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Scheinfüßchen
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Scheinfüßchen (Pseudopodien, Einzahl: Pseudopodium) sind Plasmaausstülpungen der Amöben (Wechseltierchen) und phagozytierenden Zellen (z.B. Makrophagen), mit denen sie Nahrungspartikel umfließen und in ihren Zellleib einschließen. So ernähren sich beispielsweise Amöben, indem sie Bakterien mit ihren Scheinfüßchen in Nahrungsvakuolen einschließen, während Makrophagen auf diese Art eingedrungene Krankheitserreger zerstören.
Gleichzeitig ermöglichen es die Scheinfüßchen, sich unter ständiger Veränderung der Zellform auf einer Unterlage kriechend fortzubewegen. Dazu verflüssigen sie an einer Stelle ihr Zellplasma und bilden das Scheinfüßchen. Nun befördern sie ihre gesamte Masse in das Scheinfüßchen. Dieser Formwechsel gab den Wechseltierchen ihren Namen.
Es können 4 Typen von Pseudopodien unterschieden werden:
- Lobopodien: lappen-, röhren-, oder spitzförmig
- Filopodien: fadenförmig durch Vorkommen von Aktinfilamenten
- Axopodien: fadenförmig, mit Mikrotubulifilamenten verstärkt
- Retikulopodien: stark verzweigtes Netzwerk von Pseudopodien
Beispielsweise sind Lobopodien typisch für Amöben und Thecamoeben (Testacea), Filopodien für Thecamoeben (Testacea) und Radiolarien, Axopodien für Heliozoen und Reticulopodien für Foraminiferen.
