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Kardinaltugend
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Als Kardinaltugenden (von lat. cardo, cardinis, "Türangel, Dreh- und Angelpunkt") bezeichnet man die vier Grund-Tugenden:
- Klugheit (Weisheit) (lat. prudentia (sapientia)) (gr. σοφία)
- Gerechtigkeit (lat. iustitia) (gr. δικαιοσύνη)
- Tapferkeit (lat. fortitudo) (gr. ανδρεία)
- Mäßigung (lat. temperantia) (gr. σωφροσύνη)
Darstellung der Kardinaltugenden am Papstgrab des Papstes Clemens II. im Bamberger Dom
Iustitia (Gerechtigkeit) |
Fortitudo (Tapferkeit) |
Sapientia (Weisheit) |
Temperantia (Mäßigung) |
Seit Platon wurden von diesen Kardinaltugenden alle weiteren Tugenden abgeleitet. Paulus ergänzte sie um die drei theologischen Tugenden (auch als Grundtugenden bezeichnet)
Giottos Darstellung der drei theologischen Tugenden in der Cappella degli Scrovegni in Padua
Fides (Glaube) |
Spes (Hoffnung) |
Caritas (Liebe) |
Zusammen ergibt das die Siebenzahl, sie wurden auch den sieben Todsünden (Hauptlaster) gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis |
China
Die fünf konfuzianischen Kardinaltugenden (chin. 五常 wŭcháng) sind:
- Menschlichkeit (仁 rén)
- Gerechtigkeit oder Rechtes Handeln (義 yì)
- Sitte (禮 lĭ)
- Wissen (智 zhì)
- Wahrhaftigkeit (信 xìn)
beziehungsweise nach Mengzi entsprechend
- Innigkeit (親 qīn) zwischen Vater und Sohn
- Rechtes Handeln (義 yì) zwischen Fürst und Untertan
- Trennung (別 bié) zwischen Gatte und Gemahlin
- Reihenfolge (序 xù) zwischen Alt und Jung
- Wahrhaftigkeit (信 xìn) zwischen Freund und Freund
Yoga und Hinduismus
5 Yamas:
- Ahimsa (Gewaltlosigkeit)
- Satya (Wahrhaftigkeit)
- Asteya (Nicht-Stehlen)
- Brahmacharya (Enthaltsamkeit)
- Aparigraha (Nicht-Zugreifen)
5 Niyamas:
- Shauca (Reinheit)
- Samtosha (Genügsamkeit)
- Tapas (Opfer und Buße)
- Svadhyaya (Studium und Reflektion)
- Ishvara Pranidhana (Hingabe an Gott)
Weblinks
Siehe auch
Literatur
- Josef Pieper: Das Viergespann – Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß. München 1998, ISBN 3466401712
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