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Prokaryoten

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Prokaryoten (Procarya, Procaryota; von griechisch pro = bevor und karyon = Nuss, Kern), auch Prokaryonten oder Monera genannt, sind zelluläre Lebewesen, welche keinen Zellkern besitzen. Ihr Zelltyp wird als Protocyte bezeichnet.

Seit alle zellulären Lebewesen in drei Domänen eingeteilt werden, fassen die Domänen der Bakterien (Bacteria) und der Archaeen (Archaea) alle Prokaryoten zusammen.

Die DNA befindet sich in prokaryotischen Zellen frei im Cytoplasma als Kernäquivalent oder auch Nucleoid. Bei der Procyte findet sich meist nur ein einzelnes Chromosom, welches keine Histonproteine enthält, wie die höheren Organismen, die Eucyten. Das Bakterienchromosom besteht meist aus einem in sich geschlossenen DNA-Molekül, nur manche Prokaryonten enthalten lineare Chromosomen (z.B. Borrelien). Außerdem enthalten Prokaryoten keine Organellen wie Chloroplasten, Mitochondrien und keine Golgi-Apparate und Vakuolen und kein endoplasmatisches Retikulum.

Im Gegensatz zu den Prokaryoten besitzen Eukaryoten einen „echten“, durch eine Membran vom umgebenden Cytoplasma abgegrenzten Zellkern.

Die Größe von Prokaryoten (bei länglichen der Durchmesser) liegt zwischen 0,2 und 700 µm.

Prokaryoten werden charakterisiert durch folgende Eigenschaften:

  • das Fehlen von Zellorganellen wie beispielsweise Mitochondrien, Plastiden (können in Einzelfällen aber vorhanden sein), Dictyosomen Zentriolen, mitotische Spindeln aber vor allem auch des Zellkerns. Das Genom, die DNA, liegt wie die Polymerasen frei im Cytoplasma; bei der Proteinbiosynthese finden Transkription und Translation im Cytoplasma statt,
  • häufiges Vorhandensein von Plasmiden (extrachromosomale DNA-Elemente, in sich geschlossen oder linear); nur vereinzelt kommen Plasmide auch in Eukaryoten vor,
  • im Vergleich mit den Eukaryoten, kleinere Ribosomen: 70 S-Ribosomen (bei Eukaryoten: 80 S-Ribosomen),
  • komplexer Aufbau der Zellhüllen und teilweise das Vorkommen einer zweiten Zellmembran; nur in den Zellwänden von Bakterienzellen findet sich Murein (aus Zuckern und Aminosäuren zusammengesetzte Verbindung),
  • einfache, nicht sehr komplexe Formen,
  • einfache, ungeschlechtliche Vermehrung, meistens durch Zweiteilung,
  • Vielfältige Stoffwechselleistungen wie: Energiegewinn durch Atmung, Gärung, Phototrophie, Chemotrophie, Organotrophie, Lithotrophie,.
  • hohe physiologische Flexibilität
  • einige sind unter extremen Bedingungen lebensfähig (Temperaturbereich bis über 100 °C; oxisches oder anoxisches Milieu; saures Milieu (pH-Wert 1 -4); hohe hydrostatische Drücke (1000 bar))

Siehe auch

Literatur

  • Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.). The Prokaryotes, A Handbook of the Biology of Bacteria. 7 Bände, 3. Auflage, Springer-Verlag, New York u. a. O., 2006, ISBN 0-387-30740-0
  • Joseph W. Lengeler, Gerhart Drews, Hans G. Schlegel (Hrsg.). Biology of the Prokaryotes. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1999, ISBN 3-13-108411-1

Weblinks

  • Martin Dworkin (Hrsg.). The Prokaryotes: An Evolving Electronic Resource for the Microbiological Community. Third Edition, Release 3.20, Springer-Verlag, New York, 2005. HTML
  • George M. Garrity, Julia A. Bell, Timothy G. Lilburn (Hrsg.). Taxonomic Outline of the Prokaryotes. Bergey's Manual of Systematic Bacteriology. Second Edition, Release 5.0, Springer-Verlag, New York, 2004. PDF
  • S.P. LaPage, P.H.A. Sneath, E.F. Lessel, V.B.D. Skerman, H.P.R. Seeliger, W.A. Clark (Hrsg.). International Code of Nomenclature of Bacteria (1990 Revision). American Society for Microbiology, Washington, D.C., 1992. HTML
  • J.P. Euzeby (1997): List of Bacterial Names with Standing in Nomenclature: a folder available on the Internet. In: Int. J. Syst. Bacteriol., Bd. 47, S. 590-592. PDF URL: http://www.bacterio.net – eine umfassende, ständig aktualisierte Auflistung publizierter Prokaryoten mit Literaturangaben zu den jeweiligen Spezies und Links zur Erstpublikation
Wikipedia
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