Produktkonfigurator

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Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Einfach ausgedrückt sind Produktkonfiguratoren Software-Programme (siehe auch Generative Programmierung), mit denen Produkte (Konsumgüter und Investitionsgüter) kundenindividuell erzeugt werden können. Der Begriff Konfigurator wird hier oft synonym benutzt.

Der Begriff Produktkonfigurator (und Konfigurator) ist nicht einheitlich definiert. Die Bandbreite reicht von PKW-Konfiguratoren bis zu Systemen die automatisch alle Produktdaten (3D-CAD-Daten, Zeichnungen, Stücklisten, Angebote, Grafiken, usw.) erzeugen.

Produktkonfiguratoren sind multifunktionale, rechnergestützte Systeme, die als Schnittstelle zwischen Vertrieb und wertschöpfungsnahen Funktionen stehen. Sie dienen zur informationstechnischen Wissens- und Aufgabenintegration mit dem Ziel, die Verkaufs- und Aufgabenabwicklungsprozesse effektiv und effizient zu unterstützen.“ (Quelle: McKinsey & Company)

Warum Produktkonfiguration?

Produktkonfiguratoren können gerade im Internet als entscheidender Wettbewerbsvorteil von produzierenden Unternehmen und Handel angesehen werden. Durch die Vorteile eines Produktkonfigurators (fehlerfreie Angebote, kurze Reaktionszeiten, Minimierung der Reklamationsrate, Steigerung der Kundenzufriedenheit, etc.) werden Produktivitätssteigerungen im gesamten Unternehmen erzielt.

Die Forderung der Märkte nach der Individualisierung von Produkten erfordert von produzierenden Unternehmen die Realisierung individueller, maßgeschneiderter Kundenwünsche. Die Auseinandersetzung mit dieser Aufgabe ist für viele Unternehmen überlebenswichtig, insbesondere, um Marktposition, Alleinstellungsmerkmale und nicht zuletzt unser deutsches Preisniveau im internationalen Wettbewerb behaupten zu können. Die Beherrschung der Produktkomplexität und Variantenvielfalt sowohl während der Auftragsgewinnung, als auch in der Auftragserfüllung sind dabei von entscheidender Bedeutung. Die bisherige Möglichkeit, aus einer Vielzahl an Produktvarianten auszuwählen, ist heute alleine nicht mehr ausreichend. Der Kunde möchte über das Standardangebot an Varianten hinaus maßgeschneidert Produkte und Systemlösungen bestellen. Dabei wird er nur geringe Einbußen hinsichtlich Preis und Lieferzeit hinnehmen. Qualität und Service müssen mit den herkömmlichen massenproduzierten Produkten übereinstimmen. Anbieter müssen individuell auf Kundenanfragen reagieren und dabei in der Lage sein, schnellstmöglich kalkulationssichere und technisch geklärte Angebote abzugeben, bei denen sichergestellt ist, dass sie kosten- und qualitätsoptimiert gefertigt und termintreu geliefert werden können.

Dieser Marktforderung nach Individualisierung steht aber auch der unternehmensinterne Zwang zur Standardisierung entgegen. Der Zielkonflikt kann mit Methoden und Automatisierungslösungen zur Realisierung von Individualisierter Massenfertigung (mass customization) und kundenindividueller Serienfertigung gelöst werden. Dazu zählen u. a.:

  • Sinnvoll strukturierte und modularisierte Produkte
  • Produktübergreifende Baukasten- und Plattformstrategien
  • Produktordnungssysteme
  • Abteilungsübergreifendes Produkt-Wissensmanagement
  • Interaktive Konfigurationssysteme

Mit diesen Maßnahmen lässt sich eine optimale Varianz und Individualität für den Markt erzielen und dennoch die innerbetriebliche Varianz und Teilevielzahl reduzieren. Ziel ist es, dem Kunden extrem schnell eine kostengünstige, qualitätsoptimierte, individuelle Lösung anzubieten, die intern im Wesentlichen aus der Schublade gezogen wird.

