Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


Projektil

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschreibt das Projektil bei Waffen. Für den physikalischen Begriff Projektil siehe z. B. Kernreaktion.

Projektile (lat.:„proicere“ = „werfen, vor sich werfen“) sind die von Schusswaffen abgeschossenen Objekte. Verallgemeinert spricht man auch von Schusskörper oder Geschoss (österr. Geschoß).

Bild:Revolverpatrone.png
Revolverpatrone nebst Projektilen
Bild:Projektile 9bzw7,62mm.JPG
Projektile 9mm P8 oder UZI/MP2, 7,62mm G3 oder MG3 /deutlich sind die Spuren des Laufes zu erkennen

Inhaltsverzeichnis

Projektilarten

Allgemeines

In der Anfangszeit der Feuerwaffen wurden Eisen-, Blei- und steinerne Kugeln verschossen. Heutige Projektile bestehen entweder aus Stahl, Blei, Kupfer, enthalten abgereichertes Uran, Wolfram oder beziehen ihre Wirksamkeit nicht aus der kinetischen Energie, sondern aus ihrer explosiven Füllung. Ein Beispiel hierfür sind Gewehrgranaten (mit Sprengstoff gefüllte Projektile).

Form

Auch die heutige Form der Projektile hat nicht mehr viel mit den damaligen Kugeln gemein. Ein modernes Projektil besitzt meist eine zylindrische Form mit meist spitz zulaufendem Frontteil und einem sich wiederum leicht verjüngenden Ende. Es erhält im Lauf einen Drall um es im Flug zu stabilisieren.

Je nach Form der Spitze wird das Projektil als spitz, halbspitz oder rund bezeichnet, außerdem existieren noch einige Sonderformen: Hohlspitzgeschosse besitzen eine konkave Spitze, was beim Aufprall zu einer stärkeren Deformation und somit auch stärkeren Wirkung im Ziel führt (aus diesem Grund wird sie oft mit Teilmantelgeschossen verwechselt oder gleichgesetzt). Flachkopfgeschosse sind Geschosse mit einem abgeflachten Kopf. Sie werden besonders für Waffen mit Röhrenmagazin benötigt, um zu verhindern, dass die Spitze einer Patrone zu starken Druck auf das Zündhütchen der vor ihr gelagerten Patrone ausübt und somit die Patronen im Magazin zündet. Heute existieren Geschosse mit fast allen möglichen Kombinationen von Geschossform und Mantelkonstruktion.

Mantel- und Vollgeschosse

Bei Geschossen für Handfeuerwaffen unterscheidet man zwischen Vollmantel (Tombakmantel schließt die Spitze komplett ein und ist meistens am Boden offen), Vollgeschoss (z. B. Bleigeschoss oder Solidgeschoss) und Teilmantelgeschosse (Tombakmantel ist oben offen und am Boden geschlossen).

Vollgeschosse

Vollgeschosse bilden die Urform aller Projektile, da sie aus einer nicht explosiven Masse bestehen. Wurden die ersten Geschosse noch komplett aus Stein, später Blei und Eisen gefertigt, bestehen sie heute zumeist aus einem verformbaren Mantel und einem Kern. Der verformbare Mantel soll sich sowohl den drallgebenden Zügen und Feldern im Rohr anpassen können als auch dessen Verschleiß so gering wie möglich halten. Der Kern wiederum bildet die gewichtgebende Masse. Die Wirkung im Ziel wird durch die Zerstörungskraft eben dieser Masse, die mit möglichst hoher Geschwindigkeit auf das Ziel trifft, erzeugt. Sie soll das Ziel durch Aufschlag bzw. Eintritt und damit verbundener Energieabgabe schädigen oder partiell zerstören.

Teilmantelgeschosse

Die Teilmantelgeschosse nehmen den größten Anteil der auf dem Markt befindlichen Geschosse ein. Die meisten Jagdgeschosse sind Teilmantelgeschosse z. B. RWS Kegelspitz (KS), Doppelkern (DK) oder Norma PPC Oryx oder Plastikspitz, da durch den vorne offenen Mantel eine Zerlegung des Geschosses beim Eindringen in das Wild gewährleistet wird. Damit wird die Geschossenergie auf das Ziel übertragen und der Wundkanal vergrößert. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wild tödlich getroffen wird, erhöht sich somit. Vollmantelgeschosse hingegen haben eine höhere Durchschlagsleistung und hinterlassen einen glatten Wundkanal. Diese höhere Durchschlagsleistung wird meist im militärischen Bereich genutzt, Teilmantelgeschosse sind laut Genfer Konvention im militärischen Bereich (aufgrund der höheren Tötungswirkung) verboten. Die Geschosse der Armeen bestehen aus Vollmantelgeschossen, teils werden diese mit Urankern versehen um die Durchschlagskraft auf gepanzertes Material massiv zu erhöhen.

