RJ-XX

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Bild:Rjxx.jpg
Modularstecker und -buchsen, wie sie unter anderem bei den RJ-Telefonverkabelungsstandards benutzt werden

RJ-XX ist die Abkürzung für von der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) genormte Telefonverkabelungen und die dazu benutzten Stecker und Buchsen einschließlich der Kontaktbelegungen. RJ steht für Registered Jack (genormte Buchse). Die RJ-XX-Steckverbindungen werden heute weltweit für Telefon- und Netzwerkverbindungen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung der Stecker und Buchsen

Die Stecker und Buchsen für RJ-XX-Steckverbindungen werden auch als „Western-Modular-“ sowie vereinfachend als „Western-“ und „Modular-“Stecker bzw. -Buchse [1] bezeichnet, wobei diese Benennung auf das US-amerikanische Unternehmen „Western Electric“ zurückgeht. Die Stecker und Buchsen gibt es in verschiedenen Breiten und mit verschiedener Anzahl von Kontakten. Beispielsweise kann ein Stecker 6 mögliche Kontaktpositionen besitzen, von denen aber nur 4 mit Kontakten ausgestattet sind. Ein solcher Stecker wird mit „6P4C“ bezeichnet. Dabei steht „P“ für „Positions“ und „C“ für „Contacts“. Weder die Belegung noch der Einsatz solcher Modularstecker und -buchsen ist allgemein genormt. Teilweise werden die Stecker auch zur Stromversorgung im Niedervoltbereich benutzt.

Gängige RJ-XX-Steckverbindungen

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Die bekanntesten, jedoch im PC- und Netzwerk-Bereich sowie allgemein außerhalb der USA meist falsch bezeichneten, Registered Jacks sind die Telefonbuchsen (auch „Westernbuchsen“ oder „Modular Jack“ genannt, die Stecker entsprechend „Plug“) mit sechs Pin-Positionen, von denen bei RJ-11 zwei (6P2C), bei RJ-14 (sowie den kaum verwendeten RJ-12 und RJ-13) vier (6P4C) sowie bei RJ-25 alle sechs Pins (6P6C) beschaltet sind. Im PC-Bereich wird oft jeder voll beschaltete achtpolige (8P8C) Modularstecker „RJ-45“ genannt, obwohl es sich bei den RJ-45-Normen eigentlich um Verkabelungsstandards für spezielle Modems handelt, bei denen achtpolige Stecker ohne volle Beschaltung, dafür mit angebrachtem Widerstand, genutzt werden.

Eine weitere Variante ist der Y-ConJack-22 Stecker, b.z.w. Buchse, bei dem 2 zusätzlichen Kontakte (A;B) für die Spannungsversorgung integriert sind.

In Deutschland werden ungeschirmte voll beschaltete achtpolige (8P8C) Modularstecker umgangssprachlich auch als ISDN-Stecker, geschirmte als „Ethernet-Stecker“ bezeichnet.

Außerhalb der Kreise us-amerikanischer TK-Fachleute gibt es häufig Verwechslungen und Ungenauigkeiten bei der Zuordnung von RJ-Bezeichnern zu den kleineren der oben genannten Stecker. Die sechspoligen Buchsen und Stecker, die für Telefonverbindungen benutzt werden, können sowohl für RJ-11 als auch für RJ-12, RJ-13, RJ-14 oder RJ-25 sowie für einige andere Verkabelungsvarianten beschaltet werden, wodurch jeweils ein „Steckergesicht“ definiert wird, das auf sechs Kontaktpositionen (Polen) basiert. Dabei wird für RJ-11 lediglich das innerste Adernpaar benutzt, für RJ-14 und die seltenen Verkabelungsvarianten RJ-12 und RJ-13 jeweils vier Adern und für RJ-25 alle sechs Adern. Der noch kleinere vierpolige Stecker, mit dem zum Beispiel Telefonhörer an das Basisgerät angeschlossen werden, wird in keiner RJ-Norm genutzt. Er wird oft als RJ-10, RJ-9 oder RJ-22 bezeichnet, da er kleiner ist als die sechspolige Variante.