Arten von Produktkonfiguratoren

Im Bereich der Konsumgüter / Business to Customer (B2C)

Konfiguratoren werden hier u. a. eingesetzt um ein sog. Mass Customization zu realisieren. Darunter versteht man eine kundenindividuelle Massenproduktion. Ziel ist es, kundenindividuelle Produkte herzustellen, allerdings zu Kosten, die nicht höher bzw. nur geringfügig höher als in einer klassischen Massenproduktion hergestellte Standardprodukte sind.

Typische Produkte die u. a. konfiguriert werden sind:

  • Autos
  • Fahrräder
  • Computer
  • Möbel
  • Bekleidung

Meist sind diese Systeme im Internet verfügbar und an sog. Shop-Systeme angebunden, in denen die Produkte auch gleich bestellt werden können.

Als Ergebnis der Konfiguration erhält der Kunde ein individuelles Angebot, das meist begleitend mit weiteren Informationen wie Bildern, Grafiken usw. zur Verfügung gestellt wird.

Die Betreiber dieser Konfiguratoren können das Nachfrageverhalten auswerten und ihr Produktangebot entsprechend steuern und anpassen. Bestellt der Kunde, so können die Konfigurationsdaten (im günstigsten Fall) im Auftragserfüllungsprozess weiterverarbeitet werden.

Weiterführend zu Produktkonfiguratoren für Endkunden siehe Scheer, C. (2006): Kundenorientierter Produktkonfigurator.

Im Bereich der Investitionsgüter / Business to Business (B2B)

Typische Produkte die u. a. konfiguriert werden sind:

  • Komponenten von Konsumgütern
  • Antriebssysteme (Motoren, Getriebe, Bremsen, Wellen, Kupplungen, Lager, …)
  • Automatisierungsysteme und Handhabungssysteme (Linearsysteme, Drehtische, Greifer, Schwenkeinheiten, Roboter, Portale, …)
  • Fördersysteme (Aufzüge, Krane, Palettierer, Fahrtreppen, Transportbänder, …)
  • Hydraulische und pneumatische Systeme (Zylinder, Steuerblöcke, …)
  • Betriebsmittel (Anlagen, Maschinen, Vorrichtungen, Werkzeuge, …)
  • Großkücheneinrichtungen (Herde, Pfannen, Arbeitsplatten, Spüler, Abzüge, …)
  • Energietechnische Systeme (Trafos, Verdichter, Generatoren, …)
  • Schaltschränke, Stecker, Kupplungen, Verbinder, Verteiler, …

Die Betreiber dieser Konfiguratoren können, soweit die Systeme im Internet betrieben werden, das Nachfrageverhalten auswerten und ihr Produktangebot entsprechend steuern und anpassen. Bestellt der Kunde, so können die Konfigurationsdaten teilweise oder vollständig im Auftragserfüllungsprozess weiterverarbeitet werden.

CAS-zentrische Konfiguratoren

Computer Aided Selling (CAS)-Konfiguratoren kommen meist dann zur Anwendung, wenn komplexe Produkte mit vielen Optionen konfiguriert werden sollen. Ziel ist es, aus dem verfügbaren Spektrum an Komponenten und Optionen eine oder mehrere baubare Varianten (Alternativen) abzuleiten und zu bewerten und dafür jeweils einen Preis zu ermitteln.

Im Vordergrund steht hier die schnelle und akkurate Reaktion auf Kundenanfragen im technischen Vertrieb in Form von Angeboten und sonstigen im Vorfeld der Auftragsabwicklung notwendigen Daten und Informationen.

