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ROT13
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ROT13 (engl. rotate by 13 places, zu deutsch in etwa „rotiere um 13 Stellen“) ist eine Verschiebechiffre (auch Caesarchiffre genannt), mit der auf einfache Weise Texte verschlüsselt werden können. Dies geschieht durch Ersetzung von Buchstaben – bei ROT13 im speziellen wird jeder Buchstabe des lateinischen Alphabets durch den im Alphabet um 13 Stellen davor bzw. dahinter liegenden Buchstaben ersetzt.
Der Name „ROT13“ stammt aus dem Usenet in den frühen 1980er Jahren. ROT13 ist nicht zur sicheren Verschlüsselung gedacht, es wird im Gegensatz dazu sogar oft als Beispiel für eine schwache, unsichere Verschlüsselung genannt. Vielmehr dient ROT13 dazu, einen Text unlesbar zu machen, also zu verschleiern, so dass eine Handlung des Lesers erforderlich ist, um den ursprünglichen Text lesen zu können. ROT13 lässt sich daher mit Lösungen von Rätseln in Zeitschriften vergleichen, die kopfüber gedruckt werden, damit sie nicht sofort gelesen werden können.
Da ROT13 nur die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets benutzt, gibt es ähnliche, etwas komplexere Methoden, die auch Zahlen, Sonderzeichen etc. beachten.
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Namensgeschichte und Verwendung im Internet
Der Name ROT13 für den relativ trivialen Algorithmus trat Vermutungen zufolge ursprünglich in der Newsgroup net.jokes auf. [1] Es gab dort Versuche, die Leser vor möglicherweise anstößigen Witze besonders zu verwahren, jedoch wurde eine einzelne Kategorie abgelehnt, da kein spezieller Platz für diese eher abgelehnten Beiträge geschaffen werden sollte. Somit wurde das einfache Verfahren ROT13 benutzt, um Leser vor dieser Art von Witzen zu schützen – auch wurden manchmal die Pointen der Witze verschlüsselt, so dass sie nicht unabsichtlich zu früh gelesen werden konnten.
Das Verfahren wurde seitdem in verschiedenen Bereichen zum Schutz der Leserschaft verwandt, so dass die Leser nicht unbeabsichtigt etwas lesen, was sie nicht lesen wollen; abgesehen vom oben genannten Versuch eines freiwilligen Jugendschutzes beispielsweise zum Schutz vor Spoilern (z. B. inhaltliche Beschreibung eines Films). Einige E-Mail-Programme, Texteditoren und viele Newsreader bieten eine ROT13-Funktion an.
Algorithmus
ROT13 hat gegenüber anderen Verschiebechiffren (ROT-n, also gegenüber einer Verschiebung um
Stellen des Alphabets) den Vorteil, dass die Ver- und Entschlüsselung identisch abläuft, also mathematisch eine Involution vorliegt. Wird ein bereits einmal verschlüsselter Text erneut verschlüsselt, so wird er also entschlüsselt. Verbreitet ist deshalb auch der Witz von „doppelt ROT13-verschlüsselten“ Inhalten – eine doppelte ROT13-Verschlüsselung ändert den Text nämlich nicht.
Aufgrund der Einfachheit des Algorithmus lassen sich verschlüsselte Texte sowohl manuell – beispielsweise anhand einer Tabelle - als auch durch simple Programme relativ einfach und schnell entschlüsseln. Bei UNIX-Systemen existiert standardmäßig eine Funktion namens tr (für engl. transliterate), die zur Ver- und Entschlüsselung benutzt werden kann:
tr A-Za-z N-ZA-Mn-za-m
Eine Methode für automatische Entschlüsselung wird in zahlreiche Newsreader eingebaut. Da ROT13 Buchstaben des Alphabetes jeweils nur wieder mit Buchstaben ersetzt, verursachte dieses Verfahren bei Newsreadern keine Fehler wie andere einfache Verschlüsselungen, bei denen die Buchstaben durch Sonderzeichen ersetzt wurden, mit denen die Software nicht zurechtkam.