Zuordnung von RJ-Beschaltungsvarianten zu in Europa gebräuchlichen Modularstecker-Bauformen

RJ-Variante Kontakt-
positionen
Kontakte Stecker-/Buchsen-Bezeichnung Pin-Nr
Stecker
Bild Anwendungsbeispiele
keine RJ-Norm, umgangssprachlich z.T. „RJ-10“, „RJ-9“ oder „RJ-22“ 4 4 4P4C Bild:Rj 14.png Bild:RJ14-Stecker.jpg beidseitig bei Telefonhörerkabeln
RJ-11 6 2 6P2C Anschluss von Telefonen, Faxgeräten oder Modems mit einer Leitung (in Deutschland nur geräteseitiges Kabelende)
RJ-14 6 4 6P4C Bild:Rj 11.png Bild:RJ11-Stecker.jpg Anschluss von Telefonen, Faxgeräten oder Modems mit zwei Leitungen (in Deutschland nur geräteseitiges Kabelende; zweite Leitung in D: Rückkanal)
RJ-12 6 6 6P6C Bild:Rj 12.png Bild:RJ12-Stecker.jpg Anschluss von Faxgeräten, Modems oder Multifunktionsgeräten mit drei Leitungen ; 6P6C auch bei LocoNet

Außerdem bei AVM-Fritz!Box 7170 im Einsatz

vollbeschaltetes 8P8C ohne Widerstände eigentlich RJ-48, RJ-49 oder RJ-61; umgangssprachlich oft „RJ-45“ genannt 8 8 8P8C Bild:Rj 45.png Bild:RJ45-Stecker-ISDN.jpg Bild:RJ45-Stecker-Netzwerk.jpg Anschlussdosen und -kabel bei ISDN (IAE), Up0, strukturierten Verkabelungen und Computernetzwerken (UAE)
keine RJ-Norm; Modified Modular Plug/Jack (MMP/MMJ) bzw. umgangssprachlich „DEC Type“ 6     Bild:Rj dec.png Bild:RJ DEC Type.jpg
Modularstecker mit versetzt angebrachter Rastnase
geräteseitig zum Beispiel bei NTBA, DSL-Modem, vt-Terminals

Zuordnung von Modularstecker-Bauformen zu RJ-Nummern im deutschen Handel

Im deutschen Handel werden für RJ-Stecker und -Buchsen, passende Zangen und konfektionierte Kabel durchgängig folgende (eigentlich falsche) Bezeichnungen verwendet:

Kontakt-
positionen
Handelsbezeichnung
4P4C RJ10 oder RJ14
6P4C RJ11
6P6C RJ12
8P8C RJ45

Kompatibilität

Des Weiteren herrscht Verwirrung über die physische Kompatibilität. Die Stecker wurden so entwickelt, dass ein vierpoliger Stecker in eine sechs- oder achtpolige Buchse passt und dann dort eine Verbindung mit den innersten vier Adern herstellt, und der sechspolige Stecker passt in eine achtpolige Buchse, wo er dann mit den zentralen sechs Adern verbindet. Diese theoretische Kompatibilität ist manchmal aus Herstellersicht aber nicht wünschenswert, und außerdem hat sich herausgestellt, dass die Kompatibilität eher dazu führt, dass Endkunden die Geräte an die falschen Dosen anschließen und im Extremfall ihre Modemkarten per Power over Ethernet zerstören. Auch mit dem Netz verbundene ISDN-Stecker (40 Volt) in Ethernet-Geräten (0,75 Volt) können zur Zerstörung der Ethernet-Geräte führen.

TIA-568A und B

Bild:Tia568.png
TIA-568-Buchsenbelegungen. Ansicht von vorne, Kabel in Richtung des Betrachters. Riegel oben liegend.

