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Preußen (Schiff)

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Nach dem deutschen Königreich Preußen wurden in der Vergangenheit mehrere deutsche Schiffe benannt.

Inhaltsverzeichnis

Vollschiff Preußen (1) 1891–1909

Die Preußen (1) ex Posen  lief am 23. Mai 1891 auf der Hamburger Werft Blohm und Voss für die Reederei F. Laeisz als Frachtsegler vom Stapel. Sie war 1.773 BRT groß. Nachdem 1902 das neue Fünfmastvollschiff den Namen Preussen erhalten sollte, wurde die bisherige Preußen in Posen  umbenannt. Am 14. Oktober 1909 ging sie im Südatlantik durch einen Brand verloren. Sie hatte unter anderem Dynamit geladen. Kapitän Eduard Paulsen und seine Mannschaft konnten vom schottischen Dampfer Earl of Carrick aus Glasgow aus den Rettungsbooten geborgen und nach Rio de Janeiro gebracht werden.

Weblink

Fünfmastvollschiff Preußen (2) 1902–1910

Das bekannteste Schiff dieses Namens war das Fünfmastvollschiff der Reederei F. Laeisz, das größte reine Rah-Segelschiff Deutschlands und auch der Welt während ihrer Existenz.

Bild:Preussen (Model).jpg
Großmodell der Preußen
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Die Preußen beim Auslaufen aus dem New Yorker Hafen unter Vollzeug (27. Mai 1908, Foto)
Bild:Vollschiff-Preussen.png
Die Preußen im Hamburger Hafen

Die Preußen, wegen ihrer eleganten Linien trotz der hohen Ladekapazität, ihrer majestätischen Erscheinung unter Vollzeug und ihrer besonderen Segeleigenschaften „Königin der See“, auch „Königin der Königinnen der Meere“ genannt, war das größte reine Rahschiff der Welt in Stahlrumpfbauweise (nie mit einem Hilfsantrieb ausgerüstet). Größer waren lediglich der Welt größtes Segelschiff, die französische Fünfmastbark France II, welche anfänglich mit zwei Diesel-Motoren ausgerüstet war, die R. C. Rickmers, eine deutsche Auxiliar-Fünfmastbark der Reederei Rickmers und der stählerne US-amerikanische Siebenmastgaffelschoner Thomas W. Lawson, der größte Schoner und das größte Segelschiff der Welt, das nie einen Hilfsantrieb besaß.

Beschreibung

Das Fünfmastvollschiff wurde 1902 auf der Werft der Joh. C. Tecklenborg AG in Geestemünde (Bremerhaven) aus hochwertigen Siemens-Martin-Stahl gebaut und war das einzige seiner Art in der Welthandelsflotte. Es fuhr unter der Flagge der Hamburger Reederei F. Laeisz (FL) und war der größte, berühmteste und schnellste Segler der Flying-P-Linie. Das bis dahin Preußen genannte Vollschiff der Reederei wurde in Posen (nach der heute polnischen, ehemals preußischen Stadt Posen) umbenannt. Die Rumpfkonstruktion entsprach dem Dreiinselschiffs-Typ, der von F. Laeisz bevorzugte Schiffstyp bei allen Vier- und Fünfmastrahseglern. Alle Masten und Spieren mit Ausnahme der Besangaffel waren aus Stahlrohr gebaut. Die Preußen fuhr als Fünfmastvollschiff ein modernes Standardrigg mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royalsegel, also 30 Rahsegel in sechs Stockwerken an allen fünf Masten. Dazu hatte sie "Jarvis"-Brasswinden (benannt nach dem schottischen Kapitän John Charles Barron Jarvis (1857-1935)) an allen Masten, des weiteren andere mechanische Hilfsmittel zur Unterstützung der Arbeit an Deck. Sie war ein starkes Schiff und brauchte keinen Sturm zu scheuen (Tradition der FL-Segler). Selbst bei Windstärke 9 konnte sie wenden. Britische Seeleute ihrer Zeit hielten sie für den schnellsten Segler (nie eingestellte Rekordreise nach Iquique in 57 Tagen 1903, höchste Etmale 392 sm (voll beladen) und 426 sm, „fahrplanmäßige“ Reisen, zwei komplette Rundreisen nach Chile) im Jahr. Sie war der Höhepunkt des Segelschiffbaus, absolut ökonomisch und effizient konstruiert als frachtfahrendes Segelschiff nach Maßgabe der Reederei - sie verdiente ihr Geld trotz der überwiegenden Ballastfahrten nach Chile. Denn FL war auch Eigner der Salpeterladungen, die dann entsprechend verkauft wurden. Die Preußen war der Stolz von Mannschaft und Kapitän und erforderte natürlich bestes Personal. Damit war sie wegen ihrer ausgezeichneten Segeleigenschaften problemlos zu manövrieren, auch wenn bei Windstärke 8 und mehr wegen des ungeheuren Drucks auf die Ruderanlage zwei Mann das 2 m hohe Doppelruderrad halten mussten. Ein Vergleich mit dem bekanntesten Klipper: die berühmte Cutty Sark transportierte circa 1.700 tons mit 35 Mann, die Preußen dagegen 7.874 tons (à 1,016 t, = 8.000 t) mit 45-49 Mann. Die seltene Auslastung der Schiffskapazität bei der Ausreise lag vor allem am mangelnden Frachtaufkommen für Segler nach Chile (Dampfer - Konkurrenz). Selbst kleinere Segler hatten in dieser Zeit aufgrund des Niedergangs der Segelschifffahrt oft keine Fracht erhalten.

