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Punk in der DDR

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Punk in der DDR gab es seit Anfang der 1980er Jahre. Die großen Zentren der Punkkultur in der DDR waren Berlin, Halle, Leipzig und Dresden.

Nachdem Ende der 1970er Jahre die Punkbewegung in der BRD Fuß gefasst hatte, begann sie sich - wenn auch in erheblich geringerem Umfang - auch in der DDR auszubreiten. Anders als jedoch im Westen konnten die Punk-Bands nur selten frei auftreten und wurden häufig aufgrund ihrer systemkritischen bzw. -feindlichen Einstellungen verboten bzw. mit Auftrittsverbot belegt. Daher spielten die Bands meist nur in Hinterhöfen oder in Kellern. Einen gewissen Freiraum boten lediglich Konzerte in Kirchen. Derartige Auftritte blieben allerdings auf eine kleine Gruppe der Punkbands begrenzt, da die meisten Punks ideologisch auch zur Kirche auf Distanz gingen.

Die Aufnahme von Alben war nicht möglich, die Verbreitung über Musikkassetten gestaltete sich zumindest schwierig. Erst gegen Ende der 1980er Jahre waren auch Titel von DDR-Punkbands im Rundfunk, hier besonders in der Sendung Parocktikum vom Jugendradio DT64 zu hören. Nur einige wenige der Bands haben nach dem Fall der Mauer noch alte Lieder auf Platte aufgenommen (darunter auch Schleim-Keim und Müllstation).

Die DDR-Punks wurden von der Staatssicherheit verfolgt und zum Teil interniert. Nach dem Fall der Mauer wurde bekannt, dass es in fast jeder kleineren Punk-Band und auch in den erfolgreicheren einen Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) gab. Bekannte Bands, in denen IM mitwirkten, sind beispielsweise Sandow, Schleim-Keim, Planlos, Namenlos, Restbestand, Die Firma etc.

Inhaltsverzeichnis

Punk- und Independent-Bands der DDR (Auswahl)

Film

„Too Much Future“ von Carsten Fiebeler und Michael Boehlke ist ein 2006 gedrehter deutscher Dokumentarfilm über die Punkbewegung in der DDR, der auf dem 49. Internationalen Leipziger Festival Für Dokumentar- und Animation gezeigt wurde.

Literatur

  • Ronald Galenza, Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein...“ Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-637-2 (2. überarbeitete und erweiterte Auflage, inklusive nahezu kompletter Diskografie aller Tonträger alternativer DDR-Bands bei staatlichen und unabhängigen Labels)
  • Michele Bettendorf „Ursprung Punkszene. Oder Rammstein hätte es im Westen nie gegeben.“ BOD, Norderstedt 2002, ISBN 3831144931
  • Gilbert Furian, Nikolaus Becker „Auch im Osten trägt man Westen - Punks in der DDR und was aus ihnen geworden ist“; Thomas Tilsner Verlag 2000, ISBN 3933773512
  • Ronald Galenza, Heinz Havemeister: „Mix mir einen Drink, Feeling B“; Berlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, ISBN 3896024183
  • Angela Kowalczyk: „Negativ und Dekadent Ostberliner Punk Erinnerungen“; Berlin, CPL-Verlag (Selbstverlag), ISBN 3896024183
  • C. Remath, R. Schneider(1999): „Haare auf Krawall. Jugendsubkulturen in Leipzig 1980-1991.“; Connewitzer Verlagsbuchhandlung, zweite Aufl. 1999/2001. ISBN 3-928833-74-X
  • Künstlerhaus Bethanien (Hrsg.): „Ostpunk! - too much future. Punk in der DDR 1979 - 1989“ Ausstellungskatalog 2005. ISBN 3-932754-62-X

Weblinks

Wikipedia
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