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Rätische Sprache

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Die Rätische Sprache wurde in vorrömischer Zeit im östlichen Alpenraum gesprochen, vor allem im nordöstlichen Italien (einschließlich dem heutigen Südtirol) und im heutigen Österreich (Tirol und Vorarlberg), aber auch in der heutigen Ostschweiz, Liechtenstein und Altbayern. Sie ist in zahlreichen, allerdings durchweg sehr kurzen Inschriften auf verschiedensten Gegenständen bezeugt und wurde in verschiedenen Alphabeten, die dem altitalischen Schriftenkreis angehören, geschrieben.

Bezüglich ihrer genealogischen Einordnung entstanden mehrere stark divergierende Theorien:

  • Die Einordnung als eine isolierte Sprache (ähnlich wie das Baskische).
  • Die Einordnung in eine Gruppe mit der Etruskischen Sprache und der Lemnischen Sprache in eine, ansonsten isolierte, Sprachgruppe. Der Indogermanist und Etruskologe Helmut Rix führt in seinem Buch eine Reihe von Übereinstimmungen des Rätischen mit dem Etruskischen an, vor allem im Bereich der Grammatik.
  • Einige Theorien vermuten, dass sie zu den keltischen Sprachen zu rechnen ist.
  • Der Privatgelehrte Linus Brunner stellte in den 1980er Jahren die Hypothese auf, wonach die rätische Sprache eine semitische Sprache sei, was allerdings von der überwiegenden Mehrzahl der Linguisten abgelehnt wird.

In römischer Zeit wurden die Räter romanisiert und die Region wurde unter dem Namen Raetia römische Provinz. Daneben gab es römische und keltische Einwanderer. Die Räter übernahmen einen romanischen Dialekt, aus dem die rätoromanische Sprache entstand. Sie wurde bis zur Ankunft der Germanen im gesamten vorher rätischen Raum benutzt. Dass das Rätoromanische ein rätisches Substrat aufweist, ist denkbar, kann aber aufgrund der geringen Kenntnis des Rätischen wohl kaum belegt werden.

Rätische Personennamen

Die rätische Namensformel besteht aus einem Individualnamen ("Rufname") und einem darauffolgenden Patronym ("Vatersname"), wobei Letzteres bei männlichen Personen mit dem Suffix -nu gebildet wird, bei weiblichen hingegen mit dem Suffix -na, z.B.

männliche Namen: Klevie Valθiki-nu, Knuse Susi-nu, Lasθe Φutiχi-nu, Piθamne Hela-nu, Piθie Meti-nu

weibliche Namen: [Φ]rima Piθam-n[a]

männlich und weiblich: Φrima Remi-χ Vispeχa-nu "Phrima (weibl.) und () Remi (männl.) Vispekhanu"

Literatur

  • A. Mancini, 1975: "Iscrizionie retiche". In: Studi Etruschi 43, S. 249–306.
  • Helmut Rix, 1998: Rätisch und Etruskisch. (Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft; Vorträge und kleinere Schriften, 68). Innsbruck: Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck.
  • Stefan Schumacher, 2004: Die rätischen Inschriften. Geschichte und heutiger Stand der Forschung. 2. Aufl. (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft; Sonderheft, 79). Innsbruck: Institut für Sprachwissenschaft der Universität Innsbruck.

Weblinks

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