Sie machte insgesamt 13 Reisen unter ihren beiden berühmten Schiffsführern, Kapt. Boye Richard Petersen und Kapt. Jochim Hans Hinrich Nissen, davon zwölf nach Chile, eine 1908 über New York nach Yokohama, Chile und zurück nach Europa:

10. März - 13. April 1908    Hamburg - New York
27. Mai - 16. September   New York - Jokohama  Kistenöl in Charter für Standard Oil Co. durch Funch, Edye & Co.
16. Oktober - 30. Dezember   Jokohama - Taltal
20. Januar - 5. April 1909   Tocopilla - Hamburg Ladung Salpeter


Die Preußen kollidierte am 6. November 1910 im Ärmelkanal mit dem englischen Dampfer Brighton, der vorschriftswidrig vor dem Bug des Seglers kreuzte. Als man sie mit drei Schleppern in den Hafen von Dover bringen wollte, rissen die Trossen wegen aufkommendenden Sturms, und die „Preußen“ strandete nach dem vergeblichen Versuch, sich selbständig freizusegeln, auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Es gelang nicht einmal mit zwölf Schleppern, das Vollschiff zu befreien. Die wertvolle Ladung, unter anderem Klaviere, wurde später abgeborgen. Das Wrack verfiel mit der Zeit.

Schiffsdaten

Literatur

  • Horst Hamecher: Fünfmast-Vollschiff »PREUSSEN«, Königin der See. Der Lebensweg eines Tiefwasserseglers.  Hamecher Eigenverlag, Kassel, 1993, ISBN 3-920307-46-1
  • Jochen Brennecke: Windjammer.  Der große Bericht über die Entwicklung, Reisen und Schicksale der "Königinnen der Sieben Meere". Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford, 3. Aufl. 1984; Kap. XXII - Die Größten unter den Segelschiffen der Welt, S. 291-297; ISBN 3-7822-0009-8
  • Hans-Jörg Furrer: Die Vier- und Fünfmast-Rahsegler der Welt.  Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford, 1984, S. 168, ISBN 3-7822-0341-0
  • Heinz Blöß: Glanz und Schicksal der "Potosi" und "Preußen", Hamburgs und der Welt größte Segler. Schmidt Verlag, Kiel, 1960
  • W. Kaemmerer: Das Fünfmast-Vollschiff Preußen, erbaut von Joh. C. Tecklenborg A.-G., Schiffswerft und Maschinenfabrik in Bremerhaven-Geestemünde. Zeitschrift der Vereins deutscher Ingenieure, Bd. 48, Nr. 34, Berlin, 1904
  • Hans Georg Prager: „F. Laeisz“ vom Frachtsegler bis zum Bulk Carrier.  Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1974, ISBN 3-7822-0096-9
  • Peter Klingbeil: Die Flying P-Liner. Die Segelschiffe der Reederei F. Laeisz.  Verlag "Die Hanse", Hamburg, 1998 u. 2000, ISBN 3-434-52562-9
  • Manfred Prager: Vergleich zwischen dem Fünfmastvollschiff  "Preußen" und der Fünfmastbark  "Potosi" auf den Reisen nach der Westküste Südamerikas und zurück. Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie: Zeitschrift für Seefahrt und Meereskunde, Hamburg, Berlin, 1908, ISSN 0174-8114
  • Schiff und Zeit. Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte. Fünfmastvollschiff  "Preußen". Heft 5/1977, Herford 1977, Bestell-Nr.: 5872
  • Jens Jansson: SOS - Schicksale deutscher Schiffe - Weiße Segel über blauen Wogen - Heft Nr. 51 - Fünfmastvollschiff  "Preußen".   S. 2 ff., Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 1976