Zur Ver- und Entschlüsselung lässt sich eine solche, einfache Tabelle benutzen:
| ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZabcdefghijklmnopqrstuvwxyz |
| NOPQRSTUVWXYZABCDEFGHIJKLMnopqrstuvwxyzabcdefghijklm |
Es wird jeweils der oben stehende Buchstabe durch den darunter stehenden ersetzt – sowohl für Verschlüsselung als auch für Entschlüsselung.
Beispiel
Als Beispiel dient hier die teilweise Verschlüsselung eines Witzes, so dass Anfang des Witzes und Pointe getrennt bleiben:
Was macht ein Ostfriese mit einem Messer in der Hand auf dem Deich? Re jvyy va Frr fgrpura!
Durch Anwendung von ROT13 wird die Pointe offengelegt (der Beginn des Witzes dabei verschlüsselt):
Jnf znpug rva Bfgsevrfr zvg rvarz Zrffre va qre Unaq nhs qrz Qrvpu? Er will in See stechen!
Eine erneute Anwendung würde den Ausgangstext, also mit offengelegtem Anfang und verschlüsselter Pointe ergeben.
ROT13 als Verschlüsselungstechnik?
ROT13 ist ein Sonderfall der historischen Verschlüsselungsmethode, die der römische Feldherr Gaius Julius Caesar vor mehr als 2000 Jahren benutzte und die unter dem Namen Caesar-Verschlüsselung bekannt ist. ROT13 ist eine feste Caesar-Verschiebung um 13 Buchstaben (entspricht dem Schlüssel M) und ist daher keinesfalls als sichere Verschlüsselung geeignet. Mit einfachsten kryptanalytischen Methoden wie der Untersuchung der Buchstabenhäufigkeit oder der Analyse bezüglich häufiger Buchstabenkombinationen kann diese Methode sehr schnell entlarvt und gebrochen werden.
Der einzige Zweck von ROT13 ist also der, dass der Empfänger einer Nachricht die bewusste Entscheidung treffen muss, den verschlüsselten Abschnitt lesen zu wollen.
Da ROT13 eine offenkundig unsichere Verschlüsselungsmethode ist, wurde diese Bezeichnung zum Schlagwort für unsichere Verschlüsselungen.
ROT13-Variationen
Da es in einigen Fällen auch sinnvoll ist, dass Zahlen nicht auf den ersten Blick erkannt werden können, wurde zudem ein Verfahren namens ROT18 entwickelt, welches bei den Großbuchstaben die Ziffern von 0–9 einbezieht, bei den Kleinbuchstaben aber mit ROT13 identisch ist. ROT18 wird allerdings von keinem gängigen E-Mail-Programm oder Newsreader unterstützt. Alternativ gibt es das Verfahren ROT5, das die Zahlen extra behandelt und sie um fünf Stellen weiterschiebt. Der noch weniger verbreitete ROT47-Algorithmus wiederum wendet das von ROT13 bekannte Verfahren auf alle ASCII-Zeichen zwischen 33 („!“) und 126 („~“) an. Die Tabelle für ROT47 sieht also folgendermaßen aus:
| !"#$%&'()*+,-./0123456789:;<=>?@ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ[\]^_`abcdefghijklmnopqrstuvwxyz{|}~ |
| PQRSTUVWXYZ[\]^_`abcdefghijklmnopqrstuvwxyz{|}~!"#$%&'()*+,-./0123456789:;<=>?@ABCDEFGHIJKLMNO |
Quellen
Einzelnachweise
- ↑ Frühe Vorkommen von „ROT13“ im Google USENET archive gehen zurück auf den 8. Oktober 1982 in der net.jokes Newsgruppe. [1][2].
Literatur
- Bruce Schneier: Applied Cryptography, 2nd edition. Wiley, 1996, p11. ISBN 0471117099.
Weblinks
- Online-Umwandler für ROT5, ROT13, ROT18 und ROT47 (JavaScript, GPL, auch offline nutzbar)
- Online-Umwandler für ROT5, ROT13, ROT18 und ROT47 (kein JavaScript, nur online nutzbar)
- Eric S. Raymond (Hrsg.), the Jargon File, (Online-Version).
- ROT13-Bookmarklet für Mozilla Text auf einer Webseite markieren und das Bookmark anklicken zum codieren
- ROT13-Implementierungen in verschiedenen Programmiersprachen
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