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Produktionsteil-Abnahmeverfahren

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Das Produktionsteil-Abnahmeverfahren (englisch: Production Part Approval Process (PPAP)) ist ein Verfahren, bei dem Serienteile bemustert werden. Diese Vorgehensweise stammt aus der Automobilindustrie und wird dort seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Dabei geht es vor allem um die Qualität der gelieferten Teile, das bedeutet, dass die Teile aus den Serienwerkzeugen bzw. Serienprozessen den Zeichnungen entsprechen müssen. Neben den zur Überprüfung gelieferten Teilen stellt der so genannte Erstmusterprüfbericht (EMPB) (englisch: part submission warrant (PSW)) ein zentrales Element für den Bemusterungsprozess dar. In ihm sind alle wichtigen Informationen zu Anforderungen und Tests zusammengefasst und dokumentiert.

Das genaue Vorgehen zum Beispiel bei der Bestellung der Teile und auch der Lieferung unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen durchaus sehr stark. Gleiches gilt auch für den Zeitpunkt der Bemusterung. So werden sicherheitskritische Teile schon lange vor Serienanlauf bemustert während andere Teile erst unmittelbar vor Produktionsstart zur Bemusterung gelangen. Allen Bemusterungen ist allerdings eines gemein: Die Einteilung nach 5 verschiedenen == Ebenen der Bemusterung:

  • Ebene 1: Nur die Teilevorlagebestätigung (PSW) wird dem Kunden vorgelegt;
  • Ebene 2: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und eingeschränkte unterstützende Daten werden dem Kunden vorgelegt;
  • Ebene 3: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und umfassende unterstützende Daten werden dem Kunden vorgelegt;
  • Ebene 4: Teilevorlagebestätigung (PSW) und andere Forderungen, wie sie vom Kunden festgelegt wurden;
  • Ebene 5: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und vollständige unterstützende Daten stehen am Produktionsstandort

des Lieferanten für eine Bewertung zur Verfügung;


Bei der Bemusterung werden dann verschiedene Status festgelegt, die eine Aussage darüber geben, ob die Teile den Forderungen entsprechen, nachgearbeitet werden müssen oder sogar ganz neu angefordert werden müssen. Diese Status werden aber wieder ganz individuell je nach Unternehmen festgelegt.

Grundsätzlich gibt es aber beim Produktionsteil-Abnahmeverfahren einige wesentliche Forderungen, die für alle Unternehmen gelten. Dazu zählt ein repräsentativer Produktionslauf. Dieser Produktionslauf muss eine bis acht Stunden umfassen, mit einer spezifischen Produktionsmenge von mindestens 125 aufeinander folgenden Teilen (Auszug aus der AIAG-Forderung (Automotive Industry Action Group)):

Außerdem sind noch weitere 19 Forderungen allgemein beschrieben, die im folgenden einfach aufgelistet sind, aber nicht weiter erklärt werden:

  1. Designaufzeichnungen / Design Records
  2. Dokumente über technische Änderungen / Engineering Change Documents
  3. Technische Freigabe / Engineering Approval
  4. Konstruktions - Fehlermöglichkeits - und - Einflussanalyse / Design Failure Mode and Effects Analysis
  5. Prozessflussdiagramme / Process Flow Diagrams
  6. Prozess - Fehlermöglichkeits- und Einfluss Analyse / Process Failure Mode and Effects Analysis
  7. Messergebnisse / Dimensional Results
  8. Material- und Leistungstests / Records of Material / Performance Test Results
  9. Untersuchungen zur Kurzzeitfähigkeit der Prozesse / Initial Process Studies
  10. Analyse von Messsystemen / Measurement System Analysis Studies
  11. Dokumentation eines qualifizierten Laboratoriums / Qualified Laboratory Documentation
  12. Steuerungs- (Prüf-) plan / Control Plan
  13. Teilevorlagebestätigung / Part Submission Warrant
  14. Bericht zur Freigabe des Aussehens / Appearance Approval Report
  15. Checkliste “Forderungen an verfahrenstechnische Produkte” / Bulk Material Requirements Checklist
  16. Muster - Serienteile / Sample Production Parts
  17. Referenzmuster / Master Sample
  18. Spezifische Prüfmittel / Checking Aids
  19. Kundenspezifische Forderungen / Customer Specific Requirements
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