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RSBN

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RSBN (Радиотехническая система ближней навигации, etwa ausgesprochen: Radiotechnizscheskaja systema blischneij nawigaci) ist ein russisches ziviles wie militärisches Funknavigationssystem ähnlich dem VOR/DME und einer Reichweite von etwa 80 bis 400 km.

Inhaltsverzeichnis

funktechnisches Prinzip, Richtungsbestimmung

In kompletter Ausstattung besteht es aus Drehfunkfeuer, Distanzmesser (bodenseitige und luftfahrzeugseitige Retranslatoren)(und einer oft als zugehörig genannten Instrumentenlandeanlage PRMG, die im wesentlichen wie das ILS funktioniert). Mit dem RSBN-System wird die Position des Luftfahrzeuges nach Richtung und Entfernung im Bezug auf das Drehfunkfeuer bestimmt.

Ähnlich einem VOR-Funkfeuer mit drehender Radialabstrahlung, besteht es aus einem rotierendem Signal und einem ungerichtetem Signal. Es sendet ein mit 100 U/min rotierendes doppel-keulenförmiges Signal und in 2 Impulsfolgen ungerichtete Bezugsignale (alle 10 Grad je Doppelkeulenumlauf 36 Impulsfolgen und alle 10,28 Grad 35 Impulsfolgen). Im Nord-Bezugspunkt fallen beide Impulse zusammen. Der Abstand zwischen den 36iger und 35iger Impulsen wird mit fortwährender Umdrehung des Doppelkeulensignals größer. Das Gerät im Luftfahrzeug misst das Minimum zw. beiden Keulensignalen als Überstreichungszeitpunkt (Das Minimum ist mit höherer Genauigkeit als das Maximum bestimmbar). Durch Zählen der 36er-Impulse, also alle 10 Grad, wird ermittelt, in welchem Abschnitt der Azimut liegt, ein Feinzähler misst die Zeit zw. Doppelkeulenminimum und letztem 36er-Impuls (bei Nord und Süd, also 0 Grad und 180 Grad, wird neu abgeglichen). Aus beiden Zählermessungen wird der Azimutwinkel theoretisch mit einer Genauigkeit von 0,02 Grad ermittelt. Die Messgenauigkeit ergibt sich aus der verwendeten Frequenz des Feinzählers. Praktisch ist die Anzeigegenauigkeit durch die Verarbeitung in der nachfolgenden Elektronik und durch das Anzeigegerät begrenzt. Man geht hier von 0,2 Grad aus. Somit ist das RSNB-System exakter als VOR/DME (Drehfunkfeuer).

Entfernungsmessung

Im wesentlichen wie DME funktioniert die Entfernungsmessung (Abfragestrahl 30 Hz, Rückantwortimpuls 300Hz), aber mit einer zusätzlichen Abfragerichtungsinformation. Eine Morsekennung der Station kann zugeschaltet werden.

Funktionsprinzip ist ein Sekundärradar. Ein vom Boden ausgesandter Impuls wird vom Luftfahrzeug aktiv beantwortet, die Laufzeit wird am Boden gemessen und daraus die Entfernung bestimmt. Sowohl die Boden -als auch die luftfahrzeuggebundenen Stationen verfügen über ein eigenes Abfragegerät und einen Antwortsender, so dass von beiden Stationen aus jeweils unabhängig die Entfernung zur jeweils anderen bestimmt werden kann.

zugehörige Geräte und Anzeigen im Cockpit

Die jeweilige RSBN-Station wird mit einem Kanalwähler (bis Kanal 88, einige Ausführungen bis Kanal 40, neuere Systeme bis Kanal 176) angewählt (116 MHz bis 117,95 MHz / 770 bis 1000 MHz).

Nachstehende Auswahl typischer Geräte bzw. Anzeigemodis erlauben umfangreiche Positions-, Entfernungs- und Richtungsbestimmungen:

Die Peil-Richtung und Abweichung werden generell auf einen auf RSBN umgeschalteten HSI-Kompass (Horizontal Situation Indicator) und VOR-Anzeiger sowie einigen zusätzlichen Geräten dargestellt. Dazu gibt es RSBN-spezifische Anzeigegeräte und deren Betriebsarten:

  • "azimuth to" und "azimuth from" Radial zur/von der RSBN-Station
  • "left orbit" Distanz gegen Uhrzeigerrichtung rechts von Station (Station ist links vom Flugzeug)
  • "right orbit" Distanz in Uhrzeigerrichtung links von Station (Station ist rechts vom Flugzeug)
  • "SRP" Überfliegen eines Punktes innerhalb des Bereiches der RSBN-Station mit Definierung des "target angle" (Winkel zum Ziel) und der "target distance" (Entfernung zum Ziel). Dazu wird der "ZPU" "virtual course angle" durch die Station bestimmt. (Wenn target angle = ZPU ist, dann fliegt das Flugzeug weg von der RSBN-Station, ist er = ZPU + oder - 180 Grad, fliegt es zur RSBN-Station)
  • "KPPM" Gerät zur vertikalen und horizontalen Führung für RSBN, wie auch für VOR und ILS
  • "PPDA" rechtweisende Peilung und Distanz relativ zur RSBN-Station. Wenn die Peilung = Azimut und die Distanz = orbit, dann ist das Ziel erreicht.

Anwendungsbereich im Kontext zu anderen Navigationssystemen in Cockpit

Das RSBN-System dient nicht zur automatischen Navigation im russischen Luftraum, sondern zur Positionsbestimmung und ist diesbezüglich in der Anwendung mit VOR/DME vergleichbar. Neben klassischem Kreiselkompass und Magnetkompass war es anfangs häufig die einzige Navigationsanlage zur Standorts- und Entfernungsbestimmung in frühen russischen Flugzeugen (und RSBN gibt es nur im russischen bzw. ex-sowjetischen Luftraum). Es wurde dann durch weitere Systeme ergänzt.

In russischen Flugzeugen wird, neben moderneren Navigationssystemen (INS-Trägheitsnavigation, Navigationsrechner NV-PB oder NVU, bzw. den Satellitennavigationsanlagen GPS und Glonass) und dem klassischen VOR/DME , ILS, MLS, sowie NDB-ADF noch das Doppler-Radar Equipment "DISS" verwendet (zB. als autonomes Navigationssystem NAS-1, NVU oder NV-PB1). NV-PB1 und NVU können RSBN zur Fehlerkorrektur nutzen.

So ist z.B. die Iljushin IL-62 sowohl mit NV-PB1 und Dopplerradar, als auch RSBN, klassischen NDB-ADF und VOR/DME , als Langstreckennavigation vorerst LORAN und OMEGA und dann auch INS mit nachgerüstetem Navigationsrechner und häufig zusätzlichem GPS oder Glonass ausgestattet.

Weblinks

Wikipedia
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