Diese Systeme bieten oft auch folgende CRM-Funktionen:

  • Kunden- und Ansprechpartnerverwaltung
  • Kontaktmanagement
  • Dokumentenmanagement
  • Projekt- / Objektverwaltung
  • Angebotsverwaltung
  • Verkauf im Internet (Shop)
  • Angebotserstellung
  • Preislisten
  • Auftragsbestätigung
  • Datenaustausch (Replikation) zwischen Innen- und Außendienst
  • Auftragsgenerierung
  • Statistiken und Auswertungen

Folgende Produktdaten werden erzeugt:

  • Angebote
  • Variantenstücklisten
  • Arbeitspläne

Anwender dieser Technologie sind:

  • Kunden und Interessenten
  • Vertriebsmitarbeiter (Außendienst und Innendienst)

Der Mehrwert dieser Systeme liegt in einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch:

  • die drastische Reduktion des Zeitbedarfs zur Erstellung von kundenspezifischen Angeboten,
  • schnellere Reaktion auf individuelle Kundenwünsche,
  • vollständige und einheitliche Angebote und
  • die Wiederverwendung von Teilen und Komponenten.

ERP-zentrische Konfiguratoren

Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Konfiguratoren kommen meist dann zur Anwendung, wenn komplexe Produkte mit vielen Optionen konfiguriert werden sollen. Ziel ist es, aus dem verfügbaren Spektrum an Komponenten und Optionen eine baubare Variante abzuleiten.

Hersteller von ERP-Systemen bieten Variantenkonfigurationssysteme an. Hier wird die Produktstruktur mit Maximalstücklisten, Maximalarbeitsplänen und Beziehungswissen definiert. Insbesondere SAP, ABAS, Axapta und proALPHA siedeln ihre entsprechenden Produkte im Bereich von Product Lifecycle Management (PLM), Customer Relationship Management (CRM) und Supply Chain Management (SCM) an. Das Ergebnis einer Konfiguration sind Stückliste und Arbeitsplan, die im Wesentlichen der Material- und Ressourcenplanung dienen.

Folgende Produktdaten werden erzeugt:

  • Variantenstücklisten
  • Arbeitspläne

Anwender dieser Technologie sind:

  • Interne Anwender in der Prozesskette des Anbieters

CAD-zentrische Konfiguratoren

Computer Aided Design (CAD)-Konfiguratoren kommen meist dann zur Anwendung, wenn komplexe Produkte aus vielen Komponenten und mit vielen Optionen, sowie unterschiedlichen Anordnungen konfiguriert werden sollen. Ziel ist es, aus dem verfügbaren Spektrum an Komponenten und Optionen eine baubare Variante abzuleiten und diese wenn nötig, automatisch um neue Komponenten und/oder Anordnungen zu ergänzen.

Bei CAD-Konfiguratoren steht die Verwendung des aus der Produktkonfiguration entstandenen, parametrischen 3D-Datenmodells, von zugehörigen Zeichnungen und weiterer technologischer Daten entlang der gesamten Prozesskette vom Marketing bis zur Montage des Produktes im Vordergrund. Erreicht wird die durch Methoden der CAD-Automation.

Die generelle Idee ist, auch die in Induststrieunternehmen vorhandenen, parametrischen 3D-CAD-Systeme sowie existierende Berechnungs- und Auslegungsprogramme für die Produktkonfiguration zu verwenden. Darüber hinaus können meist auch ERP-, PDM- und CRM-Systeme über Schnittstellen mit eingebunden werden. Der Konfigurator dient dabei als Fernsteuerung der genannten Systeme und Programme.

