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Putzgruppe
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Putzgruppe (auch: Putztruppe, oft interpretiert als Abkürzung für Proletarische Union für Terror und Zerstörung) war eine Gruppe junger Männer im Frankfurt am Main der frühen 1970er Jahre mit circa zwei Dutzend Mitgliedern, die mit Helmen und Knüppeln bewaffnet Polizisten im Straßenkampf angriffen. Laut Daniel Cohn-Bendits Aussage von 2005 habe sich dieser Personenkreis "mit Helmen gegen die Staatsmacht schützen wollen, die die Auseinandersetzung gesucht" habe. Der Terminus Putzgruppe wurde der breiten Öffentlichkeit erst im Jahr 2000 im Rahmen des Strafprozesses gegen den Terroristen Hans-Joachim Klein bekannt, obwohl die Mitglieder der Putzgruppe in den späten 1970er Jahren in linken Szenekneipen permanent "szeneöffentlich" mit ihren Gewalttaten prahlten.
Berühmte Mitglieder der Putzgruppe mit ihren jeweiligen "Kampfnamen" (soweit bekannt):
- Der ehemalige deutsche Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer ("Commandante"),
- der Frankfurter Kneipen-Tycoon Ralf Scheffler ("Onkel Ralle"),
- der spätere Terrorist Hans-Joachim Klein ("Klein-Klein"),
- der spätere Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Afghanistan und Frankfurter Kämmerer Tom Koenigs,
- der Europa-Abgeordnete der Grünen, Daniel Cohn-Bendit,
- der ehemalige Tigerpalast-Direktor Johnny Klinke,
- der spätere Chef des Planungsstabs des Auswärtigen Amts Georg Dick,
- Raoul Campagna,
- der 2002 verstorbene spätere Kabarettist Matthias Beltz.
Die Putzgruppe soll unter anderem für die Verwendung von Molotow-Cocktails bei einer Demo im Mai 1976 verantwortlich gewesen sein, bei der ein Polizist schwere, 60prozentige Hautverbrennungen erlitt. Joschka Fischer wird das Zitat zugeschrieben: Wir haben Steine geworfen.
Der Journalist Klaus Rainer Röhl, der frühere Ehemann der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof, legte 2003 Außenminister Fischer in einem Artikel in der Neuen Revue wegen Fischers Rolle in der seiner Meinung nach antisemitischen Gruppe den Rücktritt nahe.
Weblinks
Quellen
- hr-online vom 21. März 2006: Bekenntnis zum Straßenkampf
- Presseerklärung der Neuen Revue aus Januar 2001: Fischers "Putztruppe" war antisemitisch
- Cosmopolis.ch - Kurzbiographie Fischer
- TAZ vom 5. Januar 2001: Punkten mit der Putztruppe
- FAZ vom 1. Juni 2005: Widersprüchliches über Fischers „Putzgruppe"
- Wir sind die Wahnsinnigen. Joschka Fischer und seine Frankfurter Gang. Aktualisierte Taschenbuchausgabe, von Christian Schmidt, ISBN 3-6122-6628-4
- FR vom 22. März 2006: Gepflogenheiten der Sponti-Szene
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