Weblinks

Linienschiff Preußen (1903–1931)

Das Linienschiff der Braunschweigklasse Preußen lief 1903 für die Kaiserliche Marine bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel. Schwesterschiffe Braunschweig, Elsaß, Hessen, Lothringen. Die Schiffe der Braunschweigklasse hatten drei Schornsteine, waren 127,7 m lang, verdrängten 13 208 t, liefen mit drei Dreifachexpansionsdampfmaschinen 18,7 Knoten und hatten eine Besatzung von 35 Offizieren und 708 Mann. Die Bewaffnung bestand aus vier 28-cm Schnellladekanonen in Doppeltürmen, vierzehn 17-cm, achtzehn 8,8-cm Schnellfeuerkanonen und sechs Torpedorohren. War im ersten Weltkrieg Flaggschiff des II. Geschwaders der Hochseeflotte erst unter Vizeadmiral R. Scheer danach unter Konteradmiral Franz Mauve. Nahm an der Seeschlacht am Skagerrak teil. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Linienschiff von der Reichsmarine übernommen. Am 5. März 1929 wurde das Schiff ausgemustert und im Jahr 1931 abgewrackt.

Weblink: S.M.S. Preußen bei "Kaiserliche Marine"

Eisenbahnfährschiff Preußen (1909 - ?)

Nach dem Abschluss des Vertrages vom 15. November 1907 über die Einrichtung einer Eisenbahnfährverbindung zwischen dem Deutschen Reich und Schweden wurden von beiden Staaten zunächst je 2 Fährschiffe gebaut. Ab 1909 kamen auf deutscher Seite die von der Schichau-Werft Danzig gebaute Preußen und ihr Schwesterschiff Deutschland auf der Fährlinie SassnitzTrelleborg, der sogenannten Königslinie, zum Einsatz. Im Ersten Weltkrieg wurde der Fährverkehr aufrechterhalten. Allerdings kollidierte am 15. Oktober 1915 das deutsche Torpedoboot T 100 mit der Preußen, wobei 39 Menschen ihr Leben verloren. Nach der Reparatur nahm die Preußen ihren Dienst wieder auf. Am 10. Dezember 1936 strandete das Schiff im Schneesturm vor Stubbenkammer (Insel Rügen). Erst Ende des Jahres konnte der Havarist geborgen werden. Es erfolgte eine erneute Reparatur. Während des Zweiten Weltkrieges konnte der Personenfährverkehr mit Schweden bis Juni 1943 aufrechterhalten werden. Mit einer letzten Fahrt der Fährschiffe am 26. September 1944 wurde der Fährverkehr dann endgültig eingestellt. Die Preußen wurde von der Kriegsmarine requiriert und bis Kriegsende als Truppen- und Verwundetentransporter auf der Ostsee eingesetzt. Nach dem Krieg wurde die Preußen als Reparationsleistung an die UdSSR abgeliefert und dort weiter verwendet. Noch 1977 lag die alte Preußen unter dem Namen Kriljon als Wohnschiff im Hafen von Wostotschnyi (bei Nachodka am Japanischen Meer).

Technische Daten

  • Typ: Dampffährschiff
  • Deplacement: 4.200 Tonnen
  • Länge / Breite / Tiefgang: 113,80 m / 16,26 m / 5,20 m
  • Antrieb: Dampfmaschine mit 5000 PS (3.675 kW)
  • Geschwindigkeit: 15,5 Knoten (ca. 28 km/h)
  • Kapazität: 2 Eisenbahngleise Normalspur mit insgesamt 172 m Länge für 8 D-Zug-Wagen oder 16 bis 18 Güterwagen (Größe damalige Bauart)

Dampfschiff Preußen (1926–1944)

Ein weiteres Schiff namens Preußen fuhr im Rahmen des Seedienstes Ostpreußen für die Reederei Bräunlich zwischen 1926 und 1944 von Kiel/Travemünde entlang der südlichen Ostseeküste nach Pillau in Ostpreußen.

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