Diese Produktdaten stehen am Ende einer Produktkonfiguration auf der Basis von 3D-CAD-Daten zur Verfügung:

Anwender dieser Technologie sind:

  • Kunden und Interessenten
  • Vertriebsmitarbeiter (Außendienst und Innendienst)
  • Konstrukteure

CAD-Konfiguratoren unterscheiden sich u. a. erheblich durch:

  • verschiedene tiefe Integrationen zu den jeweiligen CAD-Systemen
  • verschiedene tiefe Integrationen zu anderen Systemen (ERP, PDM, Office, …)
  • unterschiedliche oder einheitlich Datenbasen für verschiedene Anwendergruppen (Vertrieb, Konstruktion, Kunde und Interessent im Internet)
  • die Verfügbarkeit von Standard-Schnittstellen (COM, DDE, ODBC, …)
  • den Aufbau der Regeln (z. B. fest programmiert, skriptbasiert, grafisch-interaktiv, mit Autorensystem)
  • die verfügbaren Betriebsarten (z. B. Direkt-Kopplung und/oder Batch-Kopplung)
  • die möglichen Installationsorte (z. B. lokal auf CAD-Rechnern, im Netzwerk oder auf WEB-Servern)
  • den Aufwand für die Erzeugung und Publizierung von HTML-Seiten
  • die Notwendigkeit zur Verwendung von Browser-Plug-ins oder Applets
  • die Notwendigkeit zur Verwendung von weiterer Software
  • ein Application Programming Interface (API) zur Erweiterung des Funktionsumfangs
  • die Anbindung an Shop-Systeme (CORBA, SOAP, XML-RPC)
  • die automatisierte Verarbeitung von Produktstrukturen aus Drittsystemen (XML, …)

Der Mehrwert dieser Systeme liegt in einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch:

  • die drastische Reduktion des Zeitbedarfs zur Erstellung von kundenspezifischen Angeboten,
  • die schnellere Reaktion auf individuelle Kundenwünsche,
  • vollständige, einheitliche Angebote, unabhängig vom jeweiligen Anwender,
  • die drastische Reduktion des Zeitbedarfs für die kundenspezifische Konstruktion und Projektierung,
  • die wesentlich schnellere Bereitstellung aller Produktunterlagen (3D-Modelle, Zeichnungen, Stücklisten, NC-Daten, Angebote usw.),
  • die Reduktion von Fehlerkosten,
  • die 3D-Visualisierung des individuellen Produktes und
  • die Wiederverwendung von Teilen und Komponenten.
Patent EP 1 251 444 B1 auf das Verfahren der CAD-zentrischen Produktkonfiguration

Das Verfahren der CAD-zentrischen Produktkonfiguration ist seit dem 12. Oktober 2005 durch das Europäische Patent EP 1 251 444 B1 der Firma Festo AG & Co (Esslingen) geschützt.

Verfahren zur Konfiguration eines Produktes oder einer Produktkombination auf einem PC.“

Patentschrift EP 1 251 444 B1 des Europäischen Patentamtes: http://v3.espacenet.com/origdoc?DB=EPODOC&IDX=EP1251444&QPN=EP1251444&RPN=EP1251444&DOC=cca34af1985009c57d38f3ae772fd6a64d&CY=ep&LG=de

Leistungsmerkmale von CAD-zentrischen Konfiguratoren (beispielhaft)

Anwender: Ein prozesskettenübergreifender Konfigurator bildet die verschiedenen Sichtweisen der Anwender auf das Produkt ab, verwendet aber gleichzeitig eine gemeinsame Datenbasis. Anwender sind: Endkunde, Vertrieb, Projektierung, Konstruktion, Entwicklung

Anwender-Berechtigung: Im Rahmen der unterschiedlichen Anwenderrechte wird festgelegt, welche Freiheitsgrade der Konfiguration den einzelnen Anwendern zugewiesen werden sollen. Anwendertypen sind z. B. WEB-Anwender, allgemeiner Anwender, Experte, Administrator, usw.

Betriebsarten: Während (Live-Betrieb) oder am Ende (Batch-Betrieb) des Dialogs wird das fertige Produkt entweder interaktiv sofort oder automatisch später im CAD-System erzeugt und die Konfigurationsergebnisse zur Verfügung gestellt.