Alle diese Stecker werden üblicherweise in Verbindung mit verdrillten (Twisted Pair) Adern benutzt. Die Verdrahtungskonventionen wurden so festgelegt, dass die oben diskutierten Vorteile der physischen Kompatibilität voll ausgenutzt werden konnten, allerdings ergab sich hier wiederum ein Problem. Das ursprüngliche Konzept war, dass die inneren zwei Pins ein Paar bildeten, die nächsten äußeren ein weiteres Paar usw. bis zu den beiden äußersten Adern, die das vierte Paar bildeten. Zusätzlich wurde die Signalübertragung optimiert, indem jeweils der „aktive“ und der gegen Erde liegende Pin jedes Paars wechselten. Bei dieser Pinbelegung sind im achtpoligen Stecker die äußersten Drähte allerdings so weit voneinander entfernt, dass sie den elektrischen Anforderungen für Hochgeschwindigkeits-LAN-Protokolle nicht mehr genügen. Daher wurden zwei Belegungsvarianten TIA-568A und TIA-568B standardisiert, bei denen jeweils zwei beieinander liegende Pins das dritte bzw. vierte Paar bilden.

Der einzige Unterschied zwischen TIA-568A und TIA-568B ist die Vertauschung der Adernpaare 2 und 3 (orange und grün). Wird ein Kabel an einem Ende nach TIA-568A belegt und am anderem Ende mit TIA-568B, so entsteht ein einfaches (nur für 10/100BASE-T) gekreuztes Kabel. Für ein 100BASE-T4/1000BASE-T Crossover Cable müssen alle Adern vertauscht werden.

Siehe auch: Hirose Electric

TIA-568B ist in den USA aus historischen Gründen noch recht verbreitet. In Europa wird allgemein nach TIA-568A verkabelt, da diese Belegung mit den allgemeinen Farbcodes der Telefoninstallationen übereinstimmt. Wie oben beschrieben ist das Adernpaar 1 auf die mittleren Pins, also die Pins 5+4 gelegt, Paar 2 auf 3+6, Paar 3 auf 1+2, Paar 4 auf 7+8. Vergleicht man das nun mit der allgemeinen Farbcodierung: Doppelader 1 blau, Doppelader 2 gelb, Doppelader 3 grün, Doppelader 4 braun, so entspricht das der Belegung nach TIA-568A.

Für die Farbreihenfolge gibt es Merkregeln. Eine verbreitete Merkregel für die ersten fünf Farben lautet: Farbreihenfolge wie in der Natur von oben nach unten. Also Himmel, Blumen, Gras, Erde, Stein, entspricht Blau, Gelb, Grün, Braun, Grau.

Pinbelegung verschiedener Anwendungen

Anwendung 1 2 3 4 5 6 7 8
10BaseT, 100BaseT Tx+ Tx- Rx+     Rx-    
Gigabit-Ethernet D1+ D1- D2+ D3+ D3- D2- D4+ D4-
ATM
TP-PDM
1a 1b         2a 2b
TokenRing     2a 1a 1b 2b    
UP0, U200, U2B1Q, U*     2a1 1a 1b 2b1    
analoges Telefon, neuere Belegung (international)   a2 W2 a b E2 b2  
analoges Telefon, ältere Belegung (national)   a2 a b b2  
ISDN S0     2a 1a 1b 2b    
ISDN S2M (E1) am Netzabschluss
ISDN S2M (E1) am Endgerät
TX(NT)
RX(TE)
TX(NT)
RX(TE)
  RX(NT)
TX(TE)
RX(NT)
TX(TE)
     
DSL-Splitter       1a 1b      
T+T Schweiz
Anschlussschnur (RJ11)
    1a 1b (2a) (2b)    

1 optional für externe Stromversorgung
2 optional für E (Erdtastenfunktion) und W (zum Beispiel zweites externes Ruforgan)

Siehe auch

Weblinks


Einzelnachweise

  1. . Das Elektronik-Kompendium: Western-Modular-Stecker
Wikipedia
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