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Río San Juan

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt den Fluss in Nicaragua; zu anderen Bedeutungen siehe Rio San Juan.
Daten
Lage: Nicaragua
Länge: 199 km
Quelle: Nicaraguasee / San Carlos
Mündung: Bei San Juan del Norte in das karibische Meer
Quellhöhe: 91 m
Mündungshöhe: 0 m
Höhenunterschied: 91 m
Einzugsgebiet:
Gr. Nebenflüsse: Rio Bartola, Río Boca Negra, Santa Cruz, Sábalo, Poco Sol

Der Río San Juan entspringt am südöstlichen Ende des Nicaraguasees bei San Carlos und fließt, bis zu seiner Mündung, 199 Kilometer in östlicher Richtung durch tropischen Regenwald. Er mündet bei San Juan del Norte (früher: Greytown) ins karibische Meer. Über weite Strecken (von Bartola bis zur Mündung) bildet der Fluss die natürliche Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica, wobei der Fluss selbst auf seiner ganzen Länge zum nicaraguanischen Staatsgebiet gehört.

Am Oberlauf, zwischen Nicaraguasee und El Castillo, ist der Fluss breit und fließt ruhig und kurvenreich durch ein noch relativ gut besiedeltes Gebiet mit zahlreichen Ansiedlungen und Weideland. Ab El Castillo gibt es Passagen, in denen Stromschnellen den Fluss zu einem reißenden Strom werden lassen. Die Ufer bestehen hier aus tropischem Regenwald und es gibt nur noch selten Zeichen von Besiedelung. Zwischen El Castillo bis kurz vor der Mündung fließt der Río San Juan durch das Naturschutzgebiet La Reserva Indio-Maíz. Im Fluss liegen zahlreiche längliche, von tropischer Vegetation bedeckte Inseln. Etwa 25 Kilometer vor der Mündung teilt sich der Fluss in mehrere Arme und bildet ein Delta mit zahlreichen Inseln und Lagunen.

Der Río San Juan ist mit Ausnahme der Stromschnellen und des Deltas auch für größere Schiffe befahrbar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bild:Kanal MK1888.png
Historische Karte von Panamakanal und Nicaraguakanal

Christoph Kolumbus hatte ab 1502, auf der vierten Reise in die Neue Welt, bei dem Versuch einen Seeweg nach Westen zu finden, auch die Karibikküste erforscht. 1525 gelangten die ersten Spanier über den Río San Juan in den Nicaraguasee bis nach Granada. Ihre Suche nach einer Verbindung des Sees mit dem Pazifik blieb jedoch erfolglos. Die spanischen Konquistadoren nannten den Fluss übrigens Rio Desaguadero.

Im 17. Jahrhundert gelangten häufig Piraten über den Fluss bis in den Nicaraguasee und plünderten die reiche Stadt Granada. Aber auch englischen Schiffen gelang die Passage, so dass die Spanier 1672 beschlossen bei El Castillo ein Fort zu errichtet, um den ständigen Invasionsversuchen Einhalt zu gebieten. Das Fort wurde 1675 fertiggestellt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war der Río San Juan Gegenstand eines ambitionierten Planes. Der Río San Juan sollte für Seeschiffe ausgebaut werden und zwischen Nicaraguasee und Pazifik sollte ein Kanal die Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik herstellen. Der Plan des Nicaragua-Kanals konkurrierte mit dem Plan das Projekt in Panama zu realisieren. Es wurde dann - wie man weiß - der Panamakanal realisiert.

Vom Urwald überdeckt, befinden sich an der Mündung des Flusses die Überreste der englischen Kolonisation Greytown unweit des Städtchens San Juan del Norte. Zur Boomzeit Anfang des 20. Jhds. zog diese Stadt viele Glückssuchende an. Nach der Einstellung der Kanalbauten wurde die Stadt verlassen.

Im Krieg der Contras gegen die Sandinisten war das Gebiet um Greytown umkämpft und zudem stark vermint.

Bis ins Jahr 2005 war der Grenzverlauf in der Mitte des Flusses zwischen Costa Rica und Nicaragua umstritten. Immer wieder kam es zu kleineren militärischen Scharmützeln. Seit 2005 ist nach einem Treffen der beiden Präsidenten der Fluß zu Nicaragua gehörig. Am Südufer beginnt das Staatsgebiet von Costa Rica.

Streitpunkt

Da seit einigen Jahren die Pläne zum Bau eines Nicaragua-Kanals wieder öffentlich und konkreter erwogen wurden, führen jetzt schon Eigentumsstreitigkeiten zwischen Costa Rica und Nicaragua zu einer hohen Rivalität zwischen den Einwohnern beider Länder. Immer häufiger werden Morde publik, die an Nicaraguanern begangen werden, die als (häufig illegale) Arbeiter in Costa Rica weilten. Mehr dazu unter dem Artikel Nicaragua-Kanal.

Verkehr

Vom Ausgangspunkt des Flusses in San Carlos am Nicaragua-See fahren regelmäßig kleine Personen- und Versorgungsboote den Fluß abwärts über El Castillo nach San Juan del Norte. Durch Versandung des Flusses ist nur in wasserreichen Zeiten eine durchgehende Befahrung möglich. In regenarmen Zeiten werde kleine Personenboote von Hand durch die seichten Stellen gestakt. Immer wieder bleiben größere Ausflugsboote stecken. Dadurch ergeben sich für die touristische Erschließung erhebliche Einschränkungen. Die Versorgung mit Benzin für die Aussenbordmotoren ist ein großes Problem.

Tourismus

Seit einigen jahren hat sich in der Region des Rio San Juan ein bescheidener Tourismus etabliert. Individualreisende, Rundreisen und Lodgetourismus sind die Kennzeichen. Vorallem in den Seitenarmen und im Mündungsgebiet werden betuchte Touristen (vornehmlich US-Bürger) über Costa Rica in exklusive All-Inclusive Lodges geflogen. Durch die bessere Anschließung des Städchens San Carlos an Granada (neue Schnellfähren über den Nicaragua-See) und Managua (Regionalflüge) kommen mehr Touristen in die Region.

Weblinks

Wikipedia
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