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Prestigeobjekt

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Prestigeobjekte sind Statussymbole als Gegenstände der materialen Kultur einer Gesellschaft, die ein hohes soziales Ansehen innerhalb der Gesellschaft oder Bezugsgruppe zum Ausdruck bringen, das mit (vermeintlich oder tatsächlich) hohem Ansehen in der Bezugsgruppe verbunden ist (vgl. Imponierverhalten).

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Gerade für geringgeachteten Menschen steigt der gefühlte soziale Status vor allem mit der öffentlichen Zurschaustellung solcher Objekte. Je nach Milieuzugehörigkeit können diese prestigeträchtigen Gegenstände beispielsweise Reichtum, Bildung, Prominenz u.a.m. signalisieren. Solche Objekte können in Gestalt von Kleidung, Schmuck, Berufsattributen als Symbole eines vorgegebenen oder vermeintlichen, aber nicht tatsächlichen Ansehens eingesetzt werden. Ihre Bedeutung ist dem zu entnehmen, wie stark sich die Eigentümer von Prestigeobjekten für sie verschulden.

Beispiele: Unter der Werte-Präferenz des hohen persönlichen Reichtums sind dafür besonders hochwertige Gegenstände geeignet: unter Gebrauchsgegenständen des Alltags gelten teure, erlesene Materialien (Gold, Marmor; Pelzmantel, Schlangenledergürtel), luxuriöser Fertigungstechnik (z.B. handgefertigter Maßanzug) oder eine teuere Marke als Statussymbol, so z.B. ein Ferrari oder Hummer (Fahrzeug) als Auto, Carlo Colucci als Pullover oder "Louis Vuitton" als Handtasche.

Unter der Werte-Präferenz des hohen persönlichen Bildung können dagegen beispielsweise die abegriffenen (also benutzten) Bücher mit anspruchsvollen Texten aktuell diskutierter Philosphen Prestigeobjekte sein.

Ihrerseits können solche Prestigeobjekte aber so merklich eingesetzt werden, dass sie als Werbung für die eigne Person erkannt und kritisiert ("Protz") oder ironisiert ("Gernegroß") werden. Das kann so weit gehen, dass eingeführte Markenartikel gehobenen Verbrauchs darunter leiden, z.B. Rolexuhren auf einmal als 'Zuhälteruhren' gelten. Darüberhinaus gilt vielen, die sich als Angehörige der Ober- oder Mittelschicht sehen (bzw. als Angehörige intellektueller Kreise) der übermäßige und demonstrative Konsum mit Prestigeobjekten schon wieder als Indikator für Niveaulosigkeit, "schlechten" Geschmack, fehlendes Taktgefühl und typisches Proll- oder Neureichengebahren. Als Zeichen von Niveau gilt dagegen in diesen Kreisen oft eine dezente Ästhetik, gepflegte Umgangsformen und zurückhaltendes distinguiertes Verhalten.

In gesellschaftlichen Kreisen, für die die o.g. Prestigeobjekte unerreichbar sind, können auch Immitate oder Plagiate die Funktion haben, der Illusion näher zu kommen, an der Welt der Schönen und Reichen oder der Welt der Gebildeten teilzuhaben. Beispiele: Imitate edler Materialien, Marken- und Produktpiraterie, etc.

Literatur

  • Heinz Kluth, 1957: Sozialprestige und sozialer Status, Stuttgart: Enke 1957 – mit stark strukturfunktionalistischem Ansatz: „Sozialprestige“ ist nach Kluth eher „zugeschrieben“ (ascribed - hier einschlägig), sozialer Status aber eher „erworben“ (achieved)

Siehe auch

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