Im Live-Betrieb wird dabei eine bidirektionale Kommunikation mit dem CAD-System hergestellt. Jeder Konfigurationsschritt wird im CAD-System sofort ausgeführt und visualisiert.

Im Batch-Betrieb erfolgt die Ausführung der Produktkonfiguration später, in der Reihenfolge eigehender Konfigurations-Jobs (FiFo).

Darüber hinaus kann noch unterschieden werden, ob ein Konfigurator lokal, remote oder im WEB installiert ist. Entsprechend kommen auch andere Benutzerinterfaces zur Anwendung.

Bei der lokalen Installation befinden sich Konfigurator und CAD-System auf demselben Rechner. Anwender sind hier meist Konstrukteure und Projektierer, die eine „eigene“ CAD-Lizenz haben.

Bei der remote Installation befinden sich Konfigurator und CAD-System auf unterschiedlichen Rechnern. Anwender sind hier meist Mitarbeiter, die keine „eigene“ CAD-Lizenz haben, z. B. der Vertriebsinnendienst.

Bei der WEB Installation befinden sich Konfigurator und CAD-System in einer WEB-Infrastruktur aus WEB-Server und CAD-Server. Der Anwender benötigt hier zur Konfiguration nur einen WEB-Browser, ggf. mit Plug-ins zur 3D-Visualisierung (VRML, …) der CAD-Baugruppen. Die Anwender haben weder eine „eigene“ CAD-Lizenz (des CAD-Systems des Lieferanten) noch einen Konfigurator; z. B. Interessenten, Kunden sowie der Vertriebsaußendienst.

Bei der external Installation steuert ein beliebiges DV-System ein CAD-System. Diese Installation ermöglicht es Herstellern von CAS- und ERP-Konfiguratoren, automatisch CAD-Daten zu generieren. Als Beispiel sei hier der SAP-Variantenkonfigurator genannt. Es gibt die Möglichkeit im SAP über eine Merkmalsbewertung zu konfigurieren. Anschließend wird eine XML-Datei auf einen CAD-Adapter geschickt, der automatisch alle Produktdaten (3D-CAD, Zeichnung, Angebot usw.) erzeugt. Im Prinzip ist dies eine Variante des Betriebsmodus remote/batch. Über WEB-Services (SOAP, XML-RPC) ist auch die direkte live-Ansteuerung eines CAD-Systems möglich. Im Prinzip ist dies eine Variante des Betriebsmodus remote/live.

Durch die Kombination der Betriebsarten mit den Installationsorten ergeben sich insgesamt 8 Betriebsmodi:

  • local/live (Konfigurator und CAD-System laufen auf dem selben Rechner, jede Interaktion mit dem Konfigurator wird im CAD-System unmittelbar in Operationen umgesetzt und das Ergebnis wird sofort visualisiert)
  • local/batch (Konfigurator und CAD-System laufen auf dem selben Rechner, alle Interaktion mit dem Konfigurator werden in Job-Dateien gespeichert. Anschließend werden diese Job-Dateien vom CAD-System, mit Hilfe eines CAD-Adapters, ausgeführt.)
  • remote/live (Konfigurator und CAD-System laufen in einem Netzwerk auf unterschiedlichen Rechner, jede Interaktion mit dem Konfigurator wird im CAD-System unmittelbar in Operationen umgesetzt und das Ergebnis wird in einer CAD-Vorschau sofort visualisiert)
  • remote/batch (Konfigurator und CAD-System laufen in einem Netzwerk auf unterschiedlichen Rechner, alle Interaktion mit dem Konfigurator werden in Job-Dateien gespeichert. Anschließend werden diese Job-Dateien vom CAD-System, mit Hilfe eines CAD-Adapters, ausgeführt.)
  • WEB/live (Konfigurator und CAD-System laufen in einer WEB-Infrastruktur, jede Interaktion mit dem Konfigurator (im WEB-Browser) wird im CAD-System unmittelbar in Operationen umgesetzt und das Ergebnis wird in einer CAD-Vorschau (im WEB-Browser) sofort visualisiert.)
  • WEB/batch (Konfigurator und CAD-System laufen in einer WEB-Infratsruktur, alle Interaktion mit dem Konfigurator (im WEB-Browser) werden in Job-Dateien gespeichert. Anschließend werden diese Job-Dateien vom CAD-System, mit Hilfe eines CAD-Adapters, ausgeführt.)
  • external/live
  • external/batch

