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Projektion (Psychologie)
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Projektion bezeichnet allgemein das Abbilden bzw. Verlagern von Empfindungen, Gefühlen, Wünschen, Interessen (inneren Vorgängen) in die Außenwelt.
Inhaltsverzeichnis |
Psychoanalyse
In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus, bei dem eigene, unerträgliche Gefühle und Wünsche einem anderen Menschen (oder Gegenstand) zugeschrieben werden. Dabei ist vielleicht das prominenteste Beispiel das der Paranoia.
"Projektion ist das Verfolgen
eigener Wünsche in anderen."
Sigmund Freud
Beispiel: Ein Mann fühlt sich durch eine Kollegin sexuell bedrängt, obwohl diese den Kontakt meidet. Lässt das Verhalten der Kollegin von außen betrachtet eher die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie keinen Kontakt wünscht, so kann davon ausgegangen werden, dass der Mann sein Begehren in die Kollegin projiziert hat.
Analytische Psychologie
Die Analytische Psychologie nach Carl Gustav Jung versteht unter Projektion zum Einen das Zuschreiben von in der eigenen Psyche angelegten Archetypen an Personen oder Objekte außerhalb des Ichs.
Bekannte Formen sind:
- Die Projektion des Mutterarchetyps auf die persönliche Mutter bzw. andere Frauen. Sie führt regelmäßig zum Mutterkomplex und ist Ursache einer Vielzahl psychischer Störungen.
- Die Projektion des Schattenarchetyps, also verdrängter eigener Eigenschaften, Wünsche und Taten - vor allem solcher, die mit gesellschaftlichen Normen in Konflikt stehen, oder für die sich der Projizierende schämt - auf andere Menschen, um sich selbst von diesen distanzieren zu können. Es handelt sich um einen Abwehrmechanismus zur Bewältigung der Negativanteile der eigenen Persönlichkeit, der aber häufig zu sozialen Konflikten führt, bis hin zu Verfolgung von Minderheiten und Krieg.
Beispiel: Eine neugierige Hausfrau, die gern die Post der anderen Mietparteien in ihrem Haus durchstöbern würde, behauptet eben dieses von ihren Nachbarn.
Die weitere Form von Projektion umfasst das Hineinlesen eigener Vorstellungen auf mächtigere Personen oder Wesen, um diesen Rechtfertigung und Nachdruck zu verleihen.
Beispiele: für diese Form der Projektion finden sich bei Puristen oder Fundamentalisten: "Gott will, dass alle Ungläubigen bekehrt werden".
Begriffsabgrenzung
Die Projektion wird oft mit der Übertragung (Psychologie) verwechselt. Allerdings stellt die Übertragung eine spezielle Form der Projektion dar, in der unbewusste Wünsche in einem bestimmten Beziehungsgeschehen reaktiviert werden. Dies trifft besonders auf die Übertragung im therapeutischen Setting zu.
Ein weiterer verwandter Begriff ist der der "projektiven Identifizierung", ein psychischer Mechanismus, der von Melanie Klein im Zusammenhang mit ihren Forschungen zu frühkindlichen Abwehrmechanismen entdeckt und von Wilfried Bion weitergehend erforscht und beschrieben wurde.
Literatur
- Jean Laplanche/Jean-Bertrand Pontalis: Das Vokabular der Psychoanalyse, Frankfurt a.M.: Suhrkampp 1973, ISBN 3-518-27607-7
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