Kaliber

Den Durchmesser des Projektils bezeichnet man als Kaliber. Zu bemerken ist, dass sich im Bereich militärischer Handfeuerwaffen kleinere Kaliber durchgesetzt haben. Einerseits ermöglicht das das Mitführen eines größeren Munitionsvorrats, andererseits verbessert sich durch den geringeren Rückstoß die Beherrschbarkeit der Waffe bei Feuerstößen. So verfügt die heutige militärische Standardgewehrpatrone der NATO über ein Projektil mit einem Durchmesser von 5,56 mm (.223 Remington). Aus einem standardmäßigen Gewehr M16 erreicht das Projektil der oben genannten 5,56 x 45mm-Patrone eine Mündungsgeschwindigkeit (v0) von ca. 990 Meter pro Sekunde, was sich auf kurze und mittlere Distanzen durch die rasantere (flachere) Flugbahn der Geschosse günstig auf die Trefferleistung auswirkt.

Tabelle für Projektilabkürzungen

Abkürzung original
Bezeichnung
deutsche
Bezeichnung
Bild
FMJ Full Metal Jacket Vollmantelgeschoss Bild:45 .jpg
HP Hollow Point Hohlspitzgeschoss
JFP Jacketed Flat Point Teilmantel Flachkopfgeschoss Bild:357 Magnum 01.jpg
JHP Jacketed Hollow Point Ummanteltes Hohlspitzgeschoss
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: convert: unable to open image `/var/www/kefk/w/images/3/3b/357_Magnum.jpg': No such file or directory.
LRN Lead Round Nose Blei Rundkopfgeschoss
LWC Lead Wad Cutter Blei Flachkopfgeschoss
SWC Semi Wad Cutter Teilflachkopfgeschoss Bild:357mag.jpg
WC Wad Cutter Flachkopfgeschoss

Tabelle von Projektilgeschwindigkeiten

Projektil V0
Softairkugel 6 mm BB 101 m/s
Luftgewehrkugel 4,5 mm 90-300 m/s
Kleinkaliberkugel 5,6 mm (.22 lr) bis ca. 340 m/s
9x19 mm (Pistole) bis ca. 400 m/s (HK MP5)
7,62x51 ca. 800 m/s (HK G3)
12,7x99 (schweres MG) ca. 800 m/s
5,56x45 990 m/s ( M16)
125x1400 mm (Panzer) 1.700 m/s

Energie von Projektilen

Das geometrische Verhalten von Projektilen wird durch die Ballistik untersucht. Die kinetische Energie eines Geschosses errechnet sich nach folgender Formel:

 \mathrm{E}_0=\frac{\mathrm{m}\cdot\mathrm{v}_0\,^2}{\mathrm{2}}

Dabei wird E (Energie) in Joule angegeben, m (Masse des Projektils) in Kilogramm und V (Mündungsgeschwindigkeit des Projektils) in m/s. Der errechnete Energiewert gibt keinerlei Aufschluss über die Wirkung eines Projektils auf bestimmte Distanz (aufgrund des Energieverlustes während des Flugs), über seine evlt. Mannstoppwirkung oder gar seine Effektivität bei gepanzerten bzw. ungepanzerten Zielen. In der Regel wird die Energie mit E0 angegeben, wobei die untergestellte Null die Energie des Geschosses direkt nach Verlassen des Laufs, also nach "Null Metern Flug" angibt. Das selbe gilt für die Mündungsgeschwindigkeit V0.

Die Mündungsgeschwindigkeit (V0) sowie die Mündungsenergie (E0) sind von vielen Faktoren abhängig, wie bspw. Lauflänge der Schusswaffe, Geschossart und -gewicht, Menge und Art der Pulverladung (Laborierung) der jeweiligen Patrone u.v.m. Auch für einen einzelnen Patronentyp sind, je nach gewünschten Eigenschaften der Munition, unterschiedliche Laborierungen möglich, was auch beim Verschießen aus ein und derselben Waffe unterschiedliche Mündungsgeschwindigkeiten und -energien zur Folge hat. Hier ist eine kurze Liste von Leistungsdaten einiger Patronen, welche mit gängigen Fabriklaborierungen erreicht werden:

Kaliber Masse des
Projektils
Mündungs-
geschwindigkeit
Mündungs-
energie
4,5 mm Diabolo (Luftgewehr) ~0,5 g ~90 - 170 m/s ~2 - 7 J
.22 lr bzw. .22 lfb (Kleinkaliber) ~2,2 - 2,6 g ~300 - 340 m/s ~100 - 250 J
9 mm Para bzw. 9 mm Luger (9x19 mm) ~7,5 g ~350 - 450 m/s ~300 - 550 J
.45 ACP (.45 Auto) ~12,0 g ~260 m/s ~320 - 600 J
5,56x45 mm NATO (.223 Rem.) ~3,5 g ~1.000 m/s ~1.200 - 1.700 J
.308 Winchester (7,62x51 mm NATO) ~9-13 g ~700 - 850 m/s ~2.700 - 3.200 J
12,7x99 mm NATO (.50 BMG) ~46,0 g ~800 m/s ~15.000 J

Eine Formel zur näherungsweisen Abschätzung der Durchschlagskraft von Geschossen wurde schon von Isaac Newton entwickelt, siehe auch Panzerformel zur Abschätzung der Durchschlagskraft von Vollmantelgeschossen bei Stahlblech.

Siehe auch

Geschosswirkung

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Category:Pistol and rifle cartridges – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Category:Bullets – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Category:Ammunition – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Projektil, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Von „http://www.kefk.org/wiki/Projektil
Diese Seite
Persönliche Werkzeuge
Navigation
Kefk Network
Mitmachen
Ressourcen
Werkzeuge
Andere Sprachen