Konfigurations-Strategie: Je nach Marke, Kompetenz, Produkten und Leistungen sowie dem Marktumfeld sollte immer eine spezifische Konfigurationsstrategie entwickelt werden, die den Kundenwert des Unternehmens steigert und Differenzierung im Wettbewerb aktiv vermittelt. Eine reine Abbildung vorhandener Prozessketten ist daher nur für sehr einfache Szenarien, oft ohne relevanten Kundennutzen ausreichend. Deshalb gibt es schlicht keine allgemein gültigen Strategien für den Einsatz von Konfiguratoren, obwohl vielfach versucht wird gerade dies zu standardisieren und über eine eigene Bewertungskriterien zu kategorisieren.

Konfigurierbare Produkte: Je nach Branche und Hersteller sollten Objekte beliebiger Komplexität konfigurierbar sein. Dies gilt für die reine anwendungsgerechte Auswahl von Katalogprodukten oder die Zusammenstellung von Standardprodukten aus Katalogkomponenten genauso wie für die Konfiguration von komplexen Systemen, wobei sowohl die Einzelkomponenten als auch die gesamte Anlage individuell ausgelegt werden kann. Objekte sind z. B.: Einzelteile, Baugruppenmodule, Produkte, Maschinen, Anlagen, Systeme, Standardvarianten, Sondervarianten, Sonderprodukte

Prozesskettendaten: Durch einen interaktiven, wissensbasierten und für den jeweiligen Anwender aufbereiteten Dialog in einer intuitiven Benutzeroberfläche sollte der Anwender sukzessive und zügig zum individuellen Produkt geführt werden. Dabei sollen nach und nach alle notwendigen Informationen und Randbedingungen abgefragt und um Daten aus externen Software-Systemen (z. B. ZVS, PDM, EDM, ERP, MS-Office, CAS, Auslegungsprogramme) ergänzt werden.

Produktstruktur: Stand der Technik ist, dass jedes Produkt aus folgenden Bausteinen zusammenzusetzen ist: Fixe, regelbasiert änderbare und frei definierbare Komponenten.

- Fixe Komponenten (z. B. Norm- und Widerholteile, Katalogteile, Zukaufteile, etc.) werden im Konstruktionsprozess nicht mehr verändert.

- Regelbasiert änderbare Komponenten können automatisch „umkonstruiert“ und so den Erfordernissen des Kunden angepasst werden, falls diese Komponenten nicht bereits in der geforderten Ausprägung existieren.

- Freie Komponenten sind keiner Regel unterworfen und müssen neu konstruiert oder manuell umkonstruiert werden (Sonderkonstruktion). Sie lassen sich als „Platzhalter“ in die Produktstruktur und den Konfigurationsprozess integrieren und jederzeit, also auch nachträglich, durch die fertig entwickelte Komponente automatisch und regelbasiert ersetzen.

Konfigurations-Ergebnisse: Ein prozesskettenübergreifender Konfigurator dient der regelbasierten und automatisierten Generierung und Auslegung prozesskettenrelevanter, nativer parametrischer 3D-CAD-Daten und Vertriebsdaten unter Verwendung von Regeln und Baukästen.

Sicherheit und Datenschutz: Es muss sichergestellt sein, dass weder durch Exportdaten, noch über Web-Applikationen technologisches Know-how preisgeben wird.

