Priesterseminar

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Das Priesterseminar ist die Ausbildungsstätte für Priesteramtskandidaten insbesondere der römisch-katholischen Diözesen, die keinem Orden angehören. Die Priesterausbildung findet ergänzend zum Studium der Katholischen Theologie statt und will Bereiche der priesterlichen Ausbildung sicherstellen, die nicht Inhalt wissenschaftlicher Theologie sind.

Das Priesterseminar soll folgende Ausbildungsinhalte gewährleisten (entnommen den Seiten des Priesterseminars Fulda):

  1. Die menschliche Reifung: Dabei geht es um ein stetiges Wachsen als Mensch, um das Heranreifen einer starken und freien Persönlichkeit, die tief in der Liebe zu Christus und zu den Menschen verwurzelt ist.
  2. Das geistliche Leben: Hier ist es wichtig, immer tiefer in eine partnerschaftliche Beziehung zu Christus hineinzuwachsen
  3. Das theologische Studium
  4. Die pastorale Befähigung: Als letzter Grundpfeiler bereitet diese Dimension der Priesterausbildung auf die spätere Praxis vor. Die Hauptaufgaben sind dabei die Verkündigung des Wortes Gottes, die würdige Feier der Liturgie und der Dienst am Nächsten.

Das Priesterseminar steht unter der Leitung eines Regens (teilweise von einem Subregens unterstützt) und eines Spirituals. Die Priesteramtskandidaten verbringen üblicherweise im Laufe ihres Studiums mindestens zwei Semester an einem anderen Hochschulort (Freisemester), wo sie nicht in einem Priesterseminar, sondern privat wohnen und ihre Bereitschaft prüfen, die priesterliche Lebensweise aufrechtzuerhalten.

Üblich sind im deutschen Sprachraum drei unterschiedliche Formen:

  1. Das Theologenkonvikt als Wohnort während eines Theologiestudiums, wenn zum Beispiel der Hochschulort nicht gleich dem Bischofssitz ist. Das ist beispielsweise im Erzbistum Köln der Fall. Dort wohnen die Priesteramtskandidaten während des Studiums im Collegium Albertinum in Bonn und studieren an der Universität Bonn.
  2. Das Pastoralseminar zur Gewährleistung der praktischen Ausbildung (als Ergänzung zum Theologenkonvikt).
  3. Das Vollseminar als Vereinigung der Funktionen der beiden obigen Ausbildungsstätten.

Das derzeit am stärksten besetzte deutsche Priesterseminar ist das interdiözesane Studienhaus St. Lambert in Lantershofen (Kreis Ahrweiler) mit aktuell über 60 Alumnen aus den deutschen Bistümern und zahlreichen Ordensgemeinschaften. Unter den Regenten dieses Seminars waren u.a. die heutigen Bischöfe Felix Genn und Stephan Ackermann.

Berühmteste überdiözesane Priesterseminare im deutschen Sprachraum sind das Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom, das Canisianum in Innsbruck und das Priesterseminar Sankt Georgen in Frankfurt am Main, die allesamt unter der Leitung des Jesuiten-Orden stehen, ebenso wie das Collegium Rudolphinum in Heiligenkreuz bei Baden, das Herzogliche Georgianum in München und das Seminarium Internationale Sancti Petri der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad.

Auch das Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland besitzt ein Priesterseminar in Bonn.

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Priesterseminar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Wikipedia
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