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Presseausweis
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Ein Presseausweis dient dem Nachweis der hauptberuflichen journalistischen Tätigkeit gegenüber Dritten und ist damit in erster Linie ein Arbeitsinstrument, das die journalistische Recherche erleichtern soll. In der journalistischen Praxis ist der Presseausweis weniger wichtig als oft angenommen. Um von Unternehmen, Institutionen oder sonstigen Veranstaltern bei der Recherche unterstützt zu werden, ist eher von Bedeutung, für welches Medium man recherchiert und dass man sich ordnungsgemäß akkreditiert.
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Geschichte
Seit 1950 gibt es eine Vereinbarung zwischen der Innenministerkonferenz auf der einen Seite und Journalistengewerkschaften und Verlegerverbänden auf der anderen Seite, die die Ausstellung "amtlich anerkannter" Presseausweise regelt. Diese Vereinbarung, die "den Behörden die Überprüfung, wer als Vertreter/in der Presse tätig ist", erleichtern soll, ist zum letzten Mal 1993 verändert worden und erlaubt das Ausstellen eines anerkannten Presseausweises folgenden Verbänden:
- Deutscher Journalisten-Verband
- ver.di Fachbereich Medien
- Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.
- Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V..
Im Herbst 2004 hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf nach einer Klage von FreeLens - Verein der Fotojournalisten (Berufsverband) festgestellt, dass auch dieser Verband zur Ausstellung befugt sei. [1]
Andere jüngere Verbände, wie der Deutsche Verband der Pressejournalisten (DVPJ), die Deutsche Fachjournalisten-Verband AG (DFJV) (Aktiengesellschaft) und der Deutsche Presse Verband (DPV) streben seitdem eine Gleichbehandlung mit den älteren Verbänden an und stellen eigene Presseausweise aus.
Nach wie vor werden grundsätzlich Presseausweise der vier älteren Verbände plus Freelens akzeptiert, da ihnen gegenüber vom Antragsteller vor Ausstellung des Presseausweises schriftlich der Nachweis einer hauptberuflichen journalistischen Tätigkeit erbracht werden muss, wie das 1993 von den Innenministerkonferenz festgeschrieben wurde. Ausweise anderer Vereinigungen, die zum Teil ausdrücklich Werbung damit machen, ihre Ausweise an jedermann auszugeben, werden hingegen mal mehr, mal weniger akzeptiert. Der Besitz eines Presseausweises wird seitdem zunehmend unwichtiger, eine ordnungsgemäße Akkreditierung ist bei vielen Veranstaltungen vorgeschrieben und unabhängig vom Ausweis.
Am 5. Mai 2006 beschlossen die deutschen Innenminister, auch künftig "das Erfordernis der Hauptberuflichkeit" als "Leitbild" beizubehalten. Aus behördlicher Sicht sei es jedoch "sachgerecht", auch solchen Journalisten den Ausweis zuzugestehen, "die nicht hauptamtlich, aber quantitativ und qualitativ vergleichbar regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätig sind". Zugleich wurde festgelegt, dass die Ausgabe von Presseausweisen nicht "der Hauptzweck des Verbandes" sein dürfe. Eine endgültige Vereinbarung über die künftige Regelung der Presseausweis-Vergabe und über die hierfür berechtigten Verbände wurde durch die deutschen Innenminister bisher aber noch nicht getroffen. Stattdessen wurde die Entscheidung an die vier "alten" Verbände delegiert.
Presseausweis und Presserabatt
Für viele Journalisten hat der Besitz des Presseausweises noch einen anderen Aspekt: Viele Unternehmen koppeln die Gewährung eines Presserabattes an den Nachweis journalistischer Tätigkeit. Fast alle Unternehmen, die einen Presserabatt anbieten, lassen sich die journalistische Tätigkeit durch Vorlage des "bundeseinheitlichen" Presseausweises belegen.
Jugendpresse
Für junge Medienmacher bis 27 Jahre, die nicht hauptberuflich an Jugendmedien arbeiten, geben die Landesverbände der Jugendpresse Deutschland e. V. einen mit den beiden Journalistenverbänden abgestimmten Jugend-Presseausweis heraus, der daher auch bundesweit anerkannt ist.
Literatur
- ↑ Kommentierung z. B.: Helmuth Jipp: Das Monopol ist gefallen. Über den so genannten bundeseinheitlichen Presseausweis, real nicht existierende Vorschriften und geschützte Pfründe, in: Berliner Journalisten, Nr. 4, 2005, S. 68; Alexander von Streit, Presseausweise, in: MediumMagazin 10/2005; sowie Das Presseausweis-Monopol bröckelt, in MedienCity.
Weblinks
- presseausweis.org - Informationen zum Presseausweis von Verdi, DJV, BDZV und VDZ
- Jugendpresse Deutschland
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