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Qingdao

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Basisdaten
Großregion: Ostchina
Provinz: Shandong
Status: bezirksfreie Stadt
Untergliederung: 7 Stadtbezirke, 5 kreisfreie Städte
Einwohner: 2,6 Mio. (Innenstadt),
7,3 Mio. (2004) gesamt
Fläche: 1.102 km² (Innenstadt),
10.654 km² gesamt
Bild:China provinces shandong.png
Bild:ChinaShandongQingdao.png
Bezirk Qingdao in Shandong

Qingdao (chin. 青岛/青島{{{c}}}, Bild:Loudspeaker.svg    Qīngdǎo ?/i „Grüne Insel“

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Qingdao, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

, auf Deutsch auch Tsingtau), ist eine Hafenstadt in der Provinz Shandong im Osten der Volksrepublik Chinas. Die Abkürzung ist 青 Qīng.

Vor Qingdao werden die Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking ausgetragen werden.

Inhaltsverzeichnis

Administrative Gliederung

Qingdao erreichte seine gegenwärtige Größe durch Eingemeindung der ehemaligen Kreise Jimo, Jiaozhou und Jiaonan im Jahre 1977 sowie Laixi und Pingdu im Jahre 1984. Auf Kreisebene setzt sich Qingdao heute aus sieben Stadtbezirken und fünf kreisfreien Städten zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Shinan (市南区 = "Südstadt"), 30 km², 490.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Shibei (市北区 = "Nordstadt"), 29 km², 470.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Sifang (四方区), 35 km², 380.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Huangdao (黄岛区), 266 km², 280.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Laoshan (崂山区), 389 km², 210.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Chengyang (城阳区), 553 km², 460.000 Einw.;
  • Stadtbezirk Licang (李沧区), 98 km², 290.000 Einw.;
  • Stadt Jiaozhou (胶州市), 1.313 km², 770.000 Einw.;
  • Stadt Jimo (即墨市), 1.780 km², 1,08 Mio. Einw.;
  • Stadt Pingdu (平度市), 3.166 km², 1,35 Mio. Einw.;
  • Stadt Jiaonan (胶南市), 1.845 km², 810.000 Einw.;
  • Stadt Laixi (莱西市), 1.522 km², 720.000 Einw.

Geschichte

Bestrebungen, im ostasiatischen Raum einen Stützpunkt zu besitzen, lassen sich in Preußen bis in das Jahr 1859 zurückverfolgen, als dort erstmals ein Geschwader der preußischen Marine operierte. Handels- und Marinekreise waren seit der Öffnung Chinas in den Opiumkriegen daran interessiert, dem deutschen Chinahandel den notwendigen militärischen Rückhalt zu verschaffen, ohne den deutsche Kaufleute nur schwer hätten Fuß fassen können. Auch andere Staaten, darunter Großbritannien, Russland, und Frankreich schufen sich zwischen 1842 und 1899 Handelsstützpunkte in China.

1896 beschloss die deutsche Regierung, den Erwerb eines Stützpunkts aktiv zu betreiben. Ein Übergriff auf deutsche Missionare, bei dem zwei von ihnen getötet wurden, bot den Anlass, ein Kreuzergeschwader der Kaiserlichen Marine unter Konteradmiral Diedrichs zu entsenden und China ein Ultimatum zur Überlassung eines Pachtgebiets zu stellen. Angesichts der militärischen Übermacht gab China nach. Der Pachtvertrag wurde am 6. März 1898 unterzeichnet.

Von 1897 bis 1914 stand Qingdao unter deutscher Herrschaft. Aus dieser Zeit sind viele Bauten erhalten, so z.B. eine Brauerei, ein Bahnhof, eine katholische und eine protestantische Kirche sowie das Gästehaus des Gouverneurs. Das deutsche „Schutzgebiet“ Qingdao war einer der Schauplätze des Boxeraufstandes von 1900, in dem versucht wurde, die Kolonialherren aus China zu vertreiben. 1913 bestand die Stadtbevölkerung aus 53.312 Chinesen, 2.069 Europäern und Amerikanern, 2.400 Soldaten der Garnison, 205 Japanern und 25 anderen Asiaten.

Bild:Tsingtau 1912.jpg
Karte Tsingtao im Jahre 1912

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, am 7. November 1914, wurde Qingdao nach kurzer Belagerung von Japan besetzt. Das Ostasiengeschwader floh in den Pazifik. Daraufhin strömten japanische Kaufleute und Gewerbetreibende in die Stadt. Es entstand ein Japanerviertel, in dem 1920 bereits 17.597 Japaner lebten, die wie die Deutschen den Ehrgeiz hatten, eine Musterkolonie aufzubauen.

