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Pulsnitz
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Bild:Wappen pulsnitz.png |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Regierungsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Kamenz | |
| Verwaltungsge- meinschaft: | Pulsnitz | |
| Koordinaten: | Koordinaten: 51° 11′ N, 14° 1′ O51° 11′ N, 14° 1′ O | |
| Höhe: | 290 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,69 km² | |
| Einwohner: | 6572 (30. Okt. 2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 394 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01896 | |
| Vorwahl: | 035955 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KM | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 2 92 430 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Markt 4 01896 Pulsnitz | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Erhard Rückwardt (CDU) | |
Pulsnitz (sorb. Połčnica) ist eine Kleinstadt am westlichen Rand der sächsischen Oberlausitz, etwa 10 km südlich von der Kreisstadt Kamenz und ca. 25 km nordöstlich der Landeshauptstadt Dresden. Pulsnitz ist die sächsische Pfefferkuchenstadt und dadurch zumindest im Osten Deutschlands bekannt. Pulsnitz ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Geografische Lage
Die Altstadt liegt auf einer Anhöhe oberhalb des Pulsnitztals, der gleichnamige Fluss (die Pulsnitz) entspringt unweit des Nachbarortes Ohorn. Die kleine Stadt liegt eingebettet in die Hügelketten des Oberlausitzer Hügellandes (bis 448 m). Die Bergkuppen sind größtenteils bewaldet.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Oberlichtenau, Steina, Ohorn, Großröhrsdorf und Lichtenberg.
Stadtgliederung
Zur eigentlichen Stadt zählen noch zwei weitere Ortsteile: Friedersdorf und Friedersdorf Siedlung. Das "Dorf" Pulsnitz gehört schon seit längeren zur Stadt und bezeichnet die Unterstadt am Pulsnitztal. Die ursprüngliche Stadt Pulsnitz ist unterteilt in Vollung, Stadt und Meissner Seite.
Geschichte
Pulsnitz wurde, wie viele andere Orte der Oberlausitz auch, am 19. Mai 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits vorher hatte sich hier eine sorbische Siedlung mit Wasserburg entwickelt. Pulsnitz wurde Sitz einer adligen Familie, die sich hier ein kleines Schloss bauen ließ.
1355 erhielt "Polßnitz" von Kaiser Karl den IV. das Marktrecht, nur 20 (1375) Jahre später das Stadtrecht. Anfang des 15. Jahrhunderts verwüsteten die Hussitenkriege die Oberlausitz. Auch in Pulsnitz fielen die Hussiten 1429 ein (nicht zum ersten Mal). Aus dieser Zeit stammt die älteste bäuerliche Befestigungsanlage "Perfert". Um 1500 herum begannen die Bauarbeiten für das Pulsnitzer Rathaus, dessen Reste heute noch im Ratskellergebäude zu sehen sind.
Am 1. Januar 1558 erhielten die Pulsnitzer Bäcker erstmalig das Recht, auch Pfefferkuchen zu backen.
1580 erwarb Hans Wolf von Schönberg Pulsnitz mit seinen "Pertinenzorten" von den Gebrüdern von Schlieben. Er entzog dem Rat die niedere Gerichtsbarkeit und versuchte die Bürger zu zwingen, Malz und andere notwendige Dinge nur noch bei ihm zu kaufen. Sie beschwerten sich beim Kaiser und verübten sogar einen Mordversuch gegen Schönberg. Auch der Pfarrer A. Ricchius (Sohn des ersten protestantischen Pfarrers der Stadt Andreas Ricchius) solidarisierte sich mit den Bürgern und wurde entlassen.
1869 wurde Pulsnitz an die neu gebaute Eisenbahnstrecke Arnsdorf-Pulsnitz-Kamenz angeschlossen. In der Folgezeit begann ein industrieller Aufschwung. 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, blieb die Stadt trotz schwerer Kampfhandlungen in der Oberlausitz weitestgehend unversehrt. 1994 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Friedersdorf und Friedersdorf Siedlung eingemeindet.
Städtepartnerschaften
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
- Datenquelle ab 2000: Statistisches Landesamt Sachsen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Stadtmuseum
Bauwerke
- Mittelalterliche Wehranlage Perfert
- Mittelalterlicher Marktplatz mit Rathaus und Rietschel-Denkmal
- Kursächsische Postmeilensäule von 1731 vor dem Schützenhaus
- Altes Renaissance- und neues Barockschloss (1718) mit Park in englisch-französischen Stil
- Spätgotische Kirche St. Nicolai
- Unweit von Pulsnitz nahe dem Ort Steina liegt der Schwedenstein, ein 420 m hoher Berg, dessen Aussichtsturm einen guten Rundumblick über die Westlausitzer Hügelketten bietet.
Kulinarische Spezialitäten
Pulsnitz ist weit bekannt als Pfefferkuchenstadt. Eine besondere Spezialität sind die Pulsnitzer Spitzen, mit verschiedenen Konfitüren gefüllter Pfefferkuchen und Schokoladenüberzug.
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
Der Ort ist seit je her geprägt durch kleinere und mittelständische Handelsunternehmen. Vor allem Töpfer (Lausitzer Keramik), Tuchdrucker (Blaudruck) und vor allem die zur Zeit acht privaten Pfefferküchlereien prägten und prägen das Bild der Stadt.
Medien
Das amtliche Mitteilungsblatt ist der Pulsnitzer Anzeiger. Als Heimatzeitung für Pulsnitz und Umgebung erscheint es seit Juli 1990 monatlich in einer Auflagehöhe von derzeit 2.500 Exemplaren. Über das örtliche Fernsehkabelnetz kann zudem die Pulsnitzer Kabelzeitung empfangen werden.
Persönlichkeiten
In Pulsnitz wurden mehrere bedeutende Personen geboren:
- 1682: Bartholomäus Ziegenbalg, ein Missionar und indischer Sprachforscher
- 1804: Ernst Rietschel, einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Er schuf so bekannte Denkmäler wie das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar. Das Rietschel-Denkmal auf dem Pulsnitzer Marktplatz wurde von einem seiner Schüler entworfen und umgesetzt.
- 1825: Julius Kühn, bedeutender Agrarwissenschaftler, er begründete das erste ernstzunehmende landwirtschaftliche Institut an einer deutschen Universität.
- 1938: Klaus Staeck, Grafiker.
Literatur
- Rüdiger Rost; Horst Oswald: Geschichte der Stadt Pulsnitz. Von den Anfängen bis zum Jahr 2000. Spitzkunnersdorf: Oberlausitzer Verlag, 2000. ISBN 3933827140
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