Objekte: Ein Produkt lässt sich geometrisch und topologisch durch Formelemente, Einzelteile, Konstruktions-Gruppen und Baugruppen beschreiben. Diese Objekttypen werden von einem Konfigurator angesprochen und regelbasiert ausgelegt und kombiniert.

Operationen: Mit regelbasierten Struktur-, Objekt- Gruppen- und Ausgabeoperationen lassen sich alle Arten von Konfigurationen von der Geometrie- und Formelemente-Ebene bis hin zu komplexen Baugruppenoperationen durchführen.

Datenbasis: Als Ausgangsbasis für die Produktstruktur verwenden Konfiguratoren baukastenorientierte, konfigurierbare 3D-CAD-Master-Daten wie Formelemente, Einzelteile, Baugruppen und Zeichnungen. Das fertig konfigurierte Produkt entsteht im CAD-System, das durch den Konfigurator regelbasiert ferngesteuert wird und die prozesskettenfähigen Konfigurationsergebnisse generiert. Die Implementierung des Produktwissens und der Konfigurationsregeln erfolgt im CAD-System oder CAD-unabhängig. Die automatische Zusammenstellung aller anderen Konfigurationsergebnisse (Preise, Angebote, …) koordiniert der Konfigurator z. B. regelbasiert unter Zugriff auf die Baukasten-Metadaten (z. B. aus einem Klassifizierungssystem) und aus den übergeordneten und vom Konfigurator unabhängigen Systemen, wie z. B. CAS, PDM, EDM, ERP, etc.

Klassifizierung: Die wesentliche Aufgabe der Produktkonfiguratoren besteht darin, nach Kunden-Anforderung individuelle Varianten und Lösungen weitestgehend automatisch zu konfigurieren, statt zu konstruieren. Dabei sollen möglichst viele bestehende Komponenten bzw. Daten gefunden und wieder verwendet werden und möglichst wenige Komponenten / Daten neu entstehen. Das regelbasierte und verwendungsorientierte Suchen, Finden und Verarbeiten, Speichern und Wiederverwenden von Objekten erfolgt z. B. über eine Objekt-Klassifizierung. Diese kann vom Konfigurator automatisch durchgeführt werden. Hierfür stehen meist integrierte Klassifizierungssysteme zur Verfügung. Externe Systeme können meist über die API ebenfalls angesprochen werden.

Administration: Die Beschreibung des Produktwissens und der Konfigurationsregeln sollte grafisch interaktiv möglich sein. Eine Online-Evaluierung während der Administration sollte zur Verfügung stehen. Damit lässt sich der korrekte Einfluss auf das CAD-Modell oder das Holen der richtigen Daten aus Fremdsystemen sofort überprüfen.

Schnittstellen: Ein Konfigurator kann komplementär oder auch substituierend in relevanten Teilbereichen zu bestehenden EDV-Systemen eingesetzt werden. In einzelnen Fällen entsteht so eine neuartige Schnittstellenstruktur. Mittels standardisierter Schnittstellen zur Systemumgebung und einem API sollte die Integration in den gesamten Informationsprozess eines Unternehmens sichergestellt sein. Schnittstellen sind z. B.:

Betriebssysteme: MS-Windows, UNIX sowie Linux

Skalierbarkeit: Ein Konfigurator sollte modular aufgebaut und funktional hinsichtlich der Kundenwünsche skalierbar sein: Produkte, Anwender, Rechte, Anwendung, Betriebsarten, Ausführungsarten, Strategie, Wissen, Daten, CAD-Systeme, Betriebssysteme, Schnittstellen, CAD-Integrationstiefe, Operationen, Lizenzierung.

Versionierung: Konfiguratoren sollten mit Funktionen zur Versionierung der Datenbasis ausgestattet sein. Funktionen sind u. a. EIN-Checken, AUS-Checken, Historie, Sperren, Verzweigen, usw.

Siehe auch

Wikipedia
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