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Preisniveaustabilität
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Preisniveaustabilität bedeutet, dass ein gewichteter Durchschnitt der Preise (aber nicht zwangsläufig die einzelnen Preise) in einer Volkswirtschaft stabil bleibt. Preisniveaustabilität ist ein wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel (es ist Bestandteil des magischen Vierecks). Sie findet beispielsweise ihren Niederschlag im deutschen Stabilitäts- und Wachstumsgesetz aus dem Jahre 1967 und in der Satzung der Europäischen Zentralbank.
Instrumentalisierung
Um zu messen, inwiefern Preisniveaustabilität vorliegt, benötigt man einen Preisindex. Hier bieten sich Indizes für Konsumentenpreise, Industriepreise, Branchenpreise, Importpreise oder der BIP-Deflator an. Um Aussagen über eine allgemeine Preisniveaustabilität machen zu können, ist ein möglichst breiter Preisindex nötig. Viele Zentralbanken verwenden daher einen Konsumentenpreisindex. Im Allgemeinen definiert man Preisniveaustabilität nicht als ein vollständiges, gleichbleibendes Niveau. Die meisten Zentralbanken sprechen auch bei Preisniveausteigerungen von ein oder zwei Prozent von einer allgemeinen Preisniveaustabilität. Die EZB sieht die Preisniveaustabilität bei einer Inflationsrate von unter, aber nahe bei zwei Prozent als gegeben.
Innerhalb der EU wird der Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) mit einem vereinheitlichten Warenkorb zur Berechnung der Inflationsrate zugrunde gelegt. Damit sind die Preissteigerungsraten der einzelnen Länder innerhalb der EU besser vergleichbar.
Folgen fehlender Preisniveaustabilität
siehe die Hauptartikel Inflation und Deflation
Preisniveaustabilität ermöglicht es den Unternehmern die Kosten und Erlöse langfristig zu berechnen und bedeutet für die Haushalte eine gleich bleibende Kaufkraft. (Stark) steigende Preise verunsichern Käufer und Unternehmer, gefährden die Geldfunktionen und sind sozial ungerecht, da Besitzer von Sachgütern (behalten ihren Wert) und Schuldner (ihre Schulden verlieren an Wert) von einer Inflation profitieren, während Gläubiger, Arbeiter (ihr Gehalt kann bestenfalls jährlich angeglichen werden) und genau so Empfänger von Transfereinkommen (Rentner, Sozialhilfeempfänger, ...) benachteiligt werden.
Deflation hingegen benachteiligt Schuldner und bevorzugt Gläubiger. Darüber hinaus führt sie aber vor allem zu einer allgemeinen Kaufzurückhaltung, was zu einer Deflationsspirale führen kann.
Abgrenzung des Begriffs
Preisniveaustabilität wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit den Begriffen Preisstabilität und Geldwertstabilität gleichgesetzt.
Unter Preisstabilität versteht man in der Wissenschaft teilweise die Stabilität der einzelnen Preise. Preisstabilität läge demnach nur dann vor, wenn die Preise aller Güter gleich blieben - Preisniveaustabilität könnte aber auch dann herrschen, wenn der Preis eines Gutes steigt, dafür aber der Preis eines anderen fällt. Allerdings wird diese Unterscheidung nicht von allen Ökonomen geteilt, so dass ein breiter Teil der Wissenschaft beide Begriffe synonym verwendet.
Anders als die Preisniveaustabilität bezieht sich der Begriff Geldwertstabilität auch auf das Ausland; unter außenwirtschaftlicher Geldwertstabilität versteht man gleich bleibende nominale Wechselkurse, d. h. einen stabilen Außenwert. Die binnenwirtschaftliche Geldwertstabilität entspricht nicht immer der Preisniveaustabilität (stabiler Binnenwert).