Die deutschen Verteidiger wurden nach Japan in Kriegsgefangenschaft verbracht. Sie lebten dort in mehreren Lagern und wurden teilweise erst 1920 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Die bekanntesten Lager hießen Matsuyama und das Kriegsgefangenenlager Bandō.

Entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages blieb die Kolonie zunächst in japanischer Hand. Die Rückgabe an China erfolgte erst am 10. Dezember des Jahres 1922. In der Folgezeit führten die bürgerkriegsähnlichen Zustände der Kriegsherren-Epoche zu wirtschaftlicher Stagnation.

Siehe auch: Kiautschou, Deutsche Kolonien, Deutsch-Japanische Beziehungen

Aus Qingdao ist inzwischen eine typisch chinesische Millionenstadt geworden. Dem Bauboom mussten viele alte Kolonialbauten weichen. Bis in die 1990er-Jahre wurden viele von ihnen abgerissen, denn für manche galten sie als Schandmal der Kolonialgeschichte.

In der Nähe des Hafens befand sich 1986 ein U-Bootstützpunkt der Volksbefreiungsarmee.

Wirtschaft

Wirtschaftlich entwickelte sich Qingdao nach der Öffnung Chinas im Jahr 1978 sehr schnell. Als Tiefseehafen ist Qingdao bedeutend für die ölverarbeitende Industrie und den Güterverkehr der gesamten Halbinsel Shandong. Die Stadt besitzt den drittgrößten Hafen der Welt. Qingdao ist für die Produktion von Fischprodukten (Fischstäbchen etc.), Textilien (Jean Pierre, Hong Ling etc.), Haushaltselektronik (Haier, Hisense, Aocma etc.) und Reifen (Good Year, Shuangxin etc.) bekannt. Auch die ehemals deutsche Brauerei ist nun ein weltweit agierendes Unternehmen und hat inzwischen Brauereien in ganz China, Teilen Asiens und Nordamerikas aufgebaut. Ihr Bier wird unter dem Namen Tsingtao weltweit vertrieben. Des Weiteren befindet sich der regional bedeutende Flughafen Qingdao-Liuting in Qingdao.

Tourismus

Bild:Qingdao-panorama.gif
Panorama der Stadt Qingdao vom Xiaoyu Shan
Bild:Tsingtao Lage.jpg
Lage von Qingdao

Qingdao ist einer der wenigen bedeutenden Badeorte in China. In der Nähe der Stadt befindet sich der Laoshan, ein beliebter Ausflugsort. Von der deutschen Kolonialzeit sind noch die evangelische Kirche, die Gouverneursvilla, der Pier Zhan Qiao, Teile des deutschen Bunkersystems (das man besichtigen kann) und einige andere deutschen Kolonialbauten erhalten. Allerdings wurde das einzigartige Panorama der Stadt durch Hochhausbauten zerstört.

Partnerstädte

  • weitere

Persönlichkeiten

  • Gunther Plüschow (1886–1931), wurde im Ersten Weltkrieg als Flieger von Tsingtau bekannt.
  • Richard Wilhelm (1873–1930), deutscher Sinologe und Theologe, arbeitete zwischen 1900 und 1920 als Pfarrer und Pädagoge in der Stadt
  • Toshiro Mifune (jap. 三船 敏郎 Mifune Toshirō; 1920–1997), in Qingdao geborener japanischer Schauspieler
  • Ma Jian (* 1953), in Qingdao geborener chinesischer Schriftsteller
  • Bu Xiangzhi (* 1985), chinesischer Schachgroßmeister, errang 1999 als bis dahin jüngster Spieler der Schachgeschichte den Großmeistertitel

Literatur

  • Annette Biener: Das deutsche Pachtgebiet Tsingtau in der Provinz Schantung 1897-1914. Institutioneller Wandel durch Kolonialisierung, Bonn 2001, ISBN 3-924603-05-7
  • Das Tsingtau-Tagebuch des Rodheimers Rudolf Schlierbach. Hg.: Günter Leicht. Vorwort: Dr. Wan-Hsuan Yao-Weyrauch. Heuchelheim 2006, ISBN 3-938946-05-9
  • Heiko Herold: Deutsche Kolonial- und Wirtschaftspolitik in China 1840 bis 1914. Unter besonderer Berücksichtigung der Marinekolonie Kiautschou, 2. Auflage, Köln 2006, ISBN 3-939424-00-5

Weblinks

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Koordinaten: 36° 05' N, 120° 20' O

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