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EIA-485
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Die EIA-485-Schnittstelle (ehemals RS-485) dient der seriellen Datenübertragung in der Informatik. Die Schnittstelle arbeitet mit +5 V (High) und 0 V (Low) als so genannte differentielle Spannungsschnittstelle (im Gegensatz zur massebezogenen EIA-232), bei der auf einer Ader das echte Signal und auf der anderen Ader das invertierte (oder negative) Signal übertragen wird. Da die meisten Störungen sich auf beide Signale gleich auswirken, bleibt die Differenz beider Signale annähernd gleich und kann zur Auswertung genutzt werden.
Bei der seriellen Datenübertragung werden die Bits hintereinander auf einer Leitung übertragen, im Gegensatz zur parallelen Datenübertragung, bei der die Bits gleichzeitig auf mehreren Leitungen übertragen werden.
Namengebend ist die Electronic Industries Alliance (EIA), die ihre Standards früher mit der Bezeichnung RS für Radio Sector herausgab. Mit der Erweiterung auf Fachgebiete auch über die Radiotechnik hinaus blieb zwar das Präfix erhalten, war aber offiziell keine Abkürzung mehr. Heute wird RS meist als Recommended Standard gelesen. Der Standard wird inzwischen von der Telecommunications Industry Association (kurz TIA) verwaltet, hat die Bezeichnung TIA-485-A und den Titel Electrical Characteristics of Generators and Receivers for Use in Balanced Digital Multipoint Systems (ANSI/TIA/EIA-485-A-98) (R2003). Der letzte Teil der Bezeichnung besagt, dass der Standard ohne technische Änderungen im Jahr 2003 bestätigt wurde.
Die EIA-485 Schnittstelle benutzt in der Regel lediglich ein Adernpaar und wird halbduplex betrieben, mit zwei Adernpaaren ist aber auch Vollduplexbetrieb möglich. Die Verbindung ist multipoint fähig, das heißt es können bis zu 32 Teilnehmer (oder Unit Loads, eine hypothetische Lastgrösse) an den EIA-485-Bus angeschlossen werden. Es existieren Transceiverbausteine welche 1/2, 1/4 oder sogar nur 1/8 Unit Load darstellen. Damit können Netzwerke mit bis zu 256 Teilnehmern (1/8 Unit Load) aufgebaut werden. Üblich werden Kabellängen bis zu 1,2 km und Übertragungsraten bis 1 MBit/s unterstützt. Die tatsächlich mögliche maximale Netzwerkgrösse und die maximale Übertragungsrate ist aber stark vom Aufbau des Netzwerks abhängig. Insbesondere Sterntopologien sollten aufgrund der so entstehenden langen Stichleitungen vermieden werden.
Da die EIA-485 Schnittstelle ein Bussystem (im Gegensatz zur Punkt-zu-Punkt-Verbindung bei EIA-232) darstellt, sollten die Leitungsenden (zumindest bei größeren Leitungslängen bzw. größeren Übertragungsraten) abgeschlossen werden. Es wird in der Regel ein passiver Abschluss durch verbinden der Signalleitungen über jeweils einen 120 Ω Widerstand an den beiden Busenden verwendet.
Bei großen Leitungslängen kann es durch den Spannungsabfall zu Potentialdifferenzen zwischen den Busteilnehmern kommen, die die Kommunikation behindern. Dies kann durch mitführen der Masseleitung verbessert oder durch eine galvanische Trennung (Optokoppler) vermieden werden.
Als Steckverbindung werden 9-polige Stecker und Buchsen (D-Sub) benutzt.
Allerdings ist die Steckerbelegung nicht normiert. Beim Profibus, der auf dieser Norm basiert, werden die Pins 3 und 8 für die Datenleitung benutzt.
Andere serielle Übertragungsarten sind EIA-232, EIA-422, USB
Siehe auch: Hardware-Protokoll, Software-Protokoll
Weblinks
- Elektronik-Projekt
- Kolter Elektronik - Schnittstellen
- Standards betreffend TIA/EIA-485-A bei der TIA
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