstätigkeit

Die Nachfolge Fidel Castros in Kuba ist formal geklärt. Raúl Castro würde als stellvertretender Präsident Kubas die Regierung übernehmen.

Fidel Castro unterzog sich am Montag dem 31. Juli 2006 einer komplizierten Magen-Darm-Operation. „Die Operation zwingt mich zu mehreren Wochen Ruhe, in denen ich meinen Verantwortungen und meinen Ämtern fernbleiben werde“, teilte Fidel Castro in einer Botschaft mit. Die Darmerkrankung wäre eine Folge von Überarbeitung und Stress der vergangenen Wochen, in denen er großes Pensum von internationalen Auftritten absolvierte.

Am 31. Juli 2006 wurde Raúl aufgrund einer Erkrankung Fidels vorübergehend die Führung der Partei, der Oberbefehl über die Armee und das Amt des Staatsoberhaupts übertragen.

Siehe auch

Literatur

  • Bert Hoffmann: Kuba. C.H.Beck Verlag, München (2. Aufl. 2002), ISBN 3-406-44787-2
  • Bernd Wulffen: Eiszeit in den Tropen. Botschafter bei Fidel Castro, Berlin, Ch. Links Verlag 2006, ISBN 3-86153406-1